Weimann/Lang, Umsatzsteuer ... / 12.1 Konsignationslager
 

Rz. 121

Stand: 5. A. – ET: 12/2018

Nach der Vereinfachungsregelung für Konsignationslager liegt in Ungarn gem. § 182 bzw. 259 Abs. 26 uUStG kein i. g. Erwerb eines ausländischen Lieferanten bei der Verbringung seiner Waren aus einem anderen Mitgliedsstaat ins inländische Konsignationslager vor, wenn die nachfolgenden Voraussetzungen erfüllt sind. Die Anwendung dieser Regelung ist rückwirkend auf alle Fälle ab dem 01.01.2005 anwendbar.

 

Rz. 122

Stand: 5. A. – ET: 12/2018

Die Vereinfachungsregel kann nur dann zur Anwendung kommen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: Die Waren befinden sich im Eigentum eines im anderen Mitgliedsstaat registrierten Steuersubjektes und sind für Kundenvorräte (call off stocks) im Inland vorgesehen. Die Warenlieferung erfolgt direkt ins Lager des Kunden oder in ein vom Kunden angemietetes Lager und wird als i. g. Erwerb vom inländischen Kunden gemeldet. Der Übergang des Eigentumsrechtes ist allein durch die Entscheidung des Kunden bestimmt. Die Verwendung oder Benutzung (mit Ausnahme der Probeentnahmen) der Waren zwischen der Einlagerung und der Entnahme ist nicht gestattet. Gleichzeitig mit dem Produktverkauf ist auch die physische Auslagerung der Produkte durchzuführen. Der Aufzeichnungspflicht hat man je nach Kunden bzw. Mitgliedstaat voneinander getrennt nachzukommen.

 

Rz. 123

Stand: 5. A. – ET: 12/2018

Bei Anwendbarkeit der Vereinfachungsregel entsteht kein i. g. Erwerb und damit keine Registrierungspflicht des EU-Lieferanten in Ungarn. Der Zeitpunkt der i. g. Lieferung/des i. g. Erwerbs ist der Zeitpunkt des Eigentumserwerbs (die Entnahme) durch den Kunden. Gesetzliche Entnahmefristen sowie Buch- oder Belegnachweispflichten für EU-Lieferanten sind nicht vorhanden.

 

Rz. 124

Stand: 5. A. – ET: 12/2018

Führt das inländische Steuersubjekt dagegen eigene Waren in ein in einem anderen Mitgliedstaat gelegenes Konsignationslager seines Abnehmers aus und wird die Warenentnahme von diesem ausländischen Abnehmer bestimmt, liegt dann eine steuerbefreite i. g. Lieferung des inländischen Steuersubjektes vor, wenn es im Mitgliedstaat des Abnehmers keinen i. g. Erwerb zu melden hat. Anderenfalls ist es verpflichtet, eine i. g. Verbringung unter der ungarischen USt-IdNr. zu melden. Bei den im anderen Mitgliedstaat gelegenen Konsignationslagern verbrachten Waren sind die gesetzlich vorgegebenen Aufzeichnungspflichten nach § 182 Abs. 3 uUStG zu beachten.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Weimann, Umsatzsteuer - national und international (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Weimann, Umsatzsteuer - national und international (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge