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| Putzhilfe und Haushaltsscheck

Frühjahrsputz im Haushaltsscheckverfahren

Mancher hätte zum Frühjahrsputz gern eine Putzhilfe
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der Frühling ist da: Zeit für den Frühjahrsputz in Haus und Garten. Aber wer war da nicht selbst schon einmal faul und hat an eine Putzhilfe gedacht? Hier hilft das Haushaltsscheckverfahren der Minijob-Zentrale. Beschäftigungen im Haushalt können damit schnell abgewickelt werden.

Unterstützung bei der Suche nach einer geeigneten Kraft bietet unter anderem die Stellenbörse der Minijob-Zentrale unter www.haushaltsjob-boerse.de. Für Minijobs in Privathaushalten gilt eine vereinfachte Verfahrensweise zur Abführung von Sozialabgaben und Steuern. Neben den günstigen Abgaben locken weitere Anreize wie Steuervorteile für den Haushalt sowie angemeldeter Unfallversicherungsschutz für den Minijobber.

Voraussetzungen für den Haushaltsscheck

Der Haushaltsscheck ist ein einseitiges Formular für die Meldung eines Minijobs im Privathaushalt. Es kann für alle haushaltsnahen Tätigkeiten verwendet werden, die üblicherweise von Familienangehörigen erledigt werden und im Haushalt anfallen. Hierzu zählen insbesondere Tätigkeiten wie die Zubereitung von Mahlzeiten im Haushalt, die Reinigung der Wohnung, die Gartenpflege sowie die Pflege, Versorgung und Betreuung von Kindern, kranken, alten und pflegebedürftigen Menschen. In der Regel bewegt sich der monatliche Verdienst einer solchen Beschäftigung innerhalb der Geringfügigkeitsgrenze bis 450 EUR.

Start des Haushaltsscheck-Verfahrens

Der Haushaltsscheck steht unter www.minijob-zentrale.de zum Abruf bereit. Neben den eigenen persönlichen Angaben und den Daten des Arbeitnehmers sind der Beginn der Beschäftigung und das monatlich vereinbarte Entgelt einzutragen. Damit die anfallenden Abgaben von der Minijob-Zentrale abgebucht werden können, ist dem Haushaltsscheck noch eine Einzugsermächtigung im neuen SEPA-Standard angefügt. Danach nur noch ausdrucken, unterschreiben und mit der Post an die Minijob-Zentrale – fertig. Diese Anmeldung kann auch online erfolgen.

Kein Haushaltsscheck für Angehörige des Haushalts

Grundsätzlich ist es auch möglich, Verwandte im Haushalt zu beschäftigen. Personen, die zum Haushalt gehören, sind hiervon jedoch ausgeschlossen. Insofern scheidet z. B. die Beschäftigung des im Haushalt lebenden Partners oder der Kinder aus, während die nicht zum Haushalt gehörende Mutter als Haushaltshilfe eingestellt werden kann.

Günstige Abgaben

Für einen 450-Euro-Minijob in Privathaushalten zahlen Arbeitgeber niedrigere Pauschalbeiträge zur Sozialversicherung, als bei vergleichbaren Beschäftigungen im gewerblichen Bereich. Die Summe der pauschalen Abgaben des Arbeitgebers an die Minijob-Zentrale beträgt maximal 14,9 % (inklusive Steuer und Unfallversicherungsbeitrag) vom Arbeitsentgelt der Haushaltshilfe. Im Vergleich dazu zahlen gewerbliche Arbeitgeber 31,3 % (zuzüglich Unfallversicherungsbeitrag).

Minijob-Zentrale übernimmt die Arbeitgeberpflichten

Die Minijob-Zentrale entlastet den Haushalt. Sie übernimmt alle Aufgaben, die der Arbeitgeber normalerweise übernehmen müsste und noch mehr. Hierzu gehören insbesondere

  • die Berechnung der Abgaben,
  • den halbjährlichen Einzug der Abgaben zu den Fälligkeitsterminen am 31.7. für die Monate Januar bis Juni und am 31.1. für die Monate Juli bis Dezember,
  • die Meldung des Minijobbers bei dem zuständigen Unfallversicherungsträger,
  • die Meldung des Minijobbers bei der Rentenversicherung,
  • die Ausstellung einer Bescheinigung für das Finanzamt, die dem Arbeitgeber zu Beginn eines Jahres automatisch mit der Post zugestellt wird.

Befreiung von der Rentenversicherungspflicht

450-EUR-Minijobber sind rentenversicherungspflichtig und sichern sich das damit volle Leistungspaket der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie werden deshalb an der Zahlung des Rentenversicherungsbeitrags beteiligt. Ausgehend von einem vollen Beitragssatz von 18,7 % und einem Pauschalbeitrag des Arbeitgebers von 5 %, müssen Minijobber im Privathaushalt einen Eigenanteil von 13,7 % tragen. Diesen Betrag muss der Arbeitgeber vom Verdienst einbehalten. Die Minijob-Zentrale bucht ihn dann zusammen mit den weiteren Abgaben zum Fälligkeitstermin vom Konto des Arbeitgebers ab.

Achtung: Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung werden immer mindestens von 175 EUR berechnet, so dass der Mindestbeitrag 32,73 EUR (175 EUR x 18,7 %) beträgt. Der Arbeitgeber wird aber nur mit seinem Pauschalbeitrag von 5 % des tatsächlichen Arbeitsentgelts belastet, den Restbetrag muss der Minijobber übernehmen.

Sofern die Haushaltshilfe keine Belastung mit Rentenversicherungsbeiträgen wünscht und auf die Leistungsansprüche in der Rentenversicherung verzichtet, kann sie die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht beantragen. Hierfür genügt eine entsprechende Kennzeichnung auf dem Haushaltsscheck. Die Minijob-Zentrale berechnet dann nur den Pauschalbeitrag des Arbeitgebers von 5 %.

Unfallversicherungsschutz beim Haushaltsscheck

Während der Tätigkeiten im Haus und Garten besteht für die Haushaltshilfe der volle Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung, also auch schon auf dem Arbeitsweg. Den marginalen Betrag in Höhe von 1,6 % des Entgeltes zieht die Minijob-Zentrale mit ein.

Steuervorteil lohnt sich

Für Minijobs in Privathaushalten ermäßigt sich die Einkommensteuer auf Antrag um 20 % (max. 510 EUR im Jahr bzw. 42,50 EUR monatlich) der Aufwendungen des Arbeitgebers.

Beispiel:
Monatsverdienst: 120,00 EUR
Abgaben (14,9 % v. 180 EUR): 17,88 EUR
Gesamtkosten: 138,88 EUR
Gesparte Einkommenssteuer (20 % v. 138,88 EUR): 27,78 EUR
Der Steuervorteil ist größer als die Summe der Abgaben des Arbeitgebers.

Konsequenzen einer illegalen Beschäftigung

Schwarzarbeit kann teuer werden. Arbeitgeber, die die Haushaltshilfe nicht bei der Minijob-Zentrale anmelden, handeln ordnungswidrig. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 5.000 EUR geahndet werden. Verunfallt die illegale Haushaltshilfe, was laut Statistik sehr häufig passiert, und muss der gesetzliche Unfallversicherungsträger für die Kosten aufkommen, kann er den Arbeitgeber für die damit verbundenen Kosten in Regress nehmen. Deshalb gilt: Nur wer meldet, kann sich schützen!

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