Kritik an Warnstreiks für Berliner Kliniken

Die Gewerkschaft ver.di rief am 7. Juli 2021 in den großen kommunalen Krankenhäusern Berlins, der Charité und Vivantes, zu Warnstreiks auf. Dies wider bessern Wissens, denn die Forderungen könnten aus satzungsrechtlichen Gründen gar nicht erfüllt werden, kritisiert die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) scharf. 

Mit den Warnstreiks möchte ver.di die beiden Häuser zu Tarifverhandlungen zwingen, um Regelungen zur Personalbemessung bzw. zur Entlastung in beiden Unternehmen zu erreichen. ver.di ist bekannt, dass diese Forderungen aus satzungsrechtlichen Gründen nicht erfüllt werden können. Denn die Verhandlungskompetenz liegt ausschließlich bei der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), dem Spitzenverband der kommunalen Arbeitgeberverbände in den Bundesländern (KAV) und der Tarifvertragspartei des TVöD. Dass ver.di wider besseres Wissen zu Warnstreiks aufruft, verurteilt die VKA aufs Schärfste.

ver.di ignoriert Verhandlungskompetenz 

Dazu Niklas Benrath, Hauptgeschäftsführer der VKA: „Seit 1949 ist die VKA auf Bundesebene für das Führen von Tarifverhandlungen zuständig. Dieses Mandat der VKA betrifft alle tarifvertraglichen Regelungen für die Beschäftigten der kommunalen Krankenhäuser; auch etwaige Tarifverträge im Zusammenhang mit Regelungen zur Personalbemessung. Weder die betroffenen Häuser selbst noch der KAV Berlin können auf dieser Grundlage Tarifverhandlungen zur Personalbemessung bzw. zur Entlastung führen. ver.di ist dies sehr wohl bekannt. Durch den Aufruf zum Warnstreik will ver.di das Unmögliche durchsetzen und ignoriert dabei wissentlich die innerverbandlichen Regelungen und Beschlüsse ihres Sozialpartners.“

Vorwurf der "Rosinenpickerei"

Zugleich ruft ver.di zu Warnstreiks auf, um für die Beschäftigten der Vivantes-Tochtergesellschaften und der Labor Berlin GmbH eine Bezahlung nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) zu erreichen.

Hierzu Benrath: „Diese Art der Rosinenpickerei, wonach ver.di sich anscheinend nach Lust und Laune aussucht, wo eine Mitgliedschaft im kommunalen Arbeitgeberverband und die Tarifbindung an die Tarifverträge der VKA passt, ist absolut inakzeptabel. Es ist nicht nachvollziehbar, dass ver.di die Mitgliedschaft von Charité und Vivantes im KAV Berlin und die damit einhergehenden Zuständigkeiten der VKA auf der einen Seite komplett ignoriert, auf der anderen Seite aber akzeptiert, indem für Beschäftigte eine Bezahlung nach dem von der VKA abgeschlossenen TVöD gefordert wird.

Sozialpartnerschaftliche Wertschätzung fehlt

Dem Ganzen setzt ver.di nun mit der Streikankündigung die Krone auf. Das zeugt weder von sozialpartnerschaftlicher Wertschätzung noch von der ehrlichen Absicht, eine Lösung herbeizuführen. Auf die VKA ist ver.di noch nie zu diesem Thema zugegangen. Ich fordere ver.di auf, die Arbeitskampfmaßnahmen zu unterlassen!“

VKA
Schlagworte zum Thema:  Streik, Krankenhaus, Tarifverhandlung