Neuer Mindestlohn im Baugewerbe

Gewerbliche Arbeitnehmer in Baubetrieben haben Anspruch auf einen Mindestlohn, der über dem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn liegt. Dieser Mindestlohn für die Baubranche wurde zum 1. April 2020 angehoben.

Bereits seit 1997 gibt es im Baugewerbe eigene Mindestlöhne. Sie gehen auf das Arbeitnehmer-Entsendegesetz von 1996 zurück und sind seitdem immer wieder erhöht worden. Mit der Einführung eines eigenen Baumindestlohns wollte man damals die heimischen Bauarbeiter vor aus dem Ausland entsandten Billigarbeitskräften schützen und die deutsche Baubranche vor ausländischen Konkurrenten, die mit Niedriglöhnen die Preise kaputt machen. Da der Bau-Mindestlohn von der Bundesregierung für allgemeinverbindlich erklärt wurde, gilt er auch für nicht tarifgebundene Unternehmen und für aus dem Ausland entsandte Arbeiter.

Bau-Mindestlohn: Erhöhung von April bis Ende Dezember 2020

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die beiden Arbeitgeberverbände der Bau-Branche haben sich im Januar 2020 auf eine Erhöhung des Bau-Mindestlohns geeinigt. Die Lohnuntergrenze für Hilfsarbeiter wurde zum 1. April 2020 angehoben, genauso der Fachkräfte-Mindestlohn in Westdeutschland und Berlin. Diese tarifliche Regelung hat eine Laufzeit bis Ende dieses Jahres.

Unterschiedliche Regelungen in Ost und West

Die Steigerung in der Lohngruppe 1 (Hilfsarbeiter) liegt bei 20 Cent; der Mindestlohn klettert zum 1. April 2020 von bisher 12,20 Euro auf 12,55 Euro pro Stunde in Ost- und Westdeutschland. Für Facharbeiter (Lohngruppe 2) wird die Untergrenze in Westdeutschland von bisher 15,20 Euro auf 15,40 Euro pro Stunde angehoben, in Berlin auf 15,25 Euro von bisher 15,05 Euro.

Den Mindestlohn für Facharbeiter (Lohngruppe 2) gibt es derzeit in den ostdeutschen Flächenländern nicht. Während die Gewerkschaften sich in der letzten Tarifrunde dafür einsetzten, den Fachkräfte-Mindestlohn bundesweit einzuführen, verlangten die Arbeitgeber eine einheitliche Regelung, die darauf hinausgelaufen wäre, die Lohngruppe 2 auch im Westen abzuschaffen. Eine Einigung über diesen Streitpunkt kam nicht zustande.

Von den neuen Mindestlöhnen profitieren mehr als 200.000 der rund 820.000 Bau-Beschäftigten.


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