Kindergeld / 3.4.2 Beginn und Ende der Kindergeldzahlung, der Kindergeldantrag

Das Kindergeld wird vom Beginn des Monats an gewährt, in dem die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Es wird gezahlt bis zum Ende des Monats, in dem die Anspruchsvoraussetzungen wegfallen (§ 66 Abs. 2 EStG). Kindergeld wird also für jeden Monat, in dem wenigstens an einem Tag die Anspruchsvoraussetzungen vorgelegen haben, gewährt.

 
Praxis-Beispiel

Für ein am 31.1. geborenes Kind wird ab 1.1. Kindergeld gezahlt.

Für ein Kind, das am 15. eines Monats die Ausbildung beendet, besteht Anspruch auf Kindergeld für den gesamten Monat.

Antragserfordernis

Das Kindergeld ist schriftlich zu beantragen (§ 67 Abs. 1 EStG). Der Antrag muss vom Antragsteller eigenhändig unterschrieben sein. Eine bloß mündliche Antragstellung genügt nicht.

Der Antrag kann außer vom Kindergeldberechtigten von jedem gestellt werden, der ein "berechtigtes Interesse" an der Kindergeldzahlung hat, z. B. auch vom leistenden Sozialamt.

Rückwirkend wird das Kindergeld – seit 1.1.2018 – nur für die letzten 6 Monate vor Beginn des Monats gezahlt, in dem der Antrag auf Kindergeld eingegangen ist (§ 66 Abs. 3 EStG.

 
Praxis-Beispiel

Für ein am 25.3.2018 geborenes Kind wird am 28.11.2018 Kindergeld beantragt.

Das Kindergeld ist rückwirkend ab 1.5.2018 – für 6 Monate vor dem Monat der Antragstellung – zu zahlen. Für die Monate März bis April 2018 kann Kindergeld aufgrund der zum 1.1.2018 in Kraft getretenen gesetzlichen Neuregelung nicht beansprucht werden.

Die gesetzliche Beschränkung der Kindergeldzahlung auf die letzten 6 Monate vor Antragstellung bezieht sich nur auf das Auszahlungsverfahren für Kindergeldanträge, die bei der Familienkasse nach dem 31.12.2017 eingehen. Auch wenn ein längerer Kindergeldanspruch über die 6 Monate rückwirkend hinaus besteht und beschieden wird (Festsetzungsverfahren), so werden nur die letzten 6 Monate ausgezahlt.

Bis zum 31.12.2017 konnte Kindergeld rückwirkend im Rahmen der gesetzlichen Verjährungsfristen geltend gemacht werden. Der Anspruch auf Kindergeld verjährt 4 Jahre nach dem Jahr der Entstehung (§§ 169ff. AO).

 
Praxis-Beispiel

Für ein am 25.3.2011 geborenes Kind wurde am 28.9.2015 Kindergeld beantragt.

Das Kindergeld war rückwirkend ab 1.3.2011, dem Geburtsmonat, zu zahlen.

Mit Wirkung ab dem 1.1.2016 wurde hinsichtlich des Kindergeldes ein verbindliches Identifikationsnummern- (IdNr)-Kontrollverfahren eingeführt. Anspruchsvoraussetzung für den Kindergeldbezug ist dann die Vorlage der an den Anspruchsberechtigten sowie an das Kind vergebenen steuerlichen Identifikationsnummern. Die Familienkasse ist verpflichtet, fehlende IdNr bei den Berechtigten anzufordern. Für Bestandsfälle wird das Bundeszentralamt für Steuern den Familienkassen ein maschinelles Anfrageverfahren (MAV) zur Verfügung stellen, bei dem die Familienkassen über eine elektronischen Zugang (BZStOnlinePortal – BOP) einen Anfragedatensatz übermitteln. Ist ein Kind nicht nach dem EStG steuerpflichtig und wurde aus diesem Grund keine IdNr vergeben, muss das Kind in anderer geeigneter Weise identifiziert werden.

Das IdNr-Kontrollverfahren soll ungerechtfertigte Kindergeldzahlungen verhindern.

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