Krise bei Gewerbeimmobilien: Bundesbank-Chef ist alarmiert
Die Krise am Markt für Gewerbeimmobilien lässt die Bundesbank aufhorchen. Das Thema müsse man in den kommenden Monaten "ganz aufmerksam im Blick behalten", sagte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel am 29. Februar am Rande eines Treffens der G20-Finanzminister und Notenbank-Gouverneure in São Paulo (Brasilien). Bei der Entwicklung einzelner Märkte wie der Gewerbeimmobilien dürfe man das Thema Finanzstabilität nicht aus dem Blick verlieren.
Bundesbank: Risiken beherrschbar machen
Aus Sicht der Notenbank sei natürlich wichtig, wie der Finanzsektor und die Banken in diesem Zusammenhang aufgestellt seien. "Und da zeigt sich schon, dass das, was wir in den vergangenen zehn Jahren an Maßnahmen ergriffen haben, jetzt durchaus seine Wirkung auch zeigt", so Nagel. Die Banken seien besser kapitalisiert und liquiditätsseitig stärker aufgestellt. Das helfe, Risiken beherrschbar zu halten.
Zuletzt gerieten Gewerbeobjekte in der Immobilienkrise immer stärker unter Druck – vor allem Büros, die unter dem Trend zum Homeoffice leiden und zunehmend die Bilanzen von Banken belasten.
EZB: Kommen höhere Kapitalanforderungen?
Laut Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) gab es im vierten Quartal 2023 den größten jemals gemessenen Preisrückgang bei Gewerbeimmobilien. Unter den Banken in der EU sind die Institute aus Deutschland und Frankreich besonders stark bei Gewerbeimmobilien engagiert.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Banken mit problematischen Gewerbeimmobilien-Krediten laut Insidern mit höheren Kapitalanforderungen gedroht.
US-Immobilienkrise belastet Aareal Bank
Die Probleme auf dem US-Immobilienmarkt zwingen etwa jetzt schon die Aareal Bank zu deutlichen höheren Rücklagen für mögliche Kreditausfälle.
Die Risikovorsorge ging innerhalb Jahresfrist von 192 Millionen Euro auf 441 Millionen Euro hoch, wie der Finanzierer von Gewerbeimmobilien am 29.2.2024 auf Basis der vorläufigen Bilanz für 2023 mitteilte. Mit Bewertungsanpassungen im Ergebnis aus Finanzinstrumenten betrug die Risikovorsorge im Jahr 2023 nach Angaben des Instituts 510 Millionen Euro, wovon 360 Millionen Euro auf US-Büroimmobilien entfielen. Weil mit dem Homeoffice-Trend weniger Büroflächen gebraucht werden, steht der Markt in vielen Ländern unter Druck. Besonders betroffen sind die USA.
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