Reuber, Die Besteuerung der... / 1. Ertragsteuerliche Behandlung
 

Tz. 15

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Nimmt ein Sportverein das Optionsrecht nach § 67a Abs. 2 AO (Anhang 1b) in Anspruch, sind Einnahmen aus Sportveranstaltungen, an denen nur unbezahlte Sportler teilnehmen, dem Tätigkeitsbereich Zweckbetrieb "Sport" zuzuordnen. Kommen anlässlich derartiger Veranstaltungen auch bezahlte Sportler zum Einsatz, sind die Einnahmen anlässlich derartiger Sportveranstaltungen im Tätigkeitsbereich der steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe – "bezahlter Sport" – zu erfassen. U.U. kann beim Überschreiten der Besteuerungsfreigrenze von 35 000 EUR (bis zum Veranlagungszeitraum 2006: 30 678 EUR) (s. § 64 Abs. 3 AO, Anhang 1b) Ertragsteuerpflicht ausgelöst werden.

Die dem Verein zufließenden Ablösezahlungen für die Freigabe von Sportlern beeinträchtigen die Steuerbegünstigung wegen Gemeinnützigkeit nicht. Derartige Zahlungen sind im Zweckbetrieb "sportliche Veranstaltungen" zu erfassen, wenn der den Verein wechselnde Sportler vor seiner Freigabe unbezahlt war bzw. als unbezahlt galt (Umkehrschluss aus s. AEAO zu § 67a Abs. 3 AO TZ 39, Anhang 2).

 

Tz. 16

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Abfließende Ablösezahlungen für einen Sportler, der beim aufnehmenden Verein als unbezahlt anzusehen ist, sind Betriebsausgaben des Zweckbetriebes "sportliche Veranstaltungen". Für den Erhalt der Steuerbegünstigung wegen Gemeinnützigkeit ist aber darauf zu achten, dass

die Pauschalzahlungen für die Ausbildungskosten nicht mehr als 2 557 EUR betragen,
bei höheren Kostenerstattungen die Ausbildungskosten des Sportlers durch Einzelnachweis belegt werden.

Derartige Zahlungen für einen Sportler dürfen aber nicht den Überschuss des steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs "sportliche Veranstaltungen" mindern (s. AEAO zu § 67a Abs. 3 Tz. 40, Anhang 2).

 

Tz. 17

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Werden die vorgenannten Grundsätze nicht beachtet, droht die Aberkennung der Steuerbegünstigung wegen Gemeinnützigkeit.

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