Krankenkassen fordern mehr Mitsprache beim e-Health-Gesetz
Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) fordern mehr Mitsprache bei der Umsetzung des sogenannten e-Health-Gesetzes, das zu mehr digitaler Vernetzung im Gesundheitswesen führen soll. «Eigentlich müsste bei dem ganzen Projekt gelten: Die Kassen, und damit die Beitragszahler, sind diejenigen, die bezahlen, also sind sie auch diejenigen, die bestimmen», sagte die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, der Deutschen Presse-Agentur. «Das ist aber weder nach der bisherigen noch nach der neuen Gesetzeslage der Fall.»
Gröhe will e-Health-Gesetz beschleunigen
Kern des e-Health-Gesetzes ist der Aufbau eines sicheren Datennetzes zwischen Ärzten, Kliniken, Apothekern und letztlich auch Patienten. Das Bundeskabinett will den Entwurf von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) am 27.5.2015 verabschieden. Durch Fristen, die bei Nichteinhalten Sanktionen nach sich ziehen, will Gröhe das lange Zeit von verschiedener Seite blockierte IT-Vorhaben beschleunigen.
«Viel zu lang wurde schon gestritten. Jetzt gehört endlich der Patient und der konkrete Nutzen der elektronischen Gesundheitskarte für den Patienten in den Mittelpunkt», erklärte Gröhe dazu. «Deshalb machen wir Tempo durch klare gesetzliche Vorgaben, Fristen und Anreize, aber auch Sanktionen, wenn blockiert wird.»
Enorme Vorteile der eGK
Gröhe weiter: «Der Nutzen für die Patienten ist enorm: Wenn es nach einem Unfall schnell gehen muss, soll der Arzt überlebenswichtige Notfalldaten sofort von der Gesundheitskarte abrufen können. Und wir wollen, dass ein Arzt direkt sehen kann, welche Medikamente sein Patient gerade einnimmt. So können gefährliche Wechselwirkungen verhindert werden.»
Fristen setzen Krankenkassen unter Druck
Pfeiffer kritisierte, durch die zeitlichen Vorgaben würden die Kassen noch zusätzlich unter Druck gesetzt. Die «herzliche Bitte» der Kassen wäre, diese Fristen sowohl mit den derzeitigen technischen Möglichkeiten der Industrie als auch mit den zeitaufwendigen Sicherheitsüberprüfungen durch die Datenschützer abzugleichen.
Die Industrie könne zurzeit beispielsweise an einigen Punkten noch nicht für die Lieferung der zugesagten Produkte garantieren. «Die Lieferungen sind noch nicht so, dass wir sagen könnten, das klappt alles wunderbar.» Wenn aber die Industrie für die anstehenden Erprobungsphasen nicht pünktlich liefere, «werden wir durch das Gesetz auch noch finanziell bestraft, wo die Kassen doch ohnehin die ganze Chose zahlen müssen. Sanktionen müssen den Verursacher treffen, und das sind die Kassen beileibe nicht.»
Gesundheitsdaten nur im geplanten Hochsicherheitsnetz austauschen
Pfeiffer betonte darüber hinaus, das jetzt geplante, sehr teure Hochsicherheitsnetz sollte auch das einzige sein, über das Gesundheitsdaten durchgehend mit dem gleichen Sicherheitsniveau ausgetauscht werden. Es dürfe keine unsichereren Parallelnetze geben. Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) verfügen über eigene Netze, auf denen nicht nur Abrechnungen transportiert werden, sondern auch Gesundheitsdaten.
Grundsätzlich begrüßte Pfeiffer das Gesetz jedoch: «Wir sind ja sehr froh, dass die Bundesregierung mit dem Gesetz nochmal ein Signal setzt: Wir wollen dieses hoch sichere Netz und wir wollen es möglichst schnell.» Das digitale Netz sei unter anderem auch eine wichtige Voraussetzung für eine bessere, sektorübergreifende Qualitätssicherung. «Es wird Zeit, dass auch das Gesundheitswesen kommunikativ im 21. Jahrhundert ankommt.»
-
Wie wirkt sich Krankengeld auf die Rente aus?
1.169
-
Neue Arbeitsverhältnisse
732
-
Urlaub während Krankschreibung: Was ist zu beachten?
730
-
Entgeltfortzahlung und Krankengeld - unterschiedliche Berechnungen beachten
384
-
Einmalzahlungen und ihre Wirkung auf das Krankengeld
366
-
Entgeltfortzahlung statt Kinderkrankengeld für Azubis
291
-
Die rechtmäßige Aufforderung durch die Krankenkasse
276
-
Erste Fragen zur neuen AU-Bescheinigung
270
-
Folgen der Aufforderung
224
-
MDK Untersuchung der Arbeitsunfähigkeit
219
-
Einigung über sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen erzielt
13.03.2026
-
Ursprüngliche Pflegegradeinstufung bleibt maßgeblich bei Zweifeln
12.03.2026
-
Gericht erkennt Schülerunfall auf Umweg als versichert an
11.03.2026
-
GKV-Spitzenverband übergibt neunten Bericht zur Fortschreibung des Hilfsmittelverzeichnisses
10.03.2026
-
Bundestag beschließt Änderungen an der Krankenhausreform
09.03.2026
-
Rentenerhöhung 2026
09.03.2026
-
Vertrauen in Pflegeversorgung schwindet – Mehrheit fordert Reformen
27.02.2026
-
Antragsloses Kindergeld soll Eltern entlasten
20.02.2026
-
Elektronische Patientenakte bleibt hinter Erwartungen zurück
19.02.20261
-
Mehrheit hält Sozialstaat für nicht finanzierbar
11.02.2026