Reuber, Die Besteuerung der... / 1. Ertragsteuer
 

Tz. 5

Stand: EL 118 – ET: 09/2020

Eine wichtige Frage bei der Verschmelzung von gemeinnützigen Vereinen ist die Aufdeckung etwaiger stiller Reserven, die zu einer Steuerbelastung führen kann. Nach § 11 Abs. 1 UmwStG sind die bei der Verschmelzung übergehenden Wirtschaftsgüter in der Schlussbilanz grundsätzlich mit dem gemeinen Wert anzusetzen. Ein Ansatz zum Buchwert ist gemäß § 11 Abs. 2 UmwStG nur möglich, wenn beim aufnehmenden Verein die Besteuerung mit der Körperschaftsteuer sichergestellt ist. Deshalb muss unterscheiden werden:

  • Wirtschaftsgüter, die beim übertragenden Verein im ideellen Bereich, im Zweckbetrieb oder in der Vermögensverwaltung genutzt wurden und dies auch künftig beim aufnehmenden Verein der Fall ist, sind in der Schlussbilanz des übertragenden Vereins zum gemeinen Wert anzusetzen, da die Steuerbefreiung gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG (Anhang 3) auch insoweit gilt. Die Aufdeckung stiller Reserven führt im Ergebnis aber zu keiner Ertragsteuerbelastung, da diese im steuerbefreiten Bereich anfallen.
  • Wirtschaftsgüter des steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs des übertragenden Vereins, die auch beim aufnehmenden Verein so genutzt werden, können in der Schlussbilanz zum Buchwert angesetzt werden, da sie auch künftig der Körperschaftsteuer unterliegen (die Befreiung gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG, Anhang 3, greift insoweit nicht), es erfolgt dadurch keine Aufdeckung stiller Reserven.

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