Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Weniger Bürokratie durch die Digitalisierung: Der Gesetzentwurf zur Bürokratieentlastung, der am 18. September 2019 vom Kabinett beschlossen wurde, sieht unter anderem die Einführung einer elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vor. Anstatt des "gelben Scheins" soll die Krankmeldung künftig digital übermittelt werden.

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf gelbem Papier hat bald ausgedient. Nach den Plänen von Wirtschaftsminister Peter Altmaier soll ein elektronisches Meldeverfahren die Papierform ersetzen. Dies ist einer der Punkte des Gesetzentwurfs zum Bürokratieentlastungsgesetz III, den das Bundeswirtschaftsministerium vorgelegt hat und den das Kabinett am 18. September 2019 beschlossen hat. Darüber hinaus sind weitere Erleichterungen insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen vorgesehen.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: Digital ersetzt Papier

Zurzeit wird der Arbeitgeber noch über die ärztliche Krankschreibung des Arbeitnehmers informiert, indem dieser die typische gelbe Bescheinigung vorlegt oder per Post schickt. Dafür werden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen noch immer in Papierform erstellt und bearbeitet. Diese längst nicht mehr zeitgemäße Lösung soll sich bald ändern. Entlastung für Unternehmen und Mitarbeiter soll die Einführung einer elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bringen.

Digitale Übermittlung durch die Krankenkassen

Künftig soll der Arbeitgeber digital über Beginn und Dauer der Arbeitsunfähigkeit seines gesetzlich versicherten Arbeitnehmers sowie über den Zeitpunkt des Auslaufens der Entgeltfortzahlung informiert werden. Die Krankenversicherung, die ohnehin die Daten erhält, soll dazu eine elektronische Meldung erstellen, die der Arbeitgeber abrufen kann.

Weniger Bürokratie und weniger Konflikte zur Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Der Arbeitnehmer ist grundsätzlich ab dem dritten Tag seiner Arbeitsunfähigkeit verpflichtet, dem Arbeitgeber eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen. Der Arbeitgeber darf sogar am ersten Tag ein Attest fordern. Immer wieder kommt es in der Praxis zu Auseinandersetzungen darüber, ob die AU-Bescheinigung pünktlich vorgelegt wurde.

Ganz abgesehen vom bürokratischen Aufwand, den die manuelle Bearbeitung und Übermittlung papiergebunder Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen erfordert, können Konflikte zur Frage, ob die AU-Bescheinigung rechtzeitig vorlag, durch die Einführung einer elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zukünftig vermieden werden.


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