Weitere Entlastungen für Familien geplant

Der Entwurf für ein Zweites Familienentlastungsgesetz sieht eine Anhebung des Kindergeldes sowie eine Absenkung des Lohnsteuertarifs ab dem Jahr 2021 vor. Die Bundesregierung hat am 29. Juli 2020 den Gesetzentwurf beschlossen.

Das Gesetz ( Entwurf eines "Zweiten Gesetzes zur steuerlichen Entlastung von Familien sowie zur Anpassung weiterer steuerlicher Regelungen"; Zweites Familienentlastungsgesetz) soll mit einer erneuten Anpassung von Kindergeld und Kinderfreibetrag ab 2021 den zweiten Teil der Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag der Bundesregierung umsetzen, nach der das Kindergeld in dieser Legislaturperiode in zwei Teilschritten erhöht werden sollte. Der erste Teil war Mitte 2019 erfolgt. 

Außerdem werden der sogenannte Grundfreibetrag entsprechend den voraussichtlichen Vorgaben des für den Herbst 2020 vorgesehenen Existenzminimumberichts angehoben und zum Ausgleich der sogenannten kalten Progression die übrigen Eckwerte des Lohnsteuertarifs für 2021 und nochmals für 2022 nach rechts verschoben. 

Zweites Familienentlastungsgesetz: Änderungen bei Kindergeld und Kinderfreibeträgen, Erhöhung des Grundfreibetrags

Im Einzelnen sind insbesondere folgende Änderungen vorgesehen:

  • Das Kindergeld wird gemäß nachstehender Tabelle um 15 Euro je Monat und Kind angehoben
 seit 1. Juli 2019ab 1. Januar 2021
1. Kind204 Euro219 Euro
2. Kind204 Euro219 Euro
3. Kind210 Euro225 Euro
weitere Kinder235 Euro250 Euro
  • Die Kinderfreibeträge steigen von jetzt 7.812 Euro auf 8.388 Euro (= plus 576 Euro) ab dem Jahr 2021.
  • Der lohnsteuerfreie Grundfreibetrag steigt in zwei Schritten von jetzt 9.408 Euro auf 9.696 Euro (= plus 288 Euro) im Jahr 2021 und auf 9.984 Euro (= plus 288 Euro) ab dem Jahr 2022.

Kinderfreibeträge: Nur Einfluss auf Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer

Grundsätzlich wird das Kindergeld durch die Familienkassen und unabhängig vom Lohnsteuerabzug ausgezahlt. Ausnahmsweise sind Arbeitgeber in der öffentlichen Verwaltung verpflichtet, das staatliche Kindergeld an ihre Beschäftigten mit der Entgeltabrechnung auszuzahlen (§ 72 Abs. 1 EStG). Die geänderten Kinderfreibeträge wirken sich nur beim Solidaritätszuschlag und ggf. bei der Kirchensteuer aus. 

Änderungen werden im Programmablaufplan berücksichtigt

Die Änderungen am Einkommensteuertarif sind beim Lohnsteuerabzug zu berücksichtigen. Die erste Stufe der Verbesserungen soll schon beim Lohnsteuerabzug ab Januar 2021 wirksam werden. Mit einer Verabschiedung des Gesetzes ist im zweiten Halbjahr 2020 zu rechnen. Die neuen Programmablaufpläne für 2021, die kurz vor dem Jahreswechsel erscheinen, werden aller Voraussicht nach die Änderungen bereits enthalten, sodass sich in der Personalabteilung und im Lohnbüro kein zusätzlicher Aufwand ergibt.

Hinweis: weitere Erleichterungen für Familien

Unabhängig von den jetzt beabsichtigten Änderungen gelten die folgenden bereits beschlossenen Maßnahmen, die ebenfalls Arbeitnehmern und Familien mit Kindern zukommen: 

  • Mit einem einmaligen Kinderbonus von 300 Euro pro Kind sollen im Jahr 2020 Familien angesichts der Belastungen durch die Covid-19-Krise unterstützt werden. Die Auszahlung erfolgt in zwei Teilbeträgen von 200 Euro und 100 Euro im September und Oktober 2020 mit dem Kindergeld. (Lesen Sie dazu: Lohnsteuerliche Auswirkungen des Konjunkturpakets.)
  • Ab 2021 soll der Solidaritätszuschlag für rund 90 Prozent der Lohn- und Einkommensteuerzahler wegfallen. Dazu erfolgt eine deutliche Anhebung der (Lohnsteuer-) Grenzbeträge, bis zu denen kein Zuschlag erhoben wird: für Ehegatten bzw. in der Steuerklasse III von 1.944 Euro auf 33.912 Euro Steuer im Jahr, in allen übrigen Fällen von 972 Euro auf 16.956 Euro Lohnsteuer im Jahr. (Lesen Sie dazu: Teilweise Abschaffung des Solidaritätszuschlags beschlossen.)
Schlagworte zum Thema:  Kindergeld, Kinderfreibetrag, Lohnsteuer