Thüringer Lehrerverband fordert Verbeamtung und Neueinstellung von Lehrern
Der Thüringer Lehrerverband hat eine Woche vor Schuljahresbeginn das Bildungsministerium zu einer konstruktiven Zusammenarbeit aufgefordert. «Bildungspolitik wird in Thüringen hinter verschlossenen Türen, über die Köpfe von Lehrpersonen hinweg und ohne Bezug zur alltäglichen Realität gemacht», kritisierte der Vorsitzende Rolf Busch im Donnerstag in Erfurt. Es sei Zeit zu handeln und zu einem von Bildungsministerin Heike Klaubert (Linke) bei Amtsantritt angekündigten konstruktiven Dialog zu kommen. Es gebe derzeit viele Herausforderungen, aber keine ausreichenden Lösungen des Ministeriums, um die Unzufriedenheit bei Lehrern, Schülern und Eltern beenden zu können.
Lehrerverband: 2000 Stellen fehlen
Die bereits von der Vorgängerregierung beschlossenen 500 Neueinstellungen von Lehrern pro Jahr könnten nicht einmal die Altersabgänge abdecken, erklärte Busch. Allein 393 Lehrer gingen demnächst in Rente. Es gebe 800 Langzeit-Kranke, 1115 Lehrer arbeiteten Teilzeit, 400 Pädagogen seien in andere Ämter abgeordnet.
Nach Meinung des Verbandes fehlen somit mehr als 2000 Stellen. Laut Ministerium seien momentan 477 Lehrerstellen neu besetzt. Das reiche aber bei weitem nicht aus, zumal für manche Schule der dringend benötigte Chemie- oder Physiklehrer nicht dabei sei.
Sollen Lehrer in Thüringen wieder Beamte werden können?
Um jungen Lehrern wieder eine Perspektive zu geben und sie im Freistaat zu halten,
müsse Thüringen endlich wieder verbeamten, forderte Busch. Der Freistaat gehöre zu den Ländern, in denen Lehrer nicht verbeamtet würden. Dies sei schlichtweg verantwortungslos, da so gute Kräfte abwanderten oder sich gar nicht erst bewerben würden. Nach Angaben von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) will die rot-rot-grüne Regierung im zweiten Halbjahr über die Verbeamtung im öffentlichen Dienst generell entscheiden. Beim Thema Lehrer gibt es aber unterschiedliche Auffassungen: Die SPD ist dafür, die Grünen sind skeptisch.
Lehrerverband fordert Beförderungen und Höhergruppierungen
Der Lehrerverband - er vertritt nach eigenen Angaben etwa 3000 von derzeit knapp 17 000 Lehrern - fordert zudem, alle noch ausstehenden Beförderungen und Höhergruppierungen zügig umzusetzen und offene Schulleiterstellen zu besetzen. Es gebe zu wenig Weiterbildungen für Quereinsteiger und Lehrer, die mit Flüchtlingskindern arbeiteten.
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