Unternehmensumfrage zum Bürokratieabbau
Bürokratieabbau: Mittelständische Betriebe besonders interessiert
An der Umfrage haben 1.400 Personen teilgenommen, wobei knapp zwei Drittel (61 %) aus Unternehmen bis 250 Mitarbeitern kamen. Das Interesse an der Umfrage war demnach vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) groß, weshalb sich deren Meinungen besonders auf die Ergebnisse niederschlagen. Je ein Fünftel der Antworten kamen aus Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern sowie aus Kammern, Vereinen und Verbänden.
Bürokratieabbau hat höchste Priorität
Die Bürokratie und die Vielzahl und Unübersichtlichkeit von Regelungen erschweren Unternehmen die Gründung, den Alltag, die Erweiterung und die Betriebsfortführung. Das hat die aktuelle Umfrage ergeben, wonach 60 % der Befragten den Bürokratieabbau als höchste Priorität einstufen, 40 % sehen die Bürokratiebelastung zudem als Risiko für ihre Geschäfte, und eine Mehrheit der Unternehmensgründer hält die Bürokratie für eine große Hürde auf dem Weg zum eigenen Unternehmen.
Praxisnahe DSGVO: wichtig für viele Unternehmen
Die Teilnehmer der Umfrage sind sich größtenteils (71,6 %) einig, dass eine praxisnahe Ausgestaltung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) oberste Priorität habe. Der Hintergrund ist der, dass die Umsetzung der DSGVO mit einem hohen personellen und finanziellen Aufwand einhergeht, wie etwa durch die Einführung eines neuen Datenschutzmanagements, die Erstellung des Verarbeitungsverzeichnisses oder die Überprüfung aller Prozesse, bei denen personenbezogene Daten verarbeitet werden. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen erhoffen sich hier Erleichterungen.
Kürzere Aufbewahrungspflichten notwendig
Für am zweitwichtigsten (41,3 %) halten die Befragten (insbesondere KMUs) eine Verkürzung der Aufbewahrungsfristen für steuerliche Unterlagen auf fünf, höchstens sieben Jahre sowie eine damit einhergehende Verkürzung der Verjährungsfristen. Aktuell liegt die Aufbewahrungsfrist für steuerlich relevante Aufzeichnungen bei zehn Jahren und verursacht bei Unternehmen erhebliche Kosten. Die verkürzten Aufbewahrungsfristen sollten dann auch für elektronische Unterlagen gelten, wobei hier das Augenmerk vor allem auf der vereinfachten und verständlichen Formulierung der GoBD-Vorschriften liegen sollte.
Einfachere Regulierung und Rechtssetzungspraxis
Weitere Forderungen, die bei den Umfrageteilnehmern recht hoch (ca. 30 %) bewertet wurden, waren die Vereinfachung von Statistikmeldungen sowie von Förderverfahren. Hier werden doppelte Abfragen als unnötige Belastung angesehen. Auch sollte das Angebot elektronischer Meldeverfahren verbessert sowie Fristen von und Anforderungen an Datenmeldungen angepasst werden. Darüber hinaus steht in der Umfrage die Forderung nach weniger und frühzeitigeren Gesetzen weit oben. Wichtigster Punkt ist hier neben einer insgesamten Beschleunigung und Vereinfachung von Regelungen vor allem, Gesetze mit Umstellungsbedarf nicht rückwirkend geltend zu machen und betroffenen Unternehmen einen gewissen zeitlichen Spielraum (von z.B. drei Monaten) zu geben, um auf neue Regelungen reagieren und Veränderungsprozesse anstoßen zu können. Etwa gleich gewichtig ist der Wunsch nach einfacheren Genehmigungsverfahren aus einer Hand (One-stop-shop), denn Genehmigungen für bspw. Plan- und Bauverfahren dauern in Deutschland viel zu lange. Dies kritisieren vor allem Umfrageteilnehmer aus größeren Unternehmen. Darüber hinaus fordern größere Unternehmen vor allem auch harmonisierte handels- und steuerrechtliche Vorschriften, denn die Vielzahl an Konflikten zwischen dem Sozial-, Steuer- und Handelsrecht werden als große Belastung empfunden.
Das könnte Sie auch interessieren:
-
Pauschalversteuerung von Geschenken
4.559
-
Welche Geschenke an Geschäftsfreunde abzugsfähig sind
4.498
-
Steuerfreie Pauschalen für Verpflegungsmehraufwand
3.2768
-
Verjährung von Forderungen 2025: 3-Jahresfrist im Blick behalten
2.081
-
Geschenke über 50 EUR (bis 31.12.2023: 35 EUR): Betriebsausgaben- und Vorsteuerabzug dennoch möglich
1.920
-
Zuzahlungen des Arbeitnehmers bei privater Nutzung des Firmenwagens
1.9097
-
Aufwendungen für eine neue Einbauküche müssen abgeschrieben werden
1.853
-
Wie das Jobticket steuerfrei bleibt oder pauschal versteuert wird
1.7472
-
Bei Kinderbetreuung durch Großeltern sind Fahrtkosten abziehbar
1.63014
-
Zufluss-Abfluss-Prinzip hat 10-Tage-Regelung als Ausnahme
1.612
-
Ein Wegweiser zur zukunftsfähigen Finanzabteilung
12.02.2026
-
Reisekosten: Wie müssen die Verpflegungskosten gebucht werden, um den Vorsteuerabzug zu erhalten?
11.02.20264
-
Firmenwagenbesteuerung: Stellplatzkosten mindern den geldwerten Vorteil nicht
10.02.2026
-
Fördermittel-Radar für Unternehmen
06.02.2026
-
Abgabefrist für die Steuererklärung
04.02.20261
-
Steuerliche Behandlung der Erstattung vom Arbeitnehmer selbst getragenen Stromkosten
22.01.2026
-
Pauschalierung der Lohnsteuer nach § 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 6 EStG
22.01.2026
-
Steuerbefreiung: zeitweise unentgeltliche Überlassung einer betrieblichen Ladevorrichtung
22.01.2026
-
Wichtige Änderungen im BMF-Schreiben vom 11.11.2025
22.01.2026
-
Steuerbefreiung des vom Arbeitgeber unentgeltlich oder verbilligt gestellten Ladestroms
22.01.2026