Frankfurter Innenstadtlagen sind begehrt: Jetzt will die Stadt angestammte Mieter vor Verdrängung schützen Bild: Corbis

Frankfurt am Main will angestammte Mieter in begehrten Vierteln vor Luxussanierungen schützen. "Milieuschutz"-Verordnungen für Bockenheim und das Westend wurden jetzt erlassen. Für Bornheim und Sachsenhausen sollen entsprechende Auflagen noch beschlossen werden, wie das Planungsdezernat mitteilt. Der Mieterbund begrüßt die Pläne. Der Eigentümerverband Haus & Grund sieht die Auflagen wiederum als massiven Eingriff in den Markt.

Ziel von Satzungen zum Milieuschutz ist es, dass die Mieten für mittlere und untere Einkommensgruppen erschwinglich bleiben. So soll eine Aufwertung des Wohnraums durch hochpreisige Modernisierung verhindert werden.

Generell müssen alle wesentlichen baulichen Veränderungen in den Milieuschutz-Zonen von der Stadt genehmigt werden. Dazu gehört auch der Einbau von Bädern und Saunen (soweit die Fläche acht Quadratmeter überschreitet), Balkonen und Wintergärten oder das Zusammenlegen von Wohnungen in größere Einheiten und der Ausbau einer Wohnung (auch Dachgeschossausbau), wenn sie dadurch größer als 130 Quadratmeter wird.

Milieusatzungen haben auch Berlin oder München Milieusatzungen erlassen, um gegen die so genannte "Gentrifizierung" vorzugehen.

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Schlagworte zum Thema:  Stadtentwicklung, Politik

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