Altersversorgung über eine Unterstützungskasse anstelle bisheriger Pensionszusage
Sachverhalt:
Der beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer H hatte von der H-GmbH seit 1996 Anspruch auf eine Altersversorgung. Dies wurde in 2008 dahingehend geändert, dass die bisherige Versorgungszusage ruhend gestellt wird und an deren Stelle fortan die überbetriebliche Versorgungskasse X treten soll. Zugleich war damit auch eine Erhöhung der Altersversorgung verbunden. Das Finanzamt sah in dieser rückgedeckten Unterstützungskasse nach § 4d Buchst. c EStG eine Neuzusage. Da H zum Zusagezeitpunkt 56 Jahre und 8 Monate alt war, könne er den Anspruch nicht mehr erdienen, sodass eine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegt.
Entscheidung:
Nach erfolglosem Einspruch hat das Finanzgericht die Klage als unbegründet abgewiesen. Allerdings sieht das Finanzgericht keine verdeckte Gewinnausschüttung, sondern verneint einen Betriebsausgabenabzug für die Zuwendungen an die Unterstützungskasse mangels betrieblicher Veranlassung. Denn die Norm des § 4d EStG ist die speziellere Regelungen zur Nichtabziehbarkeit von Aufwendungen, die damit einer verdeckte Gewinnausschüttung nach § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG vorgeht. Folglich sei unerheblich, ob beim Gesellschafter-Geschäftsführer ein sonstiger Bezug als erforderlicher Vorteil i. S. d. § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG ausgelöst wurde.
Durch den Wechsel des Durchführungsweges ist zu fordern, dass der Anspruch aus dieser (neuen) Altersversorgung auch erdient werden kann. Hierbei überträgt das Finanzgericht den vom BFH zur verdeckten Gewinnausschüttung aufgestellten 10-jährigen Erdienenszeitraum als Tatbestandsvoraussetzung und folgert, dass die fiktiv aus der Zusage zu erbringenden Leistungen durch die Gesellschafterstellung des Zusageempfängers veranlasst sind. Auch eine ansonsten angemessene Gesamtausstattung des Gesellschafter-Geschäftsführers ändert nichts an den Rechtsfolgen eines nicht eingehaltenen Erdienenszeitraums.
Aufgrund der völlig anderen Qualität der Zusage gilt dies grundsätzlich wie für eine Neuzusage vollumfänglich und nicht nur – wie vom Finanzamt vorgenommen – für die rechnerische Erhöhung der Altersversorgung. Nur das sog. Verböserungsverbot schützte die H-GmbH vor einer weiteren Steuererhöhung.
Praxishinweis:
Da es hinsichtlich des vom Finanzgericht bejahten Vorrangverhältnisses (§ 4d Abs. 1 Satz 1 EStG als lex specialis) keine höchstrichterliche Rechtsprechung gibt, wurde die Revision (Az. beim BFH: I R 33/15) wegen grundsätzlicher Bedeutung zugelassen.
FG des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil v. 25.2.2015, 3 K 135/12, Haufe Index 8663764
-
Erstattungszinsen für Gewerbesteuer als steuerpflichtige Betriebseinnahmen
359
-
Sonderausgabenabzug für einbehaltene Kirchensteuer auf Kapitalerträge aus anderen Einkunftsarten
320
-
Antrag auf Aufteilung der Steuerschuld nach § 268 AO ist unwiderruflich
261
-
Vermietung an den Partner in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft
183
-
Selbst getragene Kraftstoffkosten bei der 1 %-Regelung
172
-
Abzug von Fahrtkosten zur Kinderbetreuung
152
-
Abschreibung für eine Produktionshalle
147
-
Zufluss von nicht ausgezahlten Darlehenszinsen eines beherrschenden Gesellschafters
129
-
Berechnung der Zehn-Jahres-Frist bei sanierungsrechtlicher Genehmigung
122
-
Nachweis der betrieblichen Nutzung eines Pkw nach § 7g EStG
108
-
Anrechnung ausländischer Quellensteuer auf die Gewerbesteuer
22.04.2026
-
Nachträglich bekannt gewordene Tatsachen bei Eheschließung
22.04.2026
-
Gewerbesteuerliche Einordnung von Miet- und Pachtzinsen
21.04.2026
-
Verluste aus russischen Wertpapieren steuerlich nicht abziehbar
21.04.2026
-
Verfassungsmäßigkeit des § 15a Abs. 1a EStG
20.04.2026
-
Umsatzsteuerpflicht von Bestattungsleistungen
20.04.2026
-
Vermietung eines Flugzeugs mit Verlusten
20.04.2026
-
Auskunft über Mandantenforderungen eines Rechtsanwalts
17.04.2026
-
Tarifbegünstigung bei sukzessiver Abgabe von Versicherungsbeständen
17.04.2026
-
Reichweite einer Bekanntgabevollmacht
16.04.2026