§ 13 Unfallmedizin für Anwälte / cc) Komplikationen, Spätfolgen und Risiken
 

Rz. 25

Bei der Oberarmschaftfraktur oder Humerusschaftfraktur besteht oftmals die Gefahr der Verletzung des Radialisnervs. Dieser Nerv kreuzt im mittleren Oberarmdrittel knochennah den Humerus und ist in der Region bis zu 15 % begleitverletzt. Allerdings kann dieser Nerv auch bei einer Metallentfernung (Nagelentfernung) verletzt werden. Wenn der Nerv geschädigt ist, tritt die sog. Fallhand ein, d.h. durch Ausfall der Handstruktur fällt die Hand nach vorne und kann nicht waagerecht gehalten werden.

 

Rz. 26

Als weitere Komplikation kann die Pseudarthrose auftreten (siehe Rdn 293). Die Pseudarthrose ist eine verzögerte Knochenheilung oder eine endgültige unvollständige Knochenheilung. Die Knochenfragmente bleiben getrennt und wachsen nicht zusammen. Es können auch Durchblutungsstörungen oder Infektionen auftreten. Bei den Pseudarthrosen kann es häufig auch zu Dauerschäden in Form von Funktionseinschränkungen einzelner Gelenke oder Körperteile in der Beweglichkeit kommen. Ferner hat der Geschädigte oftmals dauerhaft Schmerzen und muss Medikamente zu sich nehmen. All diese Einschränkungen haben naturgemäß auf die einzelnen Schadenspositionen Einfluss.

 

Rz. 27

Als weitere Komplikation kann es zu Nervenschädigungen oder auch zu Infektionen, Lähmungen, Gefühlsstörungen oder vegetativen Störungen kommen. Von einer Infektion spricht man, wenn Krankheitserreger zu einer Schädigung des Wirtes führen. Es kann zu bakteriellen Gelenkinfektionen kommen, wodurch irreversible Schädigungen oder eine vorzeitige Arthrose auftreten können. Dies kann dann je nach Art und Umfang einen langwierigen und schwierigen Krankheitsverlauf nehmen.

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