Der geldwerte Vorteil aus unentgeltlichen oder verbilligten Flügen muss vom Arbeitnehmer versteuert werden. Gewähren Luftfahrtunternehmen oder Reisebüros ihren Mitarbeitern verbilligte oder Freiflüge gelten besondere Bewertungsvorschriften. Diese wurden jetzt vom Bundesfinanzministerium aktualisiert.

Die unentgeltliche oder verbilligte Gewährung von Flügen an Mitarbeiter stellt im Regelfall steuer- und sozialversicherungspflichtigen Arbeitslohn dar. Gewähren Luftfahrtunternehmen ihren Mitarbeitern unentgeltlich oder verbilligt Flüge, die unter gleichen Beförderungsbedingungen auch betriebsfremden Fluggästen angeboten werden, ist der Wert der Flüge grundsätzlich mit dem Angebotspreis des Arbeitgebers unter Berücksichtigung des Rabattfreibetrags von 1.080 Euro im Jahr zu ermitteln (§ 8 Absatz 3 EStG).

Keine Anwendung des Rabattfreibetrags bei Durchschnittsbewertung

Bei Beschränkungen im Reservierungsstatus, pauschaler Lohnsteuererhebung oder bei Gewährung der Vorteile an Mitarbeiter anderer Firmen sind die Flüge mit dem üblichen Endpreis zu bewerten (§ 8 Absatz 2 EStG). Dabei können jedoch zur Vereinfachung (günstige) Durchschnittswerte je Flugkilometer angesetzt werden. 

Diese Möglichkeit zur Durchschnittsbewertung besteht als alternative Bewertungsmöglichkeit auch für die Gewährung regulärer Flüge an eigene Mitarbeiter. Der Rabattfreibetrag wird dann allerdings nicht mehr gewährt. 

Flugkilometerwerte für die Kalenderjahre 2019 bis 2021

Die Verwaltung hat nun die - unveränderten - Durchschnittswerte für die Jahre 2019 bis 2021 festgesetzt:

Bei einem Flug vonDurchschnittswerte im Euro je Flugkilometer (FKM)
bis zu 4.000 km0,04
4.001 bis bis 12.000 km0,04 - (0,01 x [(FKM - 4.000)/8000]
mehr als 12.000 km0,03

Durchschnittswerte: Ansatz mit 60 Prozent bei Beschränkungen im Reservierungsstatus

Die ungeminderten Werte gelten nur, wenn keine Beschränkungen im Reservierungsstatus der Flüge bestehen. Bei Beschränkungen im Reservierungsstatus mit dem Vermerk "space available" bzw. "SA" auf dem Flugschein beträgt der Wert je Flugkilometer nur 60 Prozent des Durchschnittswerts. 

Bei Beschränkungen im Reservierungsstatus ohne diesen Vermerk beträgt der Wert je Flugkilometer 80 Prozent des Durchschnittswerts. Der nach den Durchschnittswerten ermittelte Wert des Fluges ist in allen Fällen abschließend um 10 Prozent (bisher 15 Prozent) zu erhöhen.

Besondere Sachbezugswerte gelten auch für Reisebüros 

Bei Beschränkungen im Reservierungsstatus gelten die Durchschnittswerte auch für Flüge, die Mitarbeiter – etwa in der Touristikbranche – von ihrem Arbeitgeber erhalten, der kein Luftfahrtunternehmen ist. Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber (zum Beispiel Reisebüro) den Flug von einem Luftfahrtunternehmen erhalten hat. 

Flugkilometerwerte für die Kalenderjahre 2018 bis 2018

Für die Jahre 2016 bis 2018 gelten die Ländererlasse vom 10. September 2015, Bundessteuerblatt 2015 I Seite  735. Die einzige Abweichung ist der höhere Zuschlag zu den Durchschnittswerten.

Quelle: Gleichlautende Ländererlasse vom 16. Oktober 2018, u. a. Ministerium für Finanzen des Landes Baden-Württemberg 3 - S 233.4/172.

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