20.07.2012 | Top-Thema Wie Fahrlässigkeit den Versicherungsschutz gefährdet

Verschulden des Versicherungsnehmers

Kapitel
Versicherte müssen mit Abstrichen rechnen
Bild: Haufe Online Redaktion

Wenn sich der Versicherte grob fahrlässig verhalten hat, war der Versicherungsschutz bis vor einigen Jahren regelmäßig dahin. Nach neuem Recht kann stattdessen die Versicherungsleistung auch nur verringert werden.

Kürzung oder Totalausfall der Versicherungsleistung?

Wie stark die Kürzungen ausfallen, ist dabei im Voraus schwer zu sagen. In welchen Fällen Versicherungen zahlen müssen und wann die Versicherten mit Abstrichen rechnen müssen oder sogar leer ausgehen, richtet sich nach den verschiedenen Umständen und Besonderheiten des Versicherungsfalls. In welchem Umfang eine Versicherung zur Leistung verpflichtet ist, richtet sich nach dem Verschuldensgrad des Versicherten.

Verschuldeter Versicherungsfall

§ 81 VVG unterscheidet bei der Herbeiführung eines Versicherungsfalls zwischen:

  • einem vorsätzlichen Herbeiführen des Versicherungsfalls durch den Versicherungsnehmer und

  • einem grob fahrlässig herbeigeführten Versicherungsfall.

Die Regelungen des § 81 VVG gelten grundsätzlich für alle Schadensversicherungen. Für die Haftpflichtversicherung gilt § 103 VVG, für die Transportversicherung § 137 VVG.

Vorsatz

Auch trotz der seit 2008 im Versicherungsrecht geltenden Quotenregelung erhalten nicht alle Versicherten im Schadenfall Geld. Ein Klassiker unter den Versicherungsbetrugsversuchen. Ein Auto wird absichtlich zu Schrott gefahren, weil die Kaskoversicherung vermutlich mehr zahlt, als bei einem Verkauf zu erzielen gewesen wäre. In solch einem Fall besteht verständlicherweise kein Anspruch auf eine Versicherungsleistung.

Leistungsfreiheit bei Vorsatz

Hat der Versicherte den Schaden vorsätzlich herbeigeführt, muss der Versicherer nicht zahlen (sog. Leistungsfreiheit § 81 Abs. 1 VVG), sofern er dem Versicherungsnehmer den Vorsatz nachweisen kann. Hier gilt noch nach wie vor das Alles-oder-Nichts-Prinzip. Der Vertrag bleibt weiterhin bestehen.

Schlagworte zum Thema:  Grobe Fahrlässigkeit, Versicherungsleistung, Leistungsfreiheit, Fahrlässigkeit, Versicherungsschutz

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