Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, EStG § 22a Rentenbezugsmitteilungen an die zentrale Stelle

Schrifttum:

Risthaus, Unternehmensteuerreform u JStG 2008: Änderungen mit Auswirkung auf die Besteuerung der Altersvorsorgeaufwendungen u die Alterseinkünfte, DStZ 2007, 802;

Riewe, Rechtsfolgen bei der Abfindung von betrieblichen Versorgungsanwartschaften, DB 2010, 2503;

Killat-Risthaus, Einkommensteuerliche Behandlung von Altersvorsorgeaufwendungen u Altersbezügen, DB 2010, 2304;

Gunsenheimer, Besteuerung der Renten, NWB 2011, 1634;

Kruhl, Rentenbesteuerung: Viele Rentner fühlen sich überfordert, StBW 2013, 891;

Schrehardt, Zu den BMF-Schreiben vom 10.01.2014 u 13.01.2014, DStR 2014, 617.

Verwaltungsanweisungen:

BMF v 01.10.2009, BStBl I 2009, 1172;

BMF v 31.03.2010, BStBl I 2010, 270;

BMF v 13.09.2010, BStBl I 2010, 681;

BMF v 07.12.2011, BStBl I 2011, 1223;

BMF v 06.03.2012, BStBl I 2012, 238;

BMF v 18.06.2013, BStBl I 2013, 768 (Rentenversicherungen, (Teil -)Auszahlungen des Zeitwertes nach Beginn der Rentenzahlung, Versicherungsleistung, Summe der entrichteten Beiträge, Berechnung des Unterschiedsbetrages);

BMF v 24.07.2013, BStBl I 2013, 1022 (Private Altersvorsorge, betriebliche Altersversorgung);

BMF v 19.08.2013, BStBl I 2013, 1087 (Vorsorgeaufwendungen, Altersbezüge, einkommensteuerrechtliche Behandlung);

BMF v 10.01.2014, BStBl I 2014, 70 (Vorsorgeaufwendungen, Altersbezüge, einkommensteuerrechtliche Behandlung);

BMF v 13.01.2014, BStBl I 2014, 97 (Steuerliche Förderung der privaten Altersvorsorge u betrieblichen Altersversorgung);

BMF v 13.03.2014, BStBl I 2014, 554 (Eigenheimrente, Wahl der Einmalbesteuerung u Aufgabe der Selbstnutzung in einem VZ); BMF v 24.05.2017, BStBl I 2017, 820, Rn 181 ff (Einkommensteuerrechtliche Behandlung von Vorsorgeaufwendungen – Gemeinsame Regelungen, Datenübermittlung, Einwilligung in die Datenübermittlung, Nachweis bei fehlgeschlagener Datenübermittlung).

I. Allgemeines

 

Rn. 1

Stand: EL 131 – ET: 10/2018

Die Vorschrift wurde durch das AltEinkG v 05.07.2004 (BGBl I 2004, 1427) in das EStG eingefügt. Sie trat zum 01.01.2005 in Kraft und dient der Sicherstellung der Besteuerung von Renten und anderen Leistungen iSd § 22 Nr 1 S 3Nr 5 EStG. Dies geschieht durch Mitteilung der Rentenbezüge (sog Rentenbezugsmitteilung) durch die in § 22a Abs 1 S 1 EStG genannten Institutionen (zB Träger der gesetzlichen Rentenversicherung) an die zentrale Stelle iSd § 81 EStG (Deutsche Rentenversicherung Bund; früher: BfA), die die zusammengefassten Daten an die zuständigen Landes-FinBeh weiterleitet (§ 5 Abs 1 Nr 18 Buchst c FVG). Hierdurch wird den FinBeh ein nachträglicher Datenabgleich ermöglicht (BT-Drucks 16/2712, 52).

Der Gesetzgeber wollte damit möglichen Erhebungsdefiziten entgegenwirken und damit dem verfassungsrechtlich gebotenen Verifikationsprinzip Rechnung tragen, wonach die FinBeh für eine zutr Erfassung der Besteuerungsgrundlagen und gleichmäßige Erhebung der Steuern zu sorgen haben (vgl BT-Drucks 15/2150, 43 unter Hinweis auf das Zins-Urt des BVerfG v 27.06.1991, BStBl II 1991, 654). Auch die Rspr geht davon aus, dass das Verfahren nach § 22a EStG geeignet ist, möglichen strukturellen Vollzugsdefiziten im Bereich der Rentenbesteuerung entgegenzuwirken (FG BdW v 07.07.2011, EFG 2012, 123).

Für die Sammlung, Auswertung und Weitergabe der nach § 22a EStG übermittelten Daten an die Landes-FinBeh ist grds das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zuständig, das sich zur Durchführung dieser Aufgaben aber der Deutschen Rentenversicherung Bund, soweit diese zentrale Stelle iSd § 81 EStG ist, im Wege der Organleihe bedient. Die Deutsche Rentenversicherung Bund unterliegt insoweit der Fachaufsicht des BZSt (§ 5 Abs 1 Nr 18 S 2 u 3 FVG). Die zentrale Stelle ist eine Bundes-FinBeh (§ 6 Abs 2 Nr 7 AO).

 

Rn. 2

Stand: EL 131 – ET: 10/2018

Gem der Regelung im ebenfalls durch das AltEinkG eingefügten, seit 2014 wieder abgeschafften § 52 Abs 38a EStG aF sollte das BZSt den Zeitpunkt der erstmaligen Übermittlung von Rentenbezugsmitteilungen durch ein im BStBl zu veröffentlichendes Schreiben mitteilen (BT-Drucks 15/3004, 22). Diese Regelung erfolgte, weil Ende 2004 noch nicht abzusehen war, ab welchem Zeitpunkt die Identifikationsnummern (ID-Nr, vgl § § 139a, 139b AO) vergeben werden konnten. Mit Schreiben v 05.12.2005 (BMF BStBl I 2005, 1029) informierte das BZSt die Mitteilungspflichtigen darüber, dass der Zeitpunkt für die erstmalige Übermittlung von Rentenbezugsmitteilungen für die VZ ab 2005 erst zu einem späteren Zeitpunkt in einem gesonderten Schreiben mitgeteilt werde. Bis dahin seien die Daten vorzuhalten (BMF BStBl I 2005, 429 Rz 140). Mit Schreiben v 28.10.2008 (BMF BStBl I 2008, 955) gab das BZSt dann bekannt, dass die Rentenbezugsmitteilungen für die Veranlagungsjahre 2005–2008 in der Zeit v 01.10.2009–31.12.2009 an die zentrale Stelle zu übermitteln waren. Für spätere Bezugsjahre galt dann wieder die in § 22a Abs 1 S 1 EStG genannte allg Frist, dh, die Rentenbezugsmitteilungen sind spätestens bis zum 1. März des jeweiligen Folgejahres an die zentrale Stelle zu übermitteln, s Rn 35.

Der Zeitpunkt der erstmaligen Zuteilung der...

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