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Sachspenden aus dem Betriebsvermögen kosten Umsatzsteuer

Gebrauchte Computer eignen sich gut als Sachspende. Für die Spendenbescheinigung muss aber die Umsatzsteuer richtig berechnet werden.
Bild: Haufe Online Redaktion

Unternehmen können auch mit Sachspenden Gutes tun. Aber damit der Fiskus solche Zuwendungen steuerlich anerkennt, müssen einige Regeln beachtet werden. Im Fokus dabei: die Umsatzsteuer.

Sachspenden können wie normale Spenden steuerlich nur dann geltend gemacht werden, wenn der Spender eine Spendenbescheinigung erhält. Sie muss nicht nur genaue Angaben enthalten, welchen Gegenstand er zugewendet hat, sondern auch weitere Daten wie Alter, Zustand und historischer Kaufpreis.

Entnahme aus dem Betriebsvermögen

Unternehmer und Freiberufler können auch Gegenstände aus ihrem Betriebsvermögen spenden, zum Beispiel. einen Computer. Der Gegenstand muss dabei aus dem Betriebsvermögen entnommen werden. Die Entnahme erfolgt meistens zum Teilwert (tatsächlicher Wert). Aber wahlweise kann auch der Buchwert angesetzt werden, wenn das Wirtschaftsgut unmittelbar nach der Entnahme für steuerbegünstigte Zwecke gespendet wird (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 4 und 5 EStG).

Ist das Wirtschaftsgut abgeschrieben, beträgt der Wert der Entnahme ein Euro, wenn ein Erinnerungswert in dieser Höhe ausgewiesen ist. Ist kein Erinnerungswert ausgewiesen, beträgt der Wert der Entnahme null Euro. Die Entnahme unterliegt allerdings der Umsatzsteuer. Bemessungsrundlage sind die Wiederbeschaffungskosten im Zeitpunkt der Entnahme (§ 10 Abs. 4 UStG). Das heißt, es ist der Betrag anzusetzen, den der Unternehmer bei einem Verkauf zum Zeitpunkt der Entnahme erzielen könnte.

Praxisbeispiel: So wird die Umsatzsteuer richtig berechnet

Ein Unternehmer spendet einen Computer an eine begünstigte Einrichtung. Der Computer ist bis auf einen Erinnerungswert von einem Euro abgeschrieben. Der abgeschriebene Computer hat aber noch einen Wert von 100 Euro. Da er den Computer unmittelbar nach der Entnahme spendet, setzt er den Buchwert von einem Euro als Entnahmewert an. Bei der Berechnung der Umsatzsteuer wird aber der Verkaufswert zum Zeitpunkt der Entnahme hinzugezogen, also 100 Euro mal 19 Prozent= 19 Euro. Die Spende ist dann mit dem Entnahmewert zuzüglich der bei der Entnahme angefallenen Umsatzsteuer anzusetzen (R 10b.1 Abs. 1 Satz 4 EStR). Das heißt: Im Beispielsfall darf die Spendenbescheinigung auf einen Betrag von maximal 1 Euro plus 19 Euro = 20 Euro ausgestellt werden.

Praxis-Tipp: Unternehmer, die Sachwerte aus dem Betriebsvermögen spenden, müssen also auf jeden Fall die Umsatzsteuer berücksichtigen, wenn das Wirtschaftsgut ursprünglich mit Vorsteuerabzug erworben wurde. Bei einer Entnahme zum Buchwert darf die Spende den Entnahmewert (zuzüglich der angefallenen Umsatzsteuer) nicht überschreiten. Nur dieser Wert darf bei den Sonderausgaben geltend gemacht werden. Ob eine Sachspende überhaupt sinnvoll ist, muss man im jeweiligen Einzelfall entscheiden.

Anders ist es bei Sachspenden aus dem Privatvermögen: Hier ist immer der Marktwert des gespendeten Wirtschaftsguts für die Spendenbescheinigung maßgebend (§ 10b Abs. 3 Satz 3 EStG). Es fällt keine Umsatzsteuer an. Die Verwendung der Sachwerte ist nicht zu versteuern. Ausnahme: Es handelt sich um ein Spekulationsgeschäft gem. § 23 EStG oder um den Verkauf einer Beteiligung im Sinne des § 17 EStG.

Schlagworte zum Thema:  Spendenbescheinigung, Sachspende, Spende, Umsatzsteuer

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