Speziell kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) aus fast allen Branchen nutzen Leasing immer stärker als Finanzierungsalternative zu klassischen Krediten. Dabei dominiert das Fahrzeugleasing, aber zunehmend werden auch andere Investitionsgüter, wie Maschinen oder IT-Systeme mit Leasing angeschafft und finanziert. Insgesamt wurden 2017 Investitionen von fast 60 Mrd. EUR per Leasing finanziert, so das Ergebnis einer aktuellen KfW-Studie.

Praxis-Tipp: Prüfen Sie Leasing als Finanzierungsalternative

Die Zahlen der KfW-Studie sprechen eine eindeutige Sprache und auch praktische Erfahrungen zeigen: Leasing liegt im Trend und immer mehr Firmen nutzen es für Investitionen und als Alternative zu Bankkrediten. Wer sich mit dem Gedanken an eine Leasingfinanzierung trägt, sollte die Vor- und Nachteile abwägen und z.B. mit einem kleinen Vorhaben zu testen beginnen. Am Markt gibt es viele Anbieter; auch die (Haus-)Banken haben oft eigene Leasingableger, die man für seine Zwecke testen kann.

Digitalisierung als einer der Treiber von Leasing

Die Bedeutung von Leasing dürfte laut KfW künftig weiter zunehmen. Ein Treiber sei die Digitalisierung, die v.a. das IT-Geschäft mobilisieren könnte. Digitalisierungsprojekte umfassen heute kaum Investitionen in Sachanlagen; der Schwerpunkt liegt im Bereich Software und Schulungen, was klassische Kreditfinanzierung erschwere. Genau diese Lücke kann Leasing schließen. Eine Studie von KfW-ZEW aus dem Jahr 2016 zeigt, dass zu diesem Zeitpunkt schon 27 % der KMU „Digital-Leasing“ nutzten. Auch Leasing an sich werde immer digitaler. Beispielsweise lässt sich durch vermehrten Einsatz von Sensoren der Verschleiß eines Wirtschaftsguts genauer bestimmen, was z.B. neue Service- und Abrechnungsmodelle für Kunden ermögliche.

Auch Änderungen in der Umweltpolitik können Treiber v.a. beim Fahrzeugleasing sein. Wenn die Unsicherheiten bezüglich möglicher Dieselfahrverbote anhalten, bieten sich speziell reine Laufzeitverträge mit kurzen Laufzeiten an, um sich vor hohen Wertverlusten zu schützen.

Vor- und Nachteile von Leasing

Unternehmen, die Leasing als Finanzierungsform oder -alternative erwägen, sollten die wichtigsten Vor- und Nachteile kennen.

Zu den Vorteilen zählen u.a:

  • Gleichbleibende, gut planbare Leasingraten,
  • Schonung der Liquidität und Kreditlinien bei Banken,
  • i.d.R. kein Anlagevermögen, was sich positiv auf z.B. Kapitalquoten oder Bilanzsumme auswirkt,
  • Investitionen finanzieren sich oft über die Erträge des Leasing-Objekts,
  • fast immer sind Paketleistungen mit Services wie Reparatur oder Versicherung möglich,
  • Leasingraten sind vollständig als Kosten ansetzbar,
  • schnelle Anpassung an technischen Fortschritt, da man sich bei Verträgen mit kurzen Laufzeiten immer das neueste Wirtschaftsgut über den Leasingpartner beschaffen kann (z.B. bei Dieselfahrverboten oder IT mit kurzen Lebenszyklen besonders wichtig),
  • einfacher und meist schnellerer Genehmigungsprozess als bei Bankkrediten.

Nachteilig kann sich i.W. auswirken:

  • Meist keine vorzeitige Vertragskündigung möglich,
  • höhere Kosten als bei Krediten oder Eigenfinanzierung (Faustregel: ca. 20-40 %),
  • Schonung der Liquidität im Kern nur ggü. selbst finanziertem Barkauf ohne Kredit,
  • nach Ablauf des Vertrages oft kein Eigentum bzw. weitere Kosten für Erwerb,
  • häufig Streit bei Rückgabe über „angemessene“ Abnutzung; oft hohe Nachzahlungsforderungen.

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