Wissensmanagement (engl. Knowledge-Management) ist für viele Unternehmer und Führungskräfte zunächst ein abstrakter Begriff und kann häufig nicht genau eingeordnet werden. Inhalt und Nutzen erschließen sich nicht auf den ersten Blick. Damit fehlt die Motivation, sich mit dem Thema aktiv zu befassen, da nicht erkennbar ist, wie man kurz- und mittelfristig einen Nutzen aus dem Thema ziehen kann.

Dabei ist Wissensmanagement für Unternehmen heute wichtiger denn je. Denn mit guten Produkten und günstigen Preisen alleine ist es kaum noch möglich, dauerhaft am Markt zu bestehen. Nur Unternehmen, die über einen Wissensvorsprung gegenüber Wettbewerbern verfügen, können weiter die Produkte und Leistungen anbieten, die sich Kunden wünschen, und hierfür die Erlöse zu erzielen, die man sich vorstellt. Wer z.B. sich ändernde Marktbedingungen nicht oder zu spät erkennt, kommt schnell in ernsthafte Schwierigkeiten, im schlimmsten Fall droht sogar die Insolvenz. Das betrifft nicht nur, aber besonders mittelständische Firmen. Denn diese haben in der Regel nicht die Ressourcen und finanziellen Reserven, die erforderlich sind, um auch einmal einen Fehlschlag wegzustecken.

Wissen nicht einheitlich definiert

Wissensmanagement befasst sich mit der Frage, wie das in einem Unternehmen vorhandene Wissen möglichst vollständig erfasst, gesichert und sowohl für das Unternehmen als auch für möglichst viele Mitarbeiter nutzbar gemacht werden kann, um daraus einen Wissensvorsprung und Wettbewerbsvorteil zu erreichen. Und natürlich geht es darum, die Entstehung neuen Wissens zum Nutzen des Unternehmens konsequent zu fördern. Dabei ist alleine die Beschreibung dessen, was überhaupt Wissen ist, kompliziert und es gibt dazu in Theorie und Praxis zahlreiche unterschiedliche Meinungen und Auffassungen.

Einigkeit besteht im Prinzip nur in zwei Punkten:

  1. Wissen umfasst mehr als reine Informationen. Denn man kann durchaus mit einer Vielzahl von Informationen versorgt werden und dennoch nicht viel verstehen. Wissen an sich entwickelt sich erst dann, wenn Informationen sinnvoll verknüpft werden, und zwar unter Einbeziehung von bereits vorhandenem eigenem oder fremdem Wissen. Die Verknüpfung und damit auch Erweiterung von Wissen erfolgt unter Einbeziehung vorhandenen Wissens sowie gemachter persönlicher Erfahrungen (Lernen).
  2. Die Beschäftigten eines Unternehmens fungieren als zentrale Träger von Wissen. Sie verfügen neben Fachwissen oft auch über Erfahrungen und Kompetenzen, die andere Mitarbeiter oder auch Unternehmen nicht aufweisen.

Impliziertes und expliziertes Wissen

Wissen lässt sich zudem nach verschiedenen Aspekten untergliedern. Für die unternehmerische Praxis ist vor allem die Unterteilung nach impliziertem und expliziertem Wissen von Bedeutung.

Beim implizierten Wissen handelt es sich um Wissen, das sich nur in den Köpfen einzelner Mitarbeiter befindet oder um Fertigkeiten, die zumindest aktuell nur bestimmte Personen beherrschen. Dieses Wissen steht anderen Mitarbeitern nicht zur Verfügung und kann oft auch nicht kurzfristig zur Verfügung gestellt werden, z.B. Intuition beim Kundengespräch oder handwerkliches Geschick in der Produktion.

Beim explizierten Wissen handelt es sich um Wissen, das auch anderen Personen relativ einfach zugänglich gemacht werden kann. Oder es wurde bereits zugänglich gemacht und ist somit nicht auf einen Wissensträger beschränkt.

Werden etwa Abläufe beschrieben, können sich Mitarbeiter daran orientieren und z.B. einen Verkaufsvorgang abwickeln. Existiert eine Vertragsdatenbank, können auch Mitarbeiter ohne juristische Ausbildung zumindest einfache Verträge abschließen. Explizites Wissen kann strukturiert (z.B. in Datenbanken oder EDV-Systemen) oder unstrukturiert (z.B. als Notizen oder E-Mails) vorliegen.

Wissens-Fachleute gehen davon aus, dass nur ein Bruchteil des in einer Organisation vorhandenen Wissens in explizierter Form vorliegt. Und auch von diesem Wissen ist wiederum nur ein Bruchteil in "strukturierter Form" vorhanden. Das bedeutet, dass nur ein kleiner Teil des Gesamtwissens in einem Unternehmen für Dritte, z.B. Vorgesetzte und Kollegen, verfügbar und auch nutzbar ist. Wobei zusätzlich bedacht werden muss, dass das nutzbare Wissen nicht zwingend für die Entwicklung des Unternehmens relevant sein muss. Denn was nützt es beispielsweise, wenn ein Unternehmer sehr gute Sprachkenntnisse hat, das Unternehmen hierfür wegen fehlender Auslandsbeziehungen aber keine Verwendung hat?

Wissen ist also ein Vermögenswert, der allerdings anders als z.B. Maschinen oder Gebäude nicht einfach erfasst und bilanziert werden kann. Die Herausforderung für Unternehmen besteht nun darin, den Anteil nutzbaren und relevanten Gesamtwissens sukzessive und systematisch zu vergrößern. Nur dann lassen sich auch Wettbewerbsvorteile erzielen, denn nur, wenn z.B. möglichst viele Mitarbeiter wissen, was genau sich Kunden wünschen, können die Wünsche auch erfüllt und mehr Produkte verkauft werden. Und nur, wenn die Vertriebsmitarbeiter wissen, wie vor...

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