01.10.2015 | Serie Campus for Controlling 2015

Controlling bei Zalando: Das einzig Konstante ist der Wandel

Serienelemente
Bild: Kai Myller, Koblenz

Starkes Wachstum gelingt nur mit einem effizienten Controlling. Dr. Jörg Engelbergs und Dr. Jan Kemper stellen den Aufbau des Controllings von Zalando in einer dynamischen Umgebung dar. Entscheidend war der Sprung „vor die Welle“.

Die Anfänge: Controller als Feuerwehr

Die Anfänge von Zalando liegen im Schuhverkauf über das Internet. In dieser Zeit und den folgenden Jahren des schnellen Wachstums spielte das Controlling noch eine andere Rolle. „Wir waren hinter der Welle“, legt Dr. Jan Kemper, CFO von Zalando (links im Bild), dar. Controller waren zu der Zeit Fire Fighter, eine Möglichkeit der Steuerung war kaum umsetzbar. Größter Kunde des Controllings waren die Kapitalgeber.

Das Erwachsenwerden

Um eine Steuerung des Unternehmens durch das Controlling zu gewährleisten und „vor die Welle zu kommen“, musste das Rollenverständnis angepasst werden. Controller sollten zunehmend zum Berater werden und nahe an den Informationsflüssen sitzen. Hierfür musste die Controlling-Organisation an den Bedarf der Stakeholder angepasst werden. Dafür wurden fünf zentrale Bereiche geschaffen, die sämtliche Kunden des Controllings bedienen. Die Controller dort sind „nahe an ihren Kunden dran“ und können dadurch einen guten, relevanten Informationsfluss sicherstellen.

Neben der Veränderung der Controlling-Organisation war ein weiterer Bestandteil des Umbaus die Anpassung und Fortentwicklung der IT. Hierbei lag der Fokus einerseits auf der System-Architektur, andererseits auf der kaskadierten, in Echtzeit statt findenden Analysemöglichkeit sämtlicher Kennzahlen. Zu diesen KPIs zählen kundenspezifische Kennzahlen beispielsweise

  • Basketsize (Größe des Warenkorbinhalts/Bestellvolumen),
  • Gross Merchandise Value (GMV) per active customer (Gesamter Umsatzwert je aktivem Kunden, bezogen auf eine Periode) oder
  • homepage visits

aber auch gesamtunternehmensspezifische Daten  wie das Working Capital oder Inventory Turnover (Umschlagshäufigkeit der Vorräte).

Neue Herausforderungen

Außer dem starken Wachstum warteten weitere neue Herausforderungen auf das Controlling. Dazu zählten

  • Die Diversifizierung in der Produktpalette als auch bei den erschlossenen Märkten
  • die Transformation vom Unternehmen hin zum Konzern und
  • neue Stakeholder durch den Börsengang.

Die Rolle des Controllings erfuhr einen neuerlichen Wandel, das Controlling ist nun nicht mehr der direkte Berater. Vielmehr setzt es die Standards für die Berater, um eine effektive Steuerung zu gewährleisten.

Der Vortrag von Dr. Jan Kemper und Dr. Jörg Engelbergs gab einen spannenden Einblick, wie der Aufbau einer effektiven Controllingabteilung in Rekordzeit bei hohem Wachstum von statten geht. Für die Zukunft des Controllings von Zalando sehen sie vor allem Themen wie eine schlanke Budgetierung und Planung, Systemintegration und eine steigende Nutzung mobiler Reporting- und Analyse-Anwendungen. Für das Controlling insgesamt merkten die Referenten an, dass die IT der Treiber eines ständigen Wandels sei. Das moderne Controlling könne sich nicht auf einmal festgelegten Standards ausruhen, stattdessen müsse man die Vorteile der IT nutzen.

Schlagworte zum Thema:  Controlling, Wachstum, Budgetierung, IT, Veranstaltung, Management

Aktuell

Meistgelesen