| Arbeitszeitgesetz

Welche Pausenzeiten sind arbeitsrechtlich einzuhalten?

Ruhepausen sind wichtig und auch arbeitsrechtlich vorgeschrieben
Bild: Haufe Online Redaktion

Arbeit macht das Leben süß, aber Pausenzeiten sind nach dem Arbeitszeitgesetz trotzdem einzuhalten. Vielen Arbeitnehmern und auch manchen Arbeitgebern ist jedoch nicht einmal bewusst, welche Pausenzeiten verpflichtend sind. Doch Nichteinhaltung kann Folgen haben. Kommt es zu Unfällen, drohen sozialversicherungsrechtliche Konsequenzen und Schadensersatzpflichten. Beharrliche und gefährliche Verstöße können sogar als Straftat geahndet werden.

Neben den zulässigen Höchstarbeitszeiten regelt das ArbZG auch die Einhaltung von Ruhepausen. Nicht jedem sind die Vorgaben geläufig und von der langen südländische Siesta sind deutsche Mittagspausen jedenfalls weit entfernt.

Studie zeigt - deutsche Arbeitnehmer sind Kurzpausler

Nur 30 Minuten Mittagspause gönnen sich deutsche Arbeitnehmer im Durchschnitt - eher kurz im weltweiten Vergleich.

Das zeigt eine aktuelle Umfrage, für die Antworten von 2.500 Arbeitnehmern in 14 Länder ausgewertet wurden. Ob die Arbeitnehmer in der Zeit ein ganzes Menü essen oder nur kurz Sonne tanken, ist egal. Wichtig ist dagegen:

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Ruhepausen steigern die Produktivität und sind vorgeschrieben

Regelmäßige kurze Pausen können Ermüdung verhindern und die Produktivität steigern.

Wenn dann noch geeignete Räumlichkeiten eingerichtet werden, in denen die Pausen wirklich erholsam verbracht werden können, wird die positive Wirkung noch verstärkt.

Arbeitgeber sind verpflichtet, ihren Arbeitnehmern Ruhepausen zu gewähren, § 4 Arbeitszeitgesetz (ArbZG).

  • Eine gesetzliche Definition der Ruhepause gibt es nicht,
  • doch allgemein versteht man darunter eine Arbeitsunterbrechung,
  • während der der Arbeitnehmer nicht zur Arbeitsleistung herangezogen werden kann
  • und die er nach seiner eigener Vorstellung verbringen und gestalten  kann.

Wie lange muss pausiert werden?

Die vorgeschriebene Dauer der Pause

  • beträgt bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden 30 Minuten,
  • bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden 45 Minuten. 

Diese Arbeitsunterbrechungen können auch in andere Zeitabschnitte aufgeteilt werden, müssen dann jedoch mindestens 15 Minuten betragen. 

Laut Gesetz müssen die Pausen im Vorhinein feststehen. Ausreichend ist es dafür aber, dass ein gewisser Zeitraum festgelegt ist, indem sie üblicherweise genommen werden - dies ist in der Regel die übliche Arbeitszeit.

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Unterschied zwischen  Betriebs- und Ruhepausen

Von der Ruhepause zu unterscheiden ist die sogenannte Betriebspause: Das sind überraschende Arbeitszeitunterbrechungen, die z. B. aus technischen Gründen erfolgen. Im Gegensatz zur Ruhepause zählen sie zur Arbeitszeit. Deshalb sind die Beschäftigten regelmäßig während dieser Zeit auch zu bezahlen.

Sanktionen der Nichteinhaltung

Zuwiderhandlungen gegen die gesetzlichen Pausen- und Ruhezeitbestimmungen können als Ordnungswidrigkeit nach § 22 ArbZG geahndet oder - etwa wenn durch die Verstöße Gesundheit oder Arbeitskraft eines Arbeitnehmers gefährdet werden oder Zuwiderhandlungen beharrlich wiederholt werden - als Straftat nach § 23 ArbZG verfolgt werden.

Besondere Regelungen für Jugendliche und stillende Mütter.

Jugendlichen müssen im Voraus feststehende Ruhepausen von angemessener Dauer gewährt werden. Die Ruhepausen müssen mindestens betragen:

  • 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als 4 1/2 bis zu 6 Stunden,
  • 60 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden.

Stillenden Müttern ist auf ihr Verlangen die zum Stillen erforderliche Zeit, mindestens aber zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal täglich 1 Stunde freizugeben. Bei zusammenhängender Arbeitszeit (= keine Unterbrechung von mehr 2 Stunden) von mehr als 8 Stunden sind Stillpausen von zwei mal 45 Minuten als bezahlte Arbeitszeit zu gewähren (§ 7 MuSchG).

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Schlagworte zum Thema:  Arbeitsschutz, Pausen, Arbeitszeit

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