10.05.2017 | Top-Thema Betriebsprüfung: So funktionieren Kapitalangleichungen

Kapitalangleichungsbuchungen - Besonderheiten bei der Sonderabschreibung

Kapitel
Sonderabschreibung für Firmen-Pkw sind nur bei Privatnutzung unter 10 % erlaubt
Bild: Haufe Online Redaktion

Erkennt der Betriebsprüfer zum Beispiel die Sonderabschreibung für einen Pkw nicht an, erhöht der Betrag der Sonderabschreibung den Buchwert des Pkw. Folgende Kapitalangleichungsbuchungen müssen dann erfasst werden.

Bei einer Sonderabschreibung wird der Buchwert des Kontos „Pkw“ 0320 (SKR 03) bzw. 0520 (SKR 04) erhöht. Gegenkonto ist das Konto „Variables Kapital“ 0880 (SKR 03) bzw. 2010 (SKR 04).

Das Finanzamt hat eine Betriebsprüfung für die Jahre 00 bis 02 angeordnet. Der Prüfer stellt fest, dass die private Nutzung des Firmen-Pkw im Jahr 02 mehr als 10 % betragen hat. Die steuerliche Sonderabschreibung im Jahr 01 bleibt dem Unternehmer aber nur dann erhalten, wenn die private Nutzung auch im Jahr 02 nicht mehr als 10 % beträgt.

Hinweis: Rückgängigmachen einer Sonderabschreibung

Die Problematik, dass die Sonderabschreibung wegen einer mehr als 10%igen Privatnutzung wieder rückgängig gemacht wird, tritt nur bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften auf.
Da die private Nutzung im 2. Jahr über 10 % liegt, muss die Sonderabschreibung im Jahr 01 rückgängig gemacht werden. Das sieht so aus, dass das Finanzamt den Steuerbescheid für 01 berichtigt, indem es (ohne Korrektur der Bilanz) den Gewinn 01 um 6.000 EUR erhöht.

Abschreibungen im Vergleich

Buchung des Unternehmers

Änderung durch den Prüfer

Anschaffungskosten 0130.000 EUR30.000 EUR
Lineare Abschreibung in 011.250 EUR1.250 EUR
Sonderabschreibung in 016.000 EUR-----
Lineare Abschreibung in 025.000 EUR5.000 EUR
Buchwert zum 31.12.0217.750 EUR

23.750 EUR

Aber: Nach der Korrektur stimmt im Anlageverzeichnis zum 1.1.03 der Buchwert des Firmenwagens nicht mehr. Der Buchwert ist wegen des Wegfalls der Sonderabschreibung um 6.000 EUR zu niedrig ausgewiesen. Spätestens beim Jahresabschluss für 03 muss der Anfangswert des Firmenwagens um 6.000 EUR erhöht werden. Dazu bucht der Unternehmer wie folgt:

Konto
SKR 03/04
Soll
KontenbezeichnungBetrag
EUR
Konto
SKR 03/04
Haben
KontenbezeichnungBetrag
EUR
0320/0520Pkw6.0000880/2010Variables Kapital6.000

Praxisbeispiel: Rückgängigmachen der Sonderabschreibung

Herr Huber hat im Oktober 01 einen neuen Firmenwagen für 30.000 EUR zuzüglich 5.700 EUR Umsatzsteuer erworben. Mithilfe eines Fahrtenbuchs hat er nachgewiesen, dass er das Fahrzeug im Jahr 01 nur zu 5 % privat (also fast ausschließlich betrieblich) genutzt hat.

Er macht für die Anschaffung im Jahr 01 die lineare Abschreibung und die Sonderabschreibung von 20 % geltend. Er darf die Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 und 6 EStG für das Jahr 01 beanspruchen. Er kann die Sonderabschreibung geltend machen, auch wenn jetzt noch nicht feststeht, welchen Umfang die Privatnutzung im Folgejahr 02 haben wird. Er berechnet die Abschreibung wie folgt:

Lineare Abschreibung über 6 Jahre
(30.000 EUR : 6 = 5.000 EUR : 12 × 3 Monate =1.250 EUR
Sonderabschreibung (30.000 EUR × 20 % =)6.000 EUR
Insgesamt7.250 EUR

Buchung: Lineare Abschreibung und Sonderabschreibung

Konto
SKR 03/04
Soll
KontenbezeichnungBetrag
EUR
Konto
SKR 03/04
Haben
KontenbezeichnungBetrag
EUR
4832/6222Abschreibungen auf Kfz1.2500320/0520Pkw1.250

Konto
SKR 03/04
Soll
KontenbezeichnungBetrag
EUR
Konto
SKR 03/04
Haben
KontenbezeichnungBetrag
EUR
4852/6242Sonderabschreibungen
nach § 7g Abs. 5 und 6
EStG (für Kfz)
6.0000320/0520Pkw6.000

 

Schlagworte zum Thema:  Sonderabschreibung, Betriebsprüfung, Bilanz, Abschreibung

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