Wenn die Steuerschuld das Existenzminimum übersteigt
Verlust aus Stillhaltergeschäften und Verlustbeschränkung
Vor dem FG Köln wurde folgender Fall verhandelt: Aus Stillhaltergeschäften ergaben sich für die Klägerin Verluste. Doch in Höhe von 390.000 Euro konnten Verluste aufgrund der Verlustausgleichsbeschränkung nach § 22 Nr. 3 Satz 3 und 4 EStG nicht mit den positiven Einkünften aus anderen Einkunftsarten verrechnet werden. Entsprechend war auch Gesamtbetrag der Einkünfte erhöht.
Existenzminimum muss steuerfrei belassen werden
Die Klägerin forderte, dass die Gesamtsteuerbelastung gemindert und der Grundfreibetrag berücksichtigt wird. Ihre Klage vor dem FG Köln hatte Erfolg. Das Gericht verwies auf das sog. subjektive Nettoprinzip. Demnach muss der Staat einem Steuerpflichtigen von seinem Erworbenen so viel steuerfrei belassen, wie zur Bestreitung des notwendigen Lebensunterhalts erforderlich sei (Existenzminimum).
Das Existenzminimum sei von Verfassungswegen die Untergrenze für einen Zugriff durch die Einkommensteuer. Dabei sei keine Gesamtbetrachtung über mehrere Jahre vorzunehmen, sondern das Existenzminimum in jedem Veranlagungsjahr von der Besteuerung auszunehmen.
Revision beim BFH
Gegen das Urteil wurde Revision eingelegt. Beim BFH ist das Verfahren unter Az. IX R 18/23 anhängig.
FG Köln, Urteil v. 26.4.2023, 5 K 1403/21, veröffentlicht am 10.8.2023
-
Erstattungszinsen für Gewerbesteuer als steuerpflichtige Betriebseinnahmen
425
-
Antrag auf Aufteilung der Steuerschuld nach § 268 AO ist unwiderruflich
284
-
Sonderausgabenabzug für einbehaltene Kirchensteuer auf Kapitalerträge aus anderen Einkunftsarten
281
-
Vermietung an den Partner in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft
169
-
Abzug von Fahrtkosten zur Kinderbetreuung
153
-
Abschreibung für eine Produktionshalle
140
-
Nachweis der betrieblichen Nutzung eines Pkw nach § 7g EStG
138
-
Zufluss von nicht ausgezahlten Darlehenszinsen eines beherrschenden Gesellschafters
136
-
Aufwandsentschädigung an einen ehrenamtlich tätigen Ortsvorsteher
120
-
Berechnung der Zehn-Jahres-Frist bei sanierungsrechtlicher Genehmigung
116
-
Nutzung des Privatwagens anstelle des Firmenwagens
11.05.2026
-
Vollverzinsung nach § 233a AO und Billigkeit
11.05.2026
-
Verspätungszuschlag für nicht fristgemäß abgegebene Gewinnfeststellungserklärung
11.05.2026
-
Steuerfreiheit von Corona-Sonderzahlungen
07.05.2026
-
Hinzurechnung von Hotelzimmermieten bei einem Veranstalter für Konferenzen, Events und Reisen
07.05.2026
-
Vollverzinsung verstößt nicht gegen das Unionsrecht
07.05.2026
-
Alle am 7.5.2026 veröffentlichten Entscheidungen
07.05.2026
-
Nichtigkeit von geschätzten Verwaltungsakten
06.05.2026
-
Wirksamkeit von Honorarvereinbarungen
06.05.2026
-
Gelangensbestätigung keine Voraussetzung für Vertrauensschutz
04.05.2026