Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Die Einführung einer elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist beschlossene Sache. Anstatt des "gelben Scheins" soll die Krankmeldung künftig digital übermittelt werden. Der Bundesrat hat am 8. November 2019 dem dritten Gesetz zur Bürokratieentlastung zugestimmt.

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf gelbem Papier hat bald ausgedient. Künftig soll ein elektronisches Meldeverfahren die Papierform ersetzen. Dies ist einer der Punkte des Bürokratieentlastungsgesetz III, das der Bundestag am 18. September 2019 beschlossen hat. Das Gesetz sieht darüber hinaus weitere Erleichterungen insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen vor.  

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: Digital ersetzt Papier

Zurzeit wird der Arbeitgeber noch über die ärztliche Krankschreibung des Arbeitnehmers informiert, indem dieser die typische gelbe Bescheinigung vorlegt oder per Post schickt. Dafür werden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen noch immer in Papierform erstellt und bearbeitet. Diese längst nicht mehr zeitgemäße Lösung soll sich künftig ändern. Entlastung für Unternehmen und Mitarbeiter soll die Einführung einer elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bringen. Arbeitgeber werden damit ab dem 1. Januar 2022 eingebunden in das bereits beschlossene elektronische Verfahren zur Übermittlung von Arbeitsunfähigkeitsdaten durch die Ärzte an die Krankenkassen.

Digitale Übermittlung durch die Krankenkassen

Künftig soll der Arbeitgeber somit digital über Beginn und Dauer der Arbeitsunfähigkeit seines gesetzlich versicherten Arbeitnehmers informiert werden, ebenso darüber, wann die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall ausläuft. Die Krankenversicherung, die ohnehin die Daten durch den Arzt erhält, soll dazu eine elektronische Meldung erstellen, die der Arbeitgeber abrufen kann.

Krankmeldung: Vorlagepflicht entfällt, Meldepflicht bleibt

Der Arbeitnehmer ist grundsätzlich ab dem dritten Tag seiner Arbeitsunfähigkeit verpflichtet, dem Arbeitgeber eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen. Der Arbeitgeber darf sogar am ersten Tag ein Attest fordern. Immer wieder kommt es in der Praxis zu Auseinandersetzungen darüber, ob die AU-Bescheinigung pünktlich vorgelegt wurde. Diese Pflicht des Arbeitnehmers zur Vorlage entfällt künftig.

Was allerdings - zumindest vorerst -  bleibt, ist ein gelber Zettel, den der Arbeitnehmer vom Arzt erhält: eine Papierbescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit als gesetzlich vorgesehenes Beweismittel. Außerdem hat der Arbeitnehmer weiterhin die Pflicht, dem Arbeitgeber seine Arbeitsunfähigkeit zu melden und diese ärztlich feststellen zu lassen. 

Weniger Bürokratie und weniger Konflikte zur Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Abgesehen vom bürokratischen Aufwand, den die manuelle Bearbeitung und Übermittlung papiergebunder Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen erfordert, können Konflikte zur Frage, ob die AU-Bescheinigung rechtzeitig vorlag, durch die Einführung einer elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zukünftig vermieden werden.


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Schlagworte zum Thema:  Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, Gesetz