Die Umstellung auf IFRS 17 ist ein Mammutprojekt für betroffene Unternehmen. Bild: STEPHAN HARTMANN

In einem (Gast-)Beitrag wird der Wechsel von der bisherigen Bilanzierung von Versicherungsverträgen auf IFRS 17 aus Investorensicht beleuchtet.

Die bereits 1997 begonnenen Arbeiten an der Schaffung einer einheitlichen konzeptionellen Basis für die bilanzielle Abbildung von Versicherungsverträgen sind in 2017 mit der Veröffentlichung von IFRS 17 endgültig abgeschlossen worden. Die jahrelangen Diskussionen um den „Schwebezustand“ infolge von IFRS 4 sind beendet, gleichwohl werden die Änderungen durch IFRS 17 erhebliche – auch unerwünschte - Auswirkungen haben können.

Der IASB hat am 11. Juni 2018 auf seiner Internetseite einen Artikel einer Finanzjournalistin veröffentlicht, der den Übergang auf IFRS 17 aus Investorensicht kurz beleuchtet.

IFRS 4 ist aus Investorensicht eine „black box“

Der Beitrag beschäftigt sich u. a. mit dem Vorgängerstandard IFRS 4, der als Interimslösung seit 2005 Unternehmen mit Versicherungsverträgen erlaubt, weitestgehend die bislang – nach nationalem Recht oder nach Vorgaben der US GAAP -  zugrunde gelegten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für Versicherungsverträge beizubehalten. Die (kaum wahrnehmbare) Vergleichbarkeit ist bzw. war wiederum durch umfangreiche Angabepflichten seit jeher sicherzustellen. Diese „black box“ hat laut dem Artikel in der Vergangenheit dazu geführt, dass Analysten einen komplett differenzierten Ansatz wählen mussten („entirely different approach“), um nach IFRS 4 aufgestellte Geschäftsberichte hinsichtlich Performancepunkten zu analysieren. So werden Statements von Analysten angeführt, die „seit 15 Jahren“ keine nach IFRS 4 aufgestellte Bilanz für Bewertungszwecke benutzt hätten bzw. eine solche als „totally irrelevant“ einstufen.

IFRS 17 soll Transparenz und Investorenvertrauen stärken

Dieses Vorgehen sei mit der Einführung von IFRS 17 beendet, da – so nach Darlegung des Artikels – zu IFRS 17 allgemeiner Konsens bestehe hinsichtlich Transparenz und Vergleichbarkeit („All agree that IFRS 17 will greatly improve comparability between insurers, as well as increase the transparency around the drivers of performance and source of earnings“). Dies wird allerdings gerade in der Umstellungsphase die Analysten vor Herausforderungen stellen („The accounts will be very difficult to read at the beginning“). Eine Erleichterung bzw. Hilfe soll hier die seitens des IASB eingerichtete Transition Resource Group zu IFRS 17 sein, die neben öffentlichen Diskussionen auch Fortbildungsmaßnahmen (education events) für Investoren bereitstellen wird.

Praxis-Hinweis: Umstellung auf IFRS 17 ist ein Mammutprojekt

Die Umstellung auf IFRS 17 ist ein Mammutprojekt für betroffene Unternehmen. Aus Analystensicht wird aber viel Erwartung in den neuen Standard gelegt. Ob es IFRS 17 schafft die Geschäftsberichte von Insurance companies zukünftig „attraktiver“ für Investmentvorhaben darzustellen, bleibt abzuwarten.

Quelle: Preparing the market for IFRS 17

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Schlagworte zum Thema:  IASB, IFRS, Versicherungsvertrag

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