In Bremen müssen Leichen künftig zusätzlich durch Rechtsmediziner freigegeben werden. Bild: Corbis

Zusätzlich zur Todesfeststellung durch Krankenhausärzte oder niedergelassene Ärzte muss jede Leiche in Bremen künftig einer qualifizierten Leichenschau unterzogen werden. Durch das neue Gesetz soll die Qualität der Leichenschau verbessert und die Gewissheit erhöht werden.

Als erstes Bundesland hat Bremen zum 1.8.2017 die qualifizierte Leichenschau bei jeder verstorbenen Person eingeführt. Bisher haben Krankenhausärzte oder niedergelassene Ärzte den Tod eines Menschen alleine festgestellt und bescheinigt. Durch das neue Gesetz werden die Toten zusätzlich durch einen speziell ausgebildeten Leichenschauarzt untersucht. Dabei handelt es sich grundsätzlich um Ärzte des Instituts der Rechtsmedizin. Allerdings sollen auch andere Ärzte zur qualifizierten Leichenschau mit entsprechender Qualifikation legitimiert werden können. Die Anforderungen an diese Qualifikation sind noch in Abstimmung. Bisher müssen die Rechtsmediziner Krankenhäuser und Bestatter in ganz Bremen aufsuchen, um Leichen freizugeben. Hintergrund des Gesetzes ist, den Angehörigen von Verstorbenen mehr Gewissheit zu geben und die Qualität der Leichenschau zu verbessern. Ein weiterer Anlass für das neue Gesetz könnte auch die Mordserie des Ex-Pflegers Niels H. am Klinikum Delmenhorst gewesen sein.

Schlagworte zum Thema:  Krankenhaus, Ärzte

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