Einige Unwetter haben in vielen Regionen Deutschlands erhebliche Schäden hinterlassen. Aus diesem aktuellen Anlass gewährt die Finanzverwaltung in einigen Bundesländern steuerliche Vereinfachungen und Erleichterungen. Was nun bei der Lohnsteuer für Arbeitslohnspenden und Beihilfen an Betroffene gilt.

Unter anderem in Nordrhein-Westfalen und im Saarland haben in den vergangenen Wochen gleich mehrfach schwere Gewitter mit heftigen Regenfällen zahlreiche Regionen getroffen. Teilweise fielen Regenmengen von 100 Litern pro Quadratmeter. Das Ministerium der Finanzen Nordrhein-Westfalen und das Ministerium für Finanzen und Europa des Saarlands gewähren Steuererleichterungen aufgrund der Gewitterschäden.

Die Länder Nordrhein-Westfalen, Hessen und im Saarland gewähren Steuererleichterungen aufgrund der Gewitter- und Hoch­wasserschäden. Sie haben dazu den - bundesweit abgestimmten – sog. "Katastrophenerlass" in Kraft gesetzt, bei dem auch lohnsteuerliche Aspekte aufgegriffen werden. Es ist zu erwarten, dass andere Bundesländer aufgrund der auch dort auftretenden Wetterkapriolen nachziehen.

Vereinfachungen für Beihilfen und Unterstützungen 

Bei der Lohnsteuer gelten folgende Vereinfachungen:

  • Beihilfen und Unterstützungen des Arbeitgebers an betroffene Mitarbeiter/-innen sind bis zu einem Betrag von 600 EUR steuerfrei (nach § 3 Nr. 11 EStG; keine Prüfung der Voraussetzungen nach R 3.11 Abs. 2 LStR).
  • Der 600 EUR übersteigende Betrag gehört ebenfalls nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn, wenn unter Berücksichtigung der Einkommens- und Familienverhältnisse des Mitarbeiters oder der Mitarbeiterin ein besonderer Notfall vorliegt. Im Allgemeinen kann bei den durch Unwetter/Hochwasser betroffenen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von einem besonderen Notfall ausgegangen werden.
  • Ebenfalls steuerfrei sind Zinszuschüsse und Zinsvorteile bei Darlehen, die zur Beseitigung von Schäden durch die Unwetter aufgenommen worden sind. Das gilt für die gesamte Laufzeit des Darlehens. Voraussetzung ist allerdings, dass das Darlehen die Schadenshöhe nicht übersteigt.
  • Die steuerfreien Leistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen. Dabei ist auch zu dokumentieren, dass der die Leistung empfangende Mitarbeiter durch Unwetter/Hochwasser zu Schaden gekommen ist.

Verzicht auf Arbeitslohn 

Verzichten Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen auf die Auszahlung von Teilen des Arbeitslohns oder auf Teile eines angesammelten Wertguthabens auf einem Zeitwertkonto/Arbeitszeitkonto

  • zugunsten einer Beihilfe/Unterstützungsleistung des Arbeitgebers an von Unwetter/Hochwasser betroffene Mitarbeiter des Unternehmens oder
  • zugunsten einer Zahlung des Arbeitgebers auf ein Spendenkonto einer hierzu empfangsberechtigten Organisation

bleiben diese Lohnteile bei der Feststellung des steuerpflichtigen Arbeitslohns außer Ansatz, wenn der Arbeitgeber die Verwendungsauflage erfüllt und dies dokumentiert.

Dokumentation der Arbeitslohnspende für Unwetteropfer

Der außer Ansatz bleibende Arbeitslohn ist im Lohnkonto aufzuzeichnen. Hiervon kann allerdings abgesehen werden, wenn stattdessen der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin den Verzicht schriftlich erklärt hat und diese Erklärung zum Lohnkonto genommen worden ist. Der außer Ansatz bleibende Arbeitslohn ist nicht in der Lohnsteuerbescheinigung anzugeben. Die steuerfrei belassenen Lohnanteile dürfen aber bei der Einkommensteuererklärung nicht als Spende berücksichtigt werden.

Schlagworte zum Thema:  Entgelt, Spende, Beihilfe