Körper und Geist auf Trab bringen
Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Bewegungsmangel und dessen Folgen. Als Leiter des Zentrums für Gesundheit und des Instituts für Bewegungstherapie weist er immer wieder auf die Gefahren hin und gibt praktische Tipps, wie man für mehr Bewegung im beruflichen Alltag sorgen kann.
Körper und Geist auf Trab? Im Durchschnitt sind wir täglich nur noch 25 Minuten körperlich aktiv
Ein zeitlicher Überblick macht deutlich, wie rasant wir fast zum Stillstand gekommen sind:
- Zehn bis zwölf Stunden körperlich aktiv waren wir bis vor etwa 100 Jahren.
- Auf acht bis zehn Stunden verringerte es sich in der Industrialisierung, also nach Erfindung der Dampfmaschine.
- Höchstens 25 Minuten pro Tag sind wir heute durchschnittlich noch so aktiv, dass dies als Bewegungsreiz gewertet werden kann. Schuld daran ist vor allem der Computer.
Bewegungsmangel - Nebenwirkungen auf Körper, Geist und Seele
Nach bis zu acht Stunden Sitzen am Stück ist der Körper „platt“. Wer das täglich macht, riskiert:
- vorzeitiges Altern des Herz-Kreislauf-Systems,
- Nachlassen der Herzfunktionen,
- Schwächung der Gefäße,
- Störungen des Stoffwechsels,
- Schwächung des Immunsystems,
- Muskelschwund,
- Rheuma und Arthrose,
- Übergewicht,
- Bluthochdruck,
- psychische Verstimmungen und
- zu wenige Reize für die Gehirnentwicklung.
Forderung nach Arbeitsplätzen, an denen sich die Mitarbeiter bewegen müssen
Laut Prof. Froböse ist kein Kraft- oder Leistungssport notwendig. Aber auch „Ausgleichssport“ am Feierabend kann den Bewegungsmangel über Tag nicht komplett kompensieren. Wichtig ist es, die Bewegung in den Alltag einzubinden. Das bedeutet, die Arbeitsplätze – vor allem in Büros – so zu gestalten, dass sich die Mitarbeiter bewegen müssen.
Prof. Froböse hält auf der Corporate Health Convention den Keynote-Vortrag „Evolution der Inaktivität: Unser fragwürdiges Bewegungsverhalten".
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