Fußball-WM könnte Arbeitgeber weltweit 14,5 Milliarden Euro kosten
Die Fußball-WM wird für Arbeitgeber zum Härtetest: Viele Mitarbeitende planen, die Spiele während der Arbeitszeit zu schauen, der Arbeit ganz fernzubleiben – oder sie rechnen damit, verkatert zu kommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Umfrage des HR-Software-Anbieters UKG unter 8.000 Mitarbeitenden.
Während der Fußball-WM verkatert zur Arbeit
Demnach wollen 37 Prozent der Befragten weltweit ihre Arbeitszeiten an die Spielzeiten anpassen (Deutschland: 35 Prozent). Rund ein Viertel der Belegschaft geht davon aus, durch frühes Gehen, spätes Erscheinen oder gänzliches Fehlen Arbeitszeit zu verpassen. 14 Prozent wollen die Spiele oder zumindest die Tor-Highlights heimlich streamen, und elf Prozent halten es für möglich, dass sie nach einer feuchtfröhlichen Feier am nächsten Morgen verkatert zur Arbeit kommen. Jeder Fünfte geht demnach sogar so weit, sich einen neuen Job suchen zu wollen, sollte ein strenger Dienstplan das WM-Erlebnis trüben.
In Deutschland sind 27 Prozent der Mitarbeitenden bereit, auszutesten, wie weit sie bei ihren Vorgesetzten gehen können. Von den Betrieben werde damit eine Flexibilität gefordert, auf die sie kaum vorbereitet seien, sagte Suresh Vittal, Chief Product Officer bei UKG. Er sprach von einem "doppelten Schlag aus Fehlzeiten und unproduktiver Anwesenheit". In Deutschland glaubt mehr als ein Drittel der Mitarbeitenden, dass ihrem Arbeitgeber die Fußball-WM gleichgültig ist.
Die Fußball-WM wird zur Planungsaufgabe für HR
Das Turnier werde damit zu Planungsaufgabe für die Personalabteilungen, sagte Vittal: "Wer sie schlecht löst, gefährdet Leistung und Produktivität, ausreichende Besetzung, Kommunikation, Stimmung und die Bindung seiner Mitarbeiter." Tatsächlich entstehe leicht Frust im Büro, der zum Risiko für die Mitarbeiterbindung werden könne. Die Arbeitgeber stünden daher vor einer Bewährungsprobe.
Die Dauer der Fußball-WM beträgt immerhin fast 40 Tage, und nur ein Teil der Spielpaarungen steht vorab fest. Störungen im Betriebsablauf seien also absehbar, und die besten Arbeitgeber seien bereit, sich anzupassen, während das Turnier voranschreite, sagte Vittal: "Mit der richtigen Mischung aus langfristiger Planung, Echtzeit-Überblick und klarer Kommunikation machen sie aus einem drohenden Produktivitätsverlust einen Katalysator." Ein derart vorausschauendes Verhalten wirke lange positiv nach.
Verdeckte Kosten zur Fußball-WM gehen in die Milliarden
Die wirtschaftlichen Folgen durch übermüdete und verkaterte Belegschaften seien erheblich, so die UKG-Studie. Die versteckten Kosten aufgrund geringerer Produktivität würden demnach weltweit bei 14,5 Milliarden Euro, in Deutschland allein bei 1,15 Milliarden Euro und in den USA gar bei 10 Milliarden Euro liegen.
Die Befragung wurde in zahlreichen Ländern durchgeführt, darunter Deutschland, die USA, Frankreich, Mexiko und Australien. Die geringsten versteckten Kosten seien in den Niederlanden mit 333 Millionen Euro zu erwarten.
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