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Eine weitere Variante bei der Pkw-Nutzung eines Unternehmers ist die Anwendung der 1-%-Regelung bei der Einkommensteuer und eine sachgerechte Schätzung bei der Umsatzsteuer. Bild: Haufe Online Redaktion

Die Wertermittlung nach 1-%-Regelung für die Einkommensteuer und die sachgerechte Schätzung für die Umsatzsteuer sind eine weitere Variante zur Berechnung des zu versteuernden Wertes der privaten Pkw-Nutzung eines Unternehmers.

Unterliegt die private Pkw-Nutzung der Umsatzsteuer, kann die Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer auch mit einer sachgerechten Schätzung ermittelt werden. Bei einem Fahrzeug, das der Unternehmer überwiegend - also zu mehr als 50% - betrieblich nutzt, muss die private Nutzung unter 50% liegen.

Pkw-Nutzung Unternehmer: Einkommensteuerliche 1-%-Regelung und Umsatzsteuer sachgerechte Schätzung

Der Unternehmer hat im Januar einen neuen Firmenwagen erworben. Der Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung hat 30.580 EUR betragen. Tatsächlich bezahlt hat er nur 28.560 EUR (24.000 EUR zuzüglich 4.560 EUR Umsatzsteuer). Der Unternehmer hat kein Fahrtenbuch geführt und muss bei der Einkommensteuer die 1-%-Regelung anwenden. Anhand anderer Aufzeichnungen kann der Unternehmer darlegen, dass der Umfang seiner Privatfahrten bei 30% liegt. Die Kostensituation für das gesamte Jahr sieht wie folgt aus:

Tatsächliche Kosten pro Jahr

Kosten ohne Vorsteuer

EUR

Kosten mit Vorsteuer EUR

Abziehbare Vorsteuer

EUR

Abschreibung von 24.000 EUR

Laufende Kosten (Benzin)

Reparatur/Wartung/Pflege

Versicherung

Kfz-Steuer

Sonstige Kosten (z. B. ADAC)

 

 

 

1.028,00

276,00

158,00

4.000,00

2.400,00

1.000,00

 

 

100,00

4.560,00

456,00

190,00

 

 

19,00

Beträge insgesamt

1.462,00

7.500,00

5.225,00

private Nutzung 30%

438,60

2.250,00

 

19% Umsatzsteuer

 

427,50

 

Vorgehen Einkommensteuer und Vorgehen Umsatzsteuer

Bei der Einkommensteuer und Umsatzsteuer ist unterschiedlich vorzugehen:

  • bei der Einkommensteuer sind 1% vom gerundeten Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung anzusetzen und
  • bei der Umsatzsteuer werden als Bemessungsgrundlage 30% der Kosten angesetzt, für die einen Vorsteuerabzug beansprucht worden ist (7.500 EUR x 30% = 2.250 EUR).

 

Beschreibung

1%-Methode

EUR

Sachgerechte Schätzung

EUR

Bruttolistenpreis (abgerundet) 30.500 EUR x 1% x 12 Monate

 

3.660,00

 

tatsächliche Kosten mit Vorsteuerabzug:     7.500,00

private Nutzung, umsatzsteuerpflichtiger Teil

 

2.250,00

30% von 7.500  = 2.250

Differenz = umsatzsteuerfreier Teil

 

1.410,00

 

Umsatzsteuer =

2.250 EUR x 19% =

 

427,50

Bruttobetrag: 2.250 + 427,50 = 2.677,50

 

Ermittlung des Gesamtbetrags:

30.500 EUR x 1% x 12 Monate =

3.660,00 EUR

 

umsatzsteuerfreier Anteil

1.410,00 EUR

1.410,00 EUR

umsatzsteuerpflichtig

2.250,00 EUR

 

Umsatzsteuer (2.250 EUR x 19%=)

   427,50 EUR

2.677,50 EUR

Gesamtbetrag (einschl. Umsatzsteuer)

 

4.087,50 EUR

Die umsatzsteuerpflichtige private Kfz-Nutzung ist mit 2.250 EUR anzusetzen und die umsatzsteuerfreie private Kfz-Nutzung mit 1.410 EUR.

 

SKR 03

1880

Unentgeltliche Wertabgaben

4.087,50

an

8924

Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens ohne USt (Kfz-Nutzung)

1.410

 

8921

Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens 19% USt (Kfz-Nutzung)

2.250

 

1776

Umsatzsteuer 19%

427,52

 

SKR 04

2130

Unentgeltliche Wertabgaben

4.087,50 EUR

an

4639

Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens ohne USt (Kfz-Nutzung)

1.410

 

4645

Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens 19% USt (Kfz-Nutzung)

2.250

 

3806

Umsatzsteuer 19%

427,52

 

Wenn die 1%-Methode auch bei der Umsatzsteuer angewendet würde, müsste (wie die nachfolgende Berechnung zeigt) mehr Umsatzsteuer gezahlt werden.

Bruttolistenpreis (abgerundet)

30.500 EUR x 1% x 12 Monate =

3.660,00 EUR

abzüglich 20%

   732,00 EUR

= umsatzsteuerpflichtiger Anteil

2.928,00 EUR

19% Umsatzsteuer =

   556,32 EUR

USt bei sachgerechter Schätzung

   427,50 EUR

= Ersparnis an Umsatzsteuer

   128,82 EUR

 

Praxis-Tipp - Pkw-Nutzung Unternehmer: Bei niedrigen Kfz-Kosten sachgerechte Schätzung günstiger

Die sachgerechte Schätzung kann immer dann angewendet werden, wenn sie zu einem besseren Ergebnis führt als die 1-%-Regelung abzüglich 20%. Bei einer privaten Nutzung knapp unter 50% kann die sachgerechte Schätzung ungünstiger ausfallen. Die sachgerechte Schätzung ist jedoch in der Regel vorteilhafter, wenn die Kfz-Kosten, z. B. nach Wegfall der Abschreibung, niedrig ausfallen.

 

Schlagworte zum Thema:  1%-Regelung, Firmenwagen, Private Pkw-Nutzung, Umsatzsteuer, Einkommensteuer, Unternehmer

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