Finanzierung

Leasing bei Investitionen hat sich als Finanzierungsinstrument etabliert

Speziell kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) aus fast allen Branchen nutzen Leasing immer stärker als Finanzierungsalternative zu klassischen Krediten. Dabei dominiert nach wie vor das Fahrzeugleasing, aber zunehmend werden auch andere Investitionsgüter, wie Maschinen oder IT-Systeme mit Leasing angeschafft und bezahlt. 

Kollegen schreibt mit Stift auf dem Tablet

Insgesamt wurden 2024 Investitionen von rund 61 Mrd. EUR per Leasing finanziert, so das Ergebnis einer aktuellen KfW-Studie . Gegenüber den Vorjahren - die Studie wird alle drei Jahre erhoben - ist zwar rein zahlenmäßig kein echter Wandel zu erkennen. Die Erhebungen zeigen aber, dass sich Leasing als Finanzierungsinstrument mehr als etabliert hat. Der Anteil von Leasing an den Gesamtinvestitionen betrug 2024 rund 25 %; der Rest wurde klassisch per Kauf bzw. Kredit finanziert. Leasing wird von allen Branchen im Mittelstand genutzt. Und je mehr Beschäftigte ein Unternehmen hat, desto höher ist der Anteil an Leasingverträgen. Liegt er bei Unternehmen unter 5 Mitarbeitenden bei 16, beläuft es sich bei Firmen mit mehr als 50 Beschäftigten schon auf 55. 

Was ist Leasing?

Unter Leasing wird allgemein eine Form der Miete verstanden, bei der der Eigentümer (Leasinggeber), einem Kunden (Leasingnehmer) einen Anlagegegenstand für eine bestimmte Zeit zu bestimmten Bedingungen - beispielsweise eine maximale Laufleistung bei Fahrzeugen - zu festen monatlichen Raten zur Nutzung überlässt. Das Eigentum am Wirtschaftsgut bleibt in der Regel beim Leasinggeber. Je nach Leasing-Paket bzw. Vertrag übernimmt der Leasinggeber auch Wartung oder Instandhaltung oder Versicherungsleistungen. Geleast werden können inzwischen nahezu alle Anlagegüter, von Fahrzeugen über Maschinen bis hin zu IT-Geräten.

Praxis-Tipp: Prüfen Sie Leasing als Finanzierungsalternative

Die Zahlen der KfW-Studie sprechen eine eindeutige Sprache und auch praktische Erfahrungen zeigen: Leasing liegt im Trend und immer mehr Firmen nutzen es für Investitionen und als Alternative zu Bankkrediten. Wer sich mit dem Gedanken an eine Leasingfinanzierung trägt, sollte die Vor- und Nachteile abwägen und z.B. mit einem kleinen Vorhaben zu testen beginnen. Am Markt gibt es viele Anbieter; auch die (Haus-)Banken haben oft eigene Leasingableger, die man für seine Zwecke testen kann.

Digitalisierung als einer der Treiber von Leasing

Die Bedeutung von Leasing dürfte laut KfW künftig weiter zunehmen. Zwar dominiert weiter das Fahrzeug-Leasing (PKW und LKW). Ein weiterer Treiber ist die Digitalisierung, die v.a. das IT-Geschäft mobilisieren könnte. Digitalisierungsprojekte umfassen heute weniger Investitionen in Sachanlagen; der Schwerpunkt liegt im Bereich Software und Schulungen, was klassische Kreditfinanzierung erschwere. Auch Device as a Service (DaaS, Arbeitsplatz-Leasing) nimmt zu. Hierbei werden Hard- und Software je Arbeitsplatz gebündelt (z.B. Notebook, Smartphone, benötigte Software, Sicherheitsleistungen) und mit einer festen Rate abgerechnet. Und Leasing kann bei der Transformation der Wirtschaft unterstützen. Beispielsweise werden Ladeinfrastruktur, Investitionen in Klimaschutzprojekte oder in die alternative Energieversorgung mehr und mehr durch Leasing finanziert. 

Nicht zuletzt können Änderungen in der Umweltpolitik Treiber v.a. beim Fahrzeugleasing sein. Wenn die Unsicherheiten bezüglich z.B. möglicher Dieselfahrverbote anhalten oder nicht absehbar ist, wie sich die E-Mobilität oder Assistenzsysteme weiterentwickeln, bieten sich reine Laufzeitverträge mit kurzen Laufzeiten an, um sich vor hohen Wertverlusten zu schützen.

Auch Leasing an sich wird immer digitaler. Beispielsweise lässt sich durch vermehrten Einsatz von Sensoren der Verschleiß eines Wirtschaftsguts genauer bestimmen, was z.B. neue Service- und Abrechnungsmodelle für Kunden ermögliche, etwa eine genauere Planung der Wartung oder eine präzisere nutzungsabhängige Abrechnung bei IT-Produkten. Gleichzeitig können digitale Leasing-Modelle dabei helfen, evtl. Streitigkeiten bei Rückgabe des Leasinggutes zu vermeiden (s. auch Nachteile).

Vor- und Nachteile von Leasing

Unternehmen, die Leasing als Finanzierungsform oder -alternative erwägen, sollten die wichtigsten Vor- und Nachteile kennen.

Zu den Vorteilen zählen u.a:

  • Gleichbleibende, gut planbare monatliche Leasingraten,
  • Schonung der Liquidität und Kreditlinien bei Banken,
  • i.d.R. kein Anlagevermögen, was sich positiv auf z.B. Kapitalquoten oder Bilanzsumme auswirkt,
  • Investitionen finanzieren sich oft über die Erträge des Leasing-Objekts,
  • fast immer sind Paketleistungen mit Services wie Reparatur oder Versicherung möglich,
  • Leasingraten sind vollständig als Kosten ansetzbar,
  • schnelle Anpassung an technischen Fortschritt, da man sich bei Verträgen mit kurzen Laufzeiten immer das neueste Wirtschaftsgut über den Leasingpartner beschaffen kann (z.B. bei Dieselfahrverboten, IT mit kurzen Lebenszyklen besonders wichtig oder wenn man stets vom aktuellen Stand von Assistenzsystemen profitieren möchte),
  • einfacher und meist schnellerer Genehmigungsprozess als bei Bankkrediten,
  • wird bei Fahrzeugen weniger gefahren als vereinbart, werden diese Kilometer vergütet.

Nachteilig kann sich i.W. auswirken:

  • Meist keine vorzeitige Vertragskündigung möglich,
  • höhere Kosten als bei Krediten oder Eigenfinanzierung (Faustregel: ab ca. 20-40 %),
  • Schonung der Liquidität im Kern nur ggü. selbst finanziertem Barkauf ohne Kredit,
  • nach Ablauf des Vertrages oft kein Eigentum bzw. weitere Kosten, wenn man das Wirtschaftsgut erwerben möchte,
  • häufig Streit bei Rückgabe über „angemessene“ Abnutzung; immer wieder hohe Nachzahlungsforderungen, daher ggf. auch rechtliche Auseinandersetzungen
  • Bei Fahrzeugen müssen Mehrkilometer mit meist höheren Sätzen bezahlt werden als man bei Wenigerkilometern erhält

 


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