26.10.2012 | Serie Stuttgarter Controller-Forum 2012

Unternehmenssteuerung im zyklischen Markt

Serienelemente
Dr. Lars Grünert
Bild: Günter E. Bergmann, Waldenbuch

Für Maschinenbauer ist Volatilität nichts Neues. Dr. Lars Grünert schilderte auf dem Stuttgarter Controller-Forum, wie sich TRUMPF erfolgreich auf die Konjunkturschwankungen eingestellt hat.

Führungsstruktur und Führungsstil

TRUMPF hat bereits zahlreiche Krisen der Maschinenbaubranche erfolgreich überstanden. Heute zählt das Unternehmen zu den größten und führenden Unternehmen in der Fertigungstechnik. Bei der Führungsstruktur steht eine Holding-Geschäftsführung für die strategische Ausrichtung an der Spitze. Darunter sind in einer dreidimensionalen Matrixorganisation Geschäftsbereiche, Funktionsbereiche und Regionalverantwortung angeordnet.

Aus dieser Würfelstruktur geht bereits hervor, dass die Abstimmung innerhalb des Führungskreises sehr aufwendig ist. Dies ist jedoch kein Schwachpunkt, so Dr. Grünert, sondern ein Kernpunkt der Unternehmenskultur von Trumpf. Durch die intensive Kommunikation werde ein hohes Maß an Konsens erzielt und unterstützt damit einen zentralen Wert der Firmenkultur. Neben der Konsensorientierung zählen dazu Kostenbewusstsein sowie Ergebnis- und Wachstumsorientierung.

Der Weg durch die letzte Krise wurde auch durch die innere Einstellung bei TRUMPF erleichtert. Die Erfahrung gab das Selbstbewusstsein, dass auch diese Flaute überstanden werden kann. Die Führung hatte den Mut, an langfristigen Vorhaben festzuhalten, aber auch auf weniger wichtige Projekte zu verzichten. Die so eingesparten Ressourcen wurden in die relevanten Vorhaben investiert.

Flexible Kostenstrukturen durch flexible Arbeitszeitmodelle

Erleichtert wurde die Krisenbewältigung auch durch die langjährigen Erfahrungen mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, betonte Dr. Grünert. Hier zählt TRUMPF zu den Vorreitern innerhalb der deutschen Wirtschaft. Diverse Arbeitszeitkonten sowie die Möglichkeit, dass Mitarbeiter ihre Arbeitszeit entsprechend ihrer Lebenssituation frei wählen können, sorgen für flexible Kostenstrukturen. Weitere Ansätze sind

  • Optimierung der Sachkosten
  • Reduzierung der Materialkosten (im fairen Dialog mit den Lieferanten)
  • Neupriorisierung der Projekte
  • Überprüfung von Investitionen und
  • die Verbesserung des Working Capitals durch die Senkung von Forderungsbeständen und Vorräten.

Anforderungen an das Controlling

Aus den komplexen Unternehmensstrukturen ergeben sich auch hohe Anforderungen an das Controlling. Um aus den Controlling-Daten die richtigen Entscheidungen treffen zu können, müssen die Informationen valide und gleichzeitig verständlich sein. Deshalb baut das Controlling auch auf vereinfachte Darstellungen Modelle, um Ergebnisse und Empfehlungen gut kommunizieren zu können.

Grundlagen

Der Beitrag beruht auf dem Vortrag „Unternehmenssteuerung in einem zyklischen Markt “ von Dr. Lars Grünert, Geschäftsführer der TRUMPF GmbH + Co. KG im Rahmen des 26. Stuttgarter Controller-Forums am 18. September 2012 in Stuttgart sowie dem gleichnamigen Artikel von Dr. Grünert und Dr. Karl Schmid im Tagungsband von Péter Horváth/Uwe Michel (Hrsg.): Controlling und Finance: Steuerung im volatilen Umfeld, 2012, S. 65.

Schlagworte zum Thema:  Volatilität, Unternehmenssteuerung, Horváth & Partners, Controlling

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