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Neujahrstestament, Weihnachtsscheidung und andere Tannenbaumschäden

Weihnachten hate es in sich, familien- und erbrechtlich betrachtet
Bild: Haufe Online Redaktion

Haben Sie die Feiertage gut vorbereitet? Nein, nicht nur Geschenke, Speiseplan oder Weinkeller, sondern auch den möglichst friedfertigen und reizarmen Verlauf? Immerhin wird jede 3. Scheidung nach den Feiertagen eingereicht und schon so manches Testament ist nach dem Fest des Friedens einer Generalüberholung unterzogen worden.

Fast alle freuen sich auf die Feuertage, doch nicht selten kommt es dann doch, trotz aller guten Ratschläge zur Stressvermeidung zum folgenschweren Festtags-Fiasko.

Familienrechtlicher Streitigkeiten im Schlepptau des Weihnachtsfestes

Der markante Ausschlag nach oben  bei familienrechtlichen Streitigkeiten im Dezember und Januar ist ein statistischer Wert, der Rechtsanwälte zum Einrichten von Notdiensten anregen könnte  – ähnlich der Weihnachtstafeln von Charitas & Co. Aber Vorsicht: Freiberufler-Ehen sind besonders gefährdet. Wer zwischen den Feiertagen zu oft ins Büro verschwindet, untermauert am Ende die Statistik.

Vor den Festtagen: Einkaufsstraße

Alle Jahre wieder erhofft sich jeder vom Weihnachtsfest Frieden und Harmonie. Manchen ist schon vorher klar, dass sich die Aussicht darauf in Grenzen hält. Doch auch bei vermeintlich glücklichen (Ehe-)Paaren und Familien bringt das Fest der Liebe oft mehr Ärger und Streit, als weihnachtlichen Entspannung.

Stress, Streit über Gestalt und Schmuck der Nordmanntanne, Sinn des weihnachtlichen Kirchgangs sowie Menüauswahl und -qualität stellen den Weihnachtsfrieden oft auf eine harte Probe noch ehe das erste Geschenk ausgepackt ist.

„Weißgold, ich sagte WEISSgold!!“

Oft entpuppt sich das Auspacken als zweite Klippe für die Feststimmung: Missverständnisse  („Weißgold, ich sagte WEISSgold“), Geschmacksverirrungen, Undank und (vermeintliche) Knauserei können Tränen und Ausbrüche verursachen, die zu Flüchen oder Fluchtversuchen in der Festgesellschaft führen. Dabei hatten sich doch alle auf die freien Tage gefreut.

Danach: zum Anwalt oder zum Notar?

Nicht nur bei schon im Vorfeld wenig harmonischen Familienkonstellationen tun sich dann schnell juristische Fachfragen auf: Zweifel am Fortbestand der Ehe, an Erbwürdigkeit oder Vaterschaft („Er kann ja nicht einmal eine Eisenbahn aufbauen!“) tauchen auf. Auszugspläne bei Partner oder Nachwuchs und – als letzter Korrekturversuch - Überlegungen, das Testament betreffend, stellen sich ein.

Nachfrage nach anwaltlicher Beratung

Auch bei schon gescheiterten Ehen regt sich um die Feiertage Nachfrage nach anwaltlicher Beratung. Trotz minutiöser Pläne oder gerichtlicher Umgangsregelung wird der Nachwuchs am 2. Weihnachtstag nicht herausgerückt („Grippe“) oder nicht abgeholt (Arbeit). Das lässt man sich nicht bieten und braucht eine einstweilige Verfügung oder sieht schnell noch mal in der Düsseldorfer Tabelle nach. Wird die nicht sowieso zum 1.1. geändert? Da rechnen wir doch gleich noch mal durch.

Traurige Zahlen

Nach Erhebungen des Anwaltsuchportals „anwalt.24“ nimmt in der Weihnachtszeit  die Suche nach Fachanwälten für Familien- und Erbrecht signifikant zu, für Mandate zum Kindschaftsrecht stiegen die Suchanfragen noch massiver an (um 71, 6 %). 

Fazit: Festtagsball flach halten, höflich sein zu zu älteren Verwandten und den Schwerpunkt des Friedensfestes auf die 1. Silbe legen.

Vgl. zu dem Thema auch:

Recht zur Weihnachtszeit

Weihnachtsbrände: Wann die Versicherung trotz Nachlässigkeit zahlt

Welche Weihnachtsgeschenke sind zulässig?

Schlagworte zum Thema:  Scheidung, Streitige Scheidung

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