28.07.2016 | Tarifrunde 2016

Deutsches Rotes Kreuz und verdi einigen sich auf neuen Tarifvertrag

Mehr Geld und mehr Urlaub für Beschäftigte beim Deutschen Roten Kreuz
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Beschäftigten beim Deutschen Roten Kreuz erhalten künftig mehr Gehalt. Außerdem gibt es mehr Urlaubstage und die Wochenarbeitszeit wird gesenkt.  

Beschäftigte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bekommen mehr Geld. Arbeitgeber und Arbeitnehmer einigten sich am Mittwoch in Stuttgart auf einen neuen Tarifvertrag, der binnen zwei Jahren ein Gehaltsplus von zunächst 2,4 Prozent und in einem weiteren Schritt 2,35 Prozent vorsieht. Die Maximalarbeitszeit von Rettungskräften wird bis 2019 von 48 auf 45 Stunden pro Woche reduziert. Der Vertrag betrifft etwa 50 000 Beschäftigte und damit circa ein Drittel aller DRK-Beschäftigten - sie arbeiten vor allem im Südwesten Deutschlands.

Arbeitgeber haben sich bei Entgelt durchgesetzt

Ein Verdi-Sprecher nannte die Einigung «akzeptabel». Ein DRK-Sprecher sagte, die Tarifparteien seien «bis an die Schmerzgrenzen des Vertretbaren gegangen». Bei der Bezahlung hat sich die Arbeitgeberseite durchgesetzt: Ihr letztes Angebot wurde übernommen, zumal der Zeitraum April bis Juli als sogenannte «Nullmonate» mit keiner rückwirkenden Entgeltsteigerung bedacht werden. Verdi hatte ursprünglich ein Plus von sechs Prozent in einem Jahr gefordert.

Senkung der Arbeitszeit und Regelung der Umkleidezeiten

Bei Regeln für bessere Arbeitsbedingungen ist hingegen die Verdi-Handschrift erkennbar. So wird nicht nur die Maximalarbeitszeit von Rettungskräften gesenkt, sondern dem DRK-Personal wird nun vertraglich Zeit zum Umziehen eingeräumt - pro Schicht 12 Minuten. Diese Umkleide- und Übergabezeit war laut Verdi bisher nicht vertraglich vereinbart.

Mehr Urlaubstage

Zudem wird der Urlaub von 26 Tagen auf 28 Tage pro Jahr angehoben. Ist ein Arbeitnehmer mehr als zehn Jahre in DRK-Reihen tätig, sind es 29 Tage.

Erklärungsfrist bis Mitte September

Gremien beider Seiten sollen bis Mitte September zustimmen, damit der Vertrag gültig wird.

Tarifabschluss gilt vor allem im Südwesten

Das DRK ist mit einem Bundesverband, 19 Landesverbänden und etwa 500 Einrichtungen auf kommunaler Ebene föderal strukturiert, daher gilt der Tarifvertrag nicht einheitlich für alle Beschäftigte. Für das DRK arbeiten neben Rettungskräften auch Sozialarbeiter, Altenpfleger, Krankenpfleger, Erzieher und andere Fachkräfte. Vor allem in Baden-Württemberg, in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen halten sich viele DRK-Einrichtungen an den zentral vorgegebenen Tarifabschluss. Andere Verbände wie etwa Bayern machen einen eigenen Vertrag. In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Ostdeutschland ist die Bindung an den zentral vorgegebenen Tarifvertrag hingegen gering. In Baden-Württemberg gilt der Tarifvertrag für knapp 10 000 Mitarbeiter.

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Schlagworte zum Thema:  Tarifabschluss, Tarifvertrag , Rettungsdienst

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