Geschäftswagen

Zusammenfassung

 

Begriff

Der Firmeninhaber eines Personenunternehmens (Einzelfirma, Personengesellschaft) muss die auf Privatfahrten entfallenden Kosten des Betriebsfahrzeugs dem Gewinn hinzurechnen. Für die Bemessung dieses sog. Privatanteils enthält das EStG ein Wahlrecht zwischen einer Pauschalmethode (1 %-Regelung) und der Möglichkeit des Einzelnachweises (Fahrtenbuchmethode).

Wird das Fahrzeug auch für Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte/erste Tätigkeitsstätte oder für Heimfahrten anlässlich einer doppelten Haushaltsführung genutzt, stellt der die Pendlerpauschale übersteigende Aufwand nicht abziehbare Betriebsausgaben dar.

Hinweis der Redaktion: Zum 1.1.2019 treten Änderungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in Kraft. Mit der Neufassung von § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 im Jahressteuergesetz 2018 wird die im Koalitionsvertrag beschlossene Maßnahme zur Halbierung der Bemessungsgrundlage bei der Dienstwagenüberlassung von Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge umgesetzt (0,5 % statt 1 % des inländischen Listenpreises). Die Neuregelung ist für Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge anzuwenden, die extern aufladbar, die im Zeitraum vom 1.1.2019 bis zum 31.12.2021 angeschafft oder geleast werden. Für vor und nach diesem Zeitraum angeschaffte oder geleaste Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge, die extern aufladbar sind, gilt der bisherige Nachteilsausgleich weiter. Weitere Informationen dazu enthält der Beitrag "Jahressteuergesetz 2018"

Weitere Änderungen für Elektrofahrzeuge ergeben sich durch das Jahressteuergesetz 2019. Dort war zunächst nur eine Verlängerung der Halbierung der Bemessungsgrundlage bei der Dienstwagenbesteuerung für private Nutzung eines betrieblichen Elektro- oder Hybridelektrofahrzeugs vorgesehen. Verabschiedet wurde dann (aufgrund des zwischenzeitlich beschlossenen Klimapakets 2030 der Bundesregierung) sogar eine Herabsetzung der Bemessungsgrundlage auf ein Viertel für bestimmte Fahrzeuge (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 Nr. 3 bis 5 EStG). Hierzu zählen zwischen 1.1.2019 und 31.12.2030 angeschaffte Kraftfahrzeuge, die keine Kohlendioxidemission haben und deren Bruttolistenpreis unterhalb 40.000 EUR liegt. Für extern aufladbare Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen gilt zukünftig Folgendes:

  • Bei Anschaffung zwischen 1.1.2022 bis 31.12.2024 hälftige Bemessungsgrundlage, wenn die Kohlendioxidemission maximal 50 Gramm pro Kilometer oder die Reichweite des Fahrzeugs unter ausschließlicher Nutzung des elektrischen Antriebs mindestens 60 Kilometer beträgt.
  • Bei Anschaffung zwischen 1.1.2025 bis 31.12.2030 hälftige Bemessungsgrundlage, wenn die Kohlendioxidemission maximal 50 Gramm pro Kilometer oder die Reichweite des Fahrzeugs unter ausschließlicher Nutzung des elektrischen Antriebs mindestens 80 Kilometer beträgt.
 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Die beiden Bewertungsmethoden für den Privatanteil sind in § 6 Abs. 1 Nr. 4 Sätze 2 und 3 EStG geregelt. Der Zuschlag für die Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte/erste Tätigkeitsstätte sowie für Heimfahrten bei einer doppelten Haushaltsführung ergibt sich aus § 4 Abs. 5 Nr. 6 EStG. Einzelfragen erläutert das BMF-Schreiben vom 18.11.2009 (BMF, Schreiben v. 18.11.2009, IV C 6 - S 2177/07/10004, BStBl 2009 I S. 1326), geändert mit BMF-Schreiben v. 15.11.2012 (BMF, Schreiben v. 15.11.2012, IV C 6 – S 2177/10/10002, BStBl 2012 I S. 1099), Steuerermäßigungen für Elektrofahrzeuge und extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge regelt das BMF-Schreiben v. 5.6.2014 (BMF, Schreiben v. 5.6.2014, IV C 6 – S 2177/13/10002, BStBl 2014 I S. 835).

EINKOMMENSTEUER

1 Allgemeine Grundsätze

Die einkommensteuerliche Behandlung des vom Firmeninhaber oder dessen Familienmitglieder privat genutzten Kraftfahrzeugs hängt davon ab, ob das Fahrzeug zum Betriebsvermögen oder zum Privatvermögen gehört. Bei Fahrzeugen des Betriebsvermögens stellen sämtliche Aufwendungen Betriebsausgaben dar.

Da die auf Privatfahrten entfallenden Aufwendungen den Gewinn nicht mindern dürfen, ist dieser Kostenanteil als sog. Nutzungsentnahme als Betriebseinnahme zu erfassen. Darüber hinaus darf ein Unternehmer zur Gleichstellung mit Arbeitnehmern seine Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb sowie Heimfahrten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung nur in Höhe der Entfernungspauschale abziehen. Den als Betriebsausgabe für diese Fahrten erfassten Mehraufwand muss er nicht als abziehbare Betriebsausgabe dem Gewinn hinzurechnen. Für die Bewertung dieser Korrektivposten kommt entweder die Pauschalmethode oder die Fahrtenbuch-Methode in Betracht. Die Methodenwahl kann bis zur Bestandskraft des Steuerbescheids ausgeübt werden. Eine Sonderregelung gilt für Fahrzeuge des gewillkürten Betriebsvermögens (betriebliche Nutzung von 10 % bis 50 %) insoweit, als die 1 %-Regelung als Pauschalmethode zur Ermittlung des Entnahmenwerts für die Privatfahrten ausscheidet. Der private Nutzungsanteil ist in solchen Fällen mit den ggf. im Schätzverfahren zu ermittelnden Selbstkosten zu bewerten.

Verwendet der Unternehmer ein privates Fahrzeug (Pri...

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