Haushaltsnahe Dienstleistun... / 6.3 Begünstigte Aufwendungen

Nach § 35a Abs. 3 EStG sind nur die Aufwendungen für Handwerkerleistungen einschließlich der in Rechnung gestellten Maschinen- und Fahrtkosten sowie der Verbrauchsmittel (z. B. Schmier-, Reinigungs- oder Spülmittel, Streugut) begünstigt. Materialkosten oder sonstige im Zusammenhang mit den Handwerkerleistungen gelieferte Waren (z. B. Fliesen, Tapeten, Farbe oder Pflastersteine) bleiben außer Ansatz.

Gerüstmiete

Genauso wie Maschinenkosten müssten m. E. auch die Aufwendungen für Kran, Bagger, Einrichten der Baustelle und Gerüstmiete zu den berücksichtigungsfähigen Aufwendungen gehören. Die Finanzverwaltung rechnet dagegen die Gerüstmiete zu den nicht begünstigten Aufwendungen. Es erscheint nicht unbedingt logisch, wenn Maschinenkosten begünstigt sind, nicht dagegen die Miete für das Gerüst.

Ermittlung der begünstigten Aufwendungen

Der Anteil der Arbeitskosten muss grundsätzlich anhand der Angaben in der Rechnung gesondert ermittelt werden können. Auch eine prozentuale Aufteilung des Rechnungsbetrags in Arbeitskosten bzw. Materialkosten durch den Rechnungsaussteller ist zulässig.

Eine Schätzung des Anteils der Arbeitskosten durch den Steuerpflichtigen lehnt die Finanzverwaltung ab.

Werden zwischen Handwerker und Kunden Einheitspreise nach Aufmaß (Meter, Quadratmeter) oder Pauschalpreise vereinbart, die sowohl Material als auch Arbeitsleistung enthalten, so muss darauf geachtet werden, dass diese Positionen in der Rechnung getrennt aufgeführt werden.

Wichtig

Mehrwertsteuer nicht vergessen

Wenn eine Aufteilung vorzunehmen ist, darf nicht vergessen werden, die Mehrwertsteuer zu den begünstigten Aufwendungen hinzuzurechnen.

Achtung

Höchstbetrag der berücksichtigungsfähigen Handwerkerleistungen

Der Höchstbetrag der berücksichtigungsfähigen Lohnkosten für Handwerkerleistungen beträgt seit 2009 jährlich 6.000 EUR. Darüber hinausgehende Aufwendungen bleiben außer Ansatz. Sie können auch nicht auf das folgende Jahr vorausgetragen werden.

Praxis-Tipp

Aufwendungen übersteigen Höchstbetrag

Verteilung auf 2 Jahre

Übersteigen die Aufwendungen voraussichtlich den Höchstbetrag von 6.000 EUR, empfiehlt sich durch Vorauszahlungen oder Ratenzahlungen eine Verteilung auf 2 Jahre. Entscheidend für den Abzug ist immer das Jahr der Bezahlung.

Abschlags- und Vorauszahlungen können nur dann berücksichtigt werden, wenn hierfür eine Rechnung vorliegt, welche die Voraussetzungen des § 35a EStG erfüllt.

Die auf die Handwerkerleistungen entfallende Mehrwertsteuer gehört zu den begünstigten Aufwendungen. Ein gesonderter Ausweis der auf die Arbeitskosten entfallenden Mehrwertsteuer ist nicht erforderlich. Sie muss im Fall einer Rechnungsaufteilung ggf. errechnet werden.

Praxis-Beispiel

Trennung von Lohn und Material

Für Malerarbeiten in seinem Einfamilienhaus bezahlt A an die Malerfirma Z einen Betrag von 3.570 EUR inkl. 570 EUR MwSt. Davon entfallen laut Rechnung auf Material 1.400 EUR und 1.600 EUR auf den Arbeitslohn jeweils zzgl. Mehrwertsteuer. A kann eine Steuerermäßigung nach § 35a Abs. 3 EStG in Höhe von 20 % von 1.904 EUR (1.600 + 304 EUR MwSt.) = 381 EUR beantragen.

Achtung

Keine Gefälligkeitsrechnungen

Gewarnt werden muss vor Gefälligkeitsrechnungen, in denen auf Wunsch des Auftraggebers der Materialanteil zu niedrig ausgewiesen wird.

Versicherungsentschädigungen mindern die berücksichtigungsfähigen Aufwendungen. Dabei sind nicht nur erhaltene, sondern auch in späteren Jahren zu erwartende Zahlungen zu berücksichtigen.

Ersetzt die Versicherung nur einen Teil des Schadens, so ist die Entschädigung anteilig auf Material- und Lohnkosten aufzuteilen.

Praxis-Beispiel

Minderung berücksichtigungsfähiger Aufwendungen bei Versicherungsentschädigungen

Versicherungsentschädigungen

B erhält von seiner Versicherung für einen Brandschaden eine Entschädigung in Höhe von 10.000 EUR. Die Zahlungen von B für die Schadensbeseitigung betrugen insgesamt 15.000 EUR, wovon 70 % auf Lohnkosten entfielen.

Die Steuerermäßigung nach § 35a Abs. 3 EStG wird wie folgt berechnet:

  • Aufwendungen insgesamt • 15.000 EUR
  • abzgl. Versicherungsentschädigung • 10.000 EUR
  • verbleibt Eigenaufwand • 5.000 EUR
  • davon Lohnkosten (70 %) • 3.500 EUR
  • Steuerermäßigung nach § 35a Abs. 3 EStG • 700 EUR

Der Einlassung des B, dass die Versicherung die Materialkosten voll, die Lohnkosten nur teilweise ersetzt hat, wird das Finanzamt nicht Folge leisten.

Wartungsverträge

Bei Wartungsverträgen wird es nicht beanstandet, wenn der Anteil der Arbeitskosten, der sich auch pauschal aus einer Mischkalkulation ergeben kann, aus einer Anlage zur Rechnung hervorgeht. Zu den begünstigten Kosten gehören bei einem Aufzugswartungsvertrag auch die Rufbereitschaft, soweit es sich um eine nicht gesondert berechnete Nebenleistung handelt.

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