20.07.2012 | Top-Thema Wie Fahrlässigkeit den Versicherungsschutz gefährdet

Leichte Fahrlässigkeit

Kapitel
Vorsatz oder leichte Fahrlässigkeit?
Bild: Haufe Online Redaktion

Bei leichter Fahrlässigkeit muss der Versicherer auf alle Fälle zahlen. Kritisch ist hier nur die Abgrenzung zur groben Fahrlässigkeit, bei der der Versicherer seine Leistung kürzen kann.

Beispiel: Leichte Fahrlässigkeit

Ein Mieter erhitzt Fett in einem Fondue-Topf auf dem Herd. Anfangs beobachtet er das Fett ständig. Als er einen Telefonanruf erhält verlässt er die Küche, um den Hörer seiner Freundin weiter zu reichen. In den zwei Minuten, für die er sich aus der Küche entfernt hat, explodiert der Topf und ein Feuer bricht aus.

Nach der Rechtsprechung kann der Vermieter vom Mieter nur Ersatz verlangen, wenn dem Mieter Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann. Ist der Brand nicht vom Mieter verschuldet, haftet er auch nicht. Sein Haftpflichtversicherer muss dann ebenfalls nicht leisten.

Das OLG Karlsruhe bewertete das Verhalten des Mieters lediglich als leicht fahrlässig. Zwar habe der Mieter mit dem Verlassen der Küche objektiv und subjektiv die allgemeine Sorgfaltspflicht verletzt. Für die leichte Fahrlässigkeit sprach aber aus Sicht des Gerichts, dass er das heiße Fett anfangs ständig beobachtet habe und er sich nur kurz aus der Küche entfernt habe (OLG Karlsruhe, Urteil vom 7.2.2008, 12 U 126/07).

Schlagworte zum Thema:  Fahrlässigkeit, Sorgfaltspflicht, Versicherungsleistung, Versicherungsschutz

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