Dötsch/Pung/Möhlenbrock (D/... / 4.2.1 Veräußerung des Betriebs
 

Tz. 35

Stand: EL 93 – ET: 06/2018

Die Fin-Verw wendet für die Frage, ob der Betrieb veräußert worden ist, die Grundsätze zu § 16 EStG an (s UmwSt-Erl 2011 Rn 18.06). Nach R 16 Abs 1 EStR 2012 liegt eine Veräußerung des ganzen Gew vor, wenn der Betrieb mit seinen wes Grundlagen gegen Entgelt in der Weise auf einen Erwerber übertragen wird, dass der Betrieb als geschäftlicher Organismus fortgeführt werden kann. GlA s Schmitt (in S/H/S, 7. Aufl, § 18 UmwStG Rn 43), s Bohnhardt (in H/M, 4. Aufl, § 18 UmwStG Rn 141), s Bartelt (in Eisgruber, UmwStG, § 18 UmwStG Rn 95) und s Schnitter (in F/D, § 18 UmwStG Rn 82). AA s Patt (FR 2000, 1115, 1118), der den Begriff der Betriebsveräußerung nach gewstlichen Grundsätzen bestimmen will. Schnitter (in F/D, § 18 UmwStG Rn 81) weist zutr darauf hin, dass es für die Anwendung des § 18 Abs 3 UmwStG unerheblich ist, ob der VG nach § 16 EStG begünstigt ist oder nicht.

Daher erfasst nach uE zutr Verw-Auff § 18 Abs 3 UmwStG auch den Fall der Veräußerung eines Betriebs gegen wiederkehrende Bezüge, wobei für Zwecke des § 18 Abs 3 UmwStG das Wahlrecht nach R 16 Abs 11 EStR 2012 kraft ausdrücklicher ges Regelung in diesen Fällen nicht besteht (s UmwSt-Erl 2011 Rn 18.06 und s Patt, FR 2000, 1115, 1122). Ebenso s Urt des BFH v 17.07.2013 (BStBl II 2013, 883), s Schmitt (in S/H/S, 7. Aufl, § 18 UmwStG Rn 51), s Trossen (in R/H/vL, 2. Aufl, § 18 UmwStG Rn 45), s Nöcker (FR 2013, 1009), s Förster (BFH/PR 2013, 472), s Kratzsch (KSR direkt 2013, 7), s Schimmele (GmbH-StB 2013, 365), s Möllmann/Carstens (in FGS/BDI, UmwSt-Erl 2011, 303), s Bartelt (in Eisgruber, UmwStG, § 18 UmwStG Rn 95) und s Schnitter (in F/D, § 18 UmwStG Rn 84a). AA s Neu/Hamacher (DStR 2010, 1453, GmbHR 2012, 280, 284 und GmbHR 2013, 1162), s Neu/Schiffers/Watermeyer (GmbHR 2011, 729, 738), s Benno Fischer (in Schneider/Ruoff/Sistermann, UmwSt-Erl 2011, H 18.22) und s IDW (Ubg 2011, 549, 566). Ebenfalls hierzu s Tz 61.

Wegen des Begriffs des Betriebs, s Tz 49 und s § 20 UmwStG Tz 22ff. Wegen der Behandlung einer sog Zebragesellschaft s Tz 65.

Wegen des Verhältnisses von § 7 S 2 Nr 1 GewStG zu § 18 Abs 3 S 1 UmwStG, s Tz 76.

Die Anwendung des § 18 Abs 3 S 1 UmwStG setzt voraus, dass alle wes Betriebsgrundlagen entgeltlich übertragen werden. Für den Begriff der wes Betriebsgrundlage ist uE auf § 16 EStG (funktionale und quantitative Betrachtungsweise) und nicht auf §§ 15, 20 UmwStG (rein funktionale Betrachtungsweise) abzustellen. GlA s Trossen (in R/H/vL, 2. Aufl, § 18 UmwStG Rn 45), s Bohnhardt (in H/M, 4. Aufl, § 18 UmwStG Rn 144), s Schnitter (in F/D, § 18 UmwStG Rn 82), s Möllmann/Carstens (in FGS/BDI, UmwSt-Erl 2011, 303) und s Schmitt (in S/H/S, 7. Aufl, § 18 UmwStG Rn 43). Wegen der Differenzierung s § 15 UmwStG Tz 96 und s § 20 UmwStG Tz 89ff.

Nach Auff des Nds FG (s Urt des Nds FG v 28.04.2009, EFG 2009, 1691, das Rev-Verf wurde nach Rücknahme der Rev eingestellt, s Beschl des BFH v 12.10.2011 – Az: IV R 26/09) ist die Veräußerung sämtlicher MU-Anteile in sachlichem und zeitlichem Zusammenhang der Veräußerung des Betriebs gleichzustellen.

 

Tz. 36

Stand: EL 93 – ET: 06/2018

Keine Veräußerung ist die unentgeltliche Übertragung nach § 6 Abs 3 EStG. In diesem Fall ist der Rechtsnachfolger nach Verw-Auff (s UmwSt-Erl 2011 Rn 18.08) für den Rest der Fünf-Jahres-Frist der Vorschrift des § 18 Abs 3 UmwStG unterworfen. GlA s Bohnhardt (in H/M, 4. Aufl, § 18 UmwStG Rn 156), s Centrale-Gutachtendienst (GmbHR 2001, 236), s Trossen (in R/H/vL, 2. Aufl, § 18 UmwStG Rn 46), s Schnitter (in F/D, § 18 UmwStG Rn 86), s Bartelt (in Eisgruber, UmwStG, § 18 UmwStG Rn 100) und s Wacker (DStZ 2002, 458). AA s s Schmitt (in S/H/S, 7. Aufl, § 18 UmwStG Rn 52). Der BFH hat für die unentgeltliche Übertragung eines MU-Anteils (s § 18 Abs 3 S 2 UmwStG) im Wege des Erbfalls entschieden (s Urt des BFH v 11.12.2001, BStBl II 2004, 474), dass der Rechtsnachfolger für den Rest der Fünf-Jahres-Frist den Sanktionen des § 18 Abs 3 UmwStG unterliegt. Auch in seinem Urt v 28.04.2016 (BStBl II 2016, 725 Rn 17) hat der BFH klargestellt, dass die GewSt-Verstrickung des § 18 Abs 2 UmwStG innerhalb der Fünf-Jahres-Frist nur durch eine Aufdeckung der stillen Reserven gelöst wird. Soweit das BV der Kap-Ges von der übernehmenden Pers-Ges (Pers-Ges I) auf eine andere Pers-Ges (Pers-Ges II) übertragen wird, ohne dass dabei alle stillen Reserven aufgedeckt worden sind, unterliegen auch die Gewinne aus der (Weiter-)Veräußerung des (Teil-)Betriebs oder (Teil-)Anteils an der anderen Pers-Ges (Pers-Ges II) innerhalb der Fünf-Jahres-Frist der GewSt. Nach Auff des BFH tritt die GewSt-Pflicht bei der anderen Pers-Ges nur insoweit ein, als die stillen Reserven dem stverstrickten BV der Kap-Ges zuzuordnen sind. Fraglich ist, ob dies auch noch nach der Neufassung des § 18 Abs 3 S 1 UmwStG für stliche Übertragungsstichtage nach dem 31.12.2007 gilt, da hiernach auch das bereits vor der Umwandlung vorhandene BV der Übernehmerin erfasst wird (s Tz 56). Vom Wortlaut der Neuregelung i...

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