Alkohol als Unfallursache muss bewiesen werden
Auf dem Heimweg von der Arbeit im gemeindlichen Bauhof war der Kläger mit seinem Wagen von der Straße abgekommen und verunglückt. Über 5 Stunden später suchte er ein Krankenhaus auf. Dort stellte man einen Bruch der Halswirbelsäule fest – aber auch eine BAK von 1,5 Promille.
Kein Arbeitsunfall wegen Alkoholgenuss
Die zuständige Berufsgenossenschaft lehnte die Feststellung eines Arbeitsunfalls ab, denn der Unfall sei wesentlich durch alkoholbedingte Fahruntüchtigkeit verursacht. Der Zusammenhang mit einer versicherten Arbeit trete dahinter zurück. Das Sozialgericht hatte diese Entscheidung zunächst bestätigt, in der Berufung entschied das Bayer. Landessozialgericht anders.
Zeitpunkt des Alkoholgenusses nicht nachweisbar
Die Angabe des Klägers, er habe nach dem Unfall Schnaps getrunken, schließe eine Rückrechnung der BAK von 1,5 Promille auf den Unfallzeitpunkt aus. Wie viel Alkohol der Kläger vor und nach dem Unfall getrunken hatte, sei trotz umfangreicher Beweisaufnahme nicht mehr aufklärbar gewesen. Die Aussagen der einvernommenen Arbeitskollegen hätten keinen entsprechenden Nachweis erbracht. Ein medizinisches Sachverständigengutachten habe verneint, dass ein jahrelanger überhöhter Alkoholkonsum die erhebliche Alkoholisierung des Klägers im Unfallzeitpunkt beweise.
Sicher ist nur: Unfall auf dem Arbeitsweg
Allein bewiesen werden konnte, dass sich der Unfall auf dem versicherten Nachhauseweg ereignet hat. Für den Einwand, der Unfall sei entscheidend auf die Alkoholisierung des Klägers zurückzuführen, sei die Berufsgenossenschaft im Ergebnis beweislos geblieben. Ein Arbeitsunfall sei deshalb anzuerkennen.
Beweislast liegt beim Unfallversicherungsträger
Unfälle auf dem Weg zur und von der Arbeit sind grundsätzlich unfallversichert. Die Entscheidung des Bayer. Landessozialgerichts vom 17.04.2012 - L 3 U 543/10 ZVW zeigt: Soll ein Wegeunfall alkoholbedingt ausnahmsweise nicht dem gesetzlichen Versicherungsschutz unterliegen, trägt die Beweislast die Berufsgenossenschaft. Ist die alkoholbedingte Verkehrsuntüchtigkeit nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nachweisbar, ist der Unfallversicherungsträger leistungspflichtig.
-
Wie wirkt sich Krankengeld auf die Rente aus?
1.170
-
Urlaub während Krankschreibung: Was ist zu beachten?
1.108
-
Neue Arbeitsverhältnisse
334
-
Einmalzahlungen und ihre Wirkung auf das Krankengeld
322
-
Die rechtmäßige Aufforderung durch die Krankenkasse
290
-
Entgeltfortzahlung und Krankengeld - unterschiedliche Berechnungen beachten
282
-
Erste Fragen zur neuen AU-Bescheinigung
186
-
Widerspruch gegen die Aufforderung der Krankenkasse zur Reha
182
-
MDK Untersuchung der Arbeitsunfähigkeit
164
-
Entgeltfortzahlung statt Kinderkrankengeld für Azubis
158
-
Finanzierung ambulanter Operationen für Kinder und Jugendliche gesichert
04.06.2026
-
Kinderkrankengeld: Mütter tragen weiterhin Hauptlast bei Betreuung
01.06.2026
-
Kabinett erkennt Parkinson durch Pestizide als Berufskrankheit an
28.05.2026
-
Gesundheitsatlas verzeichnet deutlichen Rückgang bei Herzinfarkten
27.05.2026
-
Beratung durch die Krankenkassen auch ohne Einwilligung der Versicherten
26.05.2026
-
Apotheken bekommen mehr Kompetenzen
26.05.2026
-
So profitieren pflegende Angehörige von der Rentenversicherung
22.05.2026
-
Urteile zur gesetzlichen Unfallversicherung im Überblick
18.05.2026
-
Kein Unfallversicherungsschutz bei Firmenfußball-Cup
18.05.2026
-
Hohe Belastung bei pflegenden Angehörigen durch Beruf und Pflege
15.05.2026