Altersentlastungsbetrag

Zusammenfassung

 

Begriff

Steuerpflichtige, die vor Beginn des Kalenderjahres das 64. Lebensjahr vollendet haben, erhalten den Altersentlastungsbetrag. Beim Arbeitnehmer berechnet er sich nach einem bestimmten Prozentsatz vom Arbeitslohn (im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung zuzüglich der Summe der anderen begünstigten positiven Einkünfte). Der Prozentsatz ist abhängig vom Kalenderjahr, das auf die Vollendung des 64. Lebensjahres folgt. Zusätzlich ist der Altersentlastungsbetrag auf einen Höchstbetrag begrenzt. Nicht begünstigt sind Versorgungsbezüge, Leibrenten und bestimmte sonstige Einkünfte. Der Altersentlastungsbetrag wird nicht automatisch berücksichtigt, der Arbeitgeber muss prüfen, ob die Voraussetzungen dafür erfüllt sind.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Lohnsteuer: Der Altersentlastungsbetrag ist in § 24a EStG gesetzlich geregelt. Ergänzende Bestimmungen finden sich in R 24a EStR sowie für das Lohnsteuer-Abzugsverfahren in R 39b.4 LStR. Kapitaleinkünfte, die der Abgeltungsteuer unterliegen, werden mangels Einbeziehung in die Summe der Einkünfte bei der Berechnung des Altersentlastungsbetrags nicht berücksichtigt, FG München, Urteil v. 6.6.2014, 8 K 2051/12, rkr.

Lohnsteuer

1 Voraussetzungen für die Gewährung

Der Altersentlastungsbetrag wird nach dem Kohortenprinzip jährlich angesetzt und beträgt für vor dem 2.1.1941 geborene Personen im Kalenderjahr 40 % des Arbeitslohns aus dem aktiven Beschäftigungsverhältnis, höchstens 1.900 EUR. Sowohl der Prozentsatz als auch der Höchstbetrag des Altersentlastungsbetrags werden in dem auf die Vollendung des 64. Lebensjahres folgenden Jahr (erstmaliger Ansatz) "eingefroren". Beide Größen werden zeitlebens berücksichtigt, eine betragsmäßige Festschreibung des anzusetzenden Entlastungsbetrags erfolgt jedoch nicht.

Übergang zur nachgelagerten Besteuerung

Für nach dem 1.1.1941 geborene Personen verringern sich der jeweilige Prozentsatz und Höchstbetrag entsprechend der Tabelle in § 24a EStG. Personen, die ab dem Kalenderjahr 2040 das 64. Lebensjahr vollenden, erhalten keinen Altersentlastungsbetrag – entsprechend dem Hineinwachsen der Renten in die (volle) Rentenbesteuerung.

Auch beschränkt steuerpflichtige Personen erhalten den Entlastungsbetrag.

Höhe des Altersentlastungsbetrags

Die Höhe des Altersentlastungsbetrags berechnet sich nach einem Prozentsatz, der abhängig ist vom Kalenderjahr, das auf die Vollendung des 64. Lebensjahres folgt.

Beispielhaft für 2019 beträgt der Altersentlastungsbetrag bei Steuerpflichtigen, die das 64. Lebensjahr vor dem 1.1.2019, aber nach dem 31.12.2017 vollendet haben, 17,6 % der Einkünfte, der Höchstbetrag 836 EUR. Für 2019 trifft das auf Personen zu, die im Zeitraum vom 2.1.1954 bis zum 1.1.1955 geboren sind.

Personengebundener Freibetrag

Der Altersentlastungsbetrag ist an die Person gebunden. Er darf weder beim Lohnsteuerabzug noch bei der Einkommensteuerveranlagung von dem Ehe-/Lebenspartner, der zwar die altersmäßigen Voraussetzungen erfüllt, aber keine Einkünfte hat, auf den anderen Ehe-/Lebenspartner übertragen werden. Erfüllen jedoch beide Ehe-/Lebenspartner die Voraussetzungen für den Altersentlastungsbetrag (Altersgrenze und eigene begünstigte Einkünfte), wird er im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung für jeden der beiden angesetzt.

 

Hinweis

Kein Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

Laut FG Münster ist die Tatsache, dass der Altersentlastungsbetrag erst ab einem Alter von 64 Jahren gewährt wird, keine unzulässige Diskriminierung jüngerer Steuerpflichtiger. Der Altersentlastungsbetrag knüpft lediglich sachlich an die gesonderte Besteuerung des Beziehens von begünstigt besteuerten Alterseinkünften an.

2 Lohnsteuerabzugsverfahren

2.1 Maßgebender Arbeitslohn

Der Arbeitgeber hat den Altersentlastungsbetrag bei der Ermittlung der Lohnsteuer vom Arbeitslohn einer aktiven Berufstätigkeit zu berücksichtigen. Die Berechnung des Entlastungsbetrags sowie der Abzug vom Arbeitslohn erfolgen regelmäßig durch das Entgeltabrechnungsprogramm.

Bemessungsgrundlage ist der steuerpflichtige Bruttolohn ohne Kürzung um den Arbeitnehmer-Pauschbetrag oder einen im Lohnsteuerabzugsverfahren zu berücksichtigenden Freibetrag. Dabei sind Einkünfte aus Leibrenten sowie Versorgungsbezüge (Pensionen und betriebliche Altersversorgung) nicht anzusetzen.

Was nicht zur Bemessungsgrundlage gehört

Steuerfreier Arbeitslohn ist bei der Ermittlung des Altersentlastungsbetrags nicht zu berücksichtigen.

Werden Arbeitslöhne gezahlt, deren Lohnsteuer pauschaliert wird, darf der Altersentlastungsbetrag nicht abgezogen werden.

Zurückgezahlter Arbeitslohn

Zahlt der Arbeitnehmer im laufenden Kalenderjahr erhaltenen Arbeitslohn zurück, so mindert dies die Bemessungsgrundlage. Eine Rückzahlung von Arbeitslohn für frühere Kalenderjahre wirkt sich nicht auf die Bemessungsgrundlage aus.

Erhält der Arbeitnehmer neben der betrieblichen Altersversorgung oder Werksrente noch Arbeitslohn aus einer aktiven Berufstätigkeit, so ist nur dafür ein Altersentlastungsbetrag anzusetzen.

Kein Altersentlastungsbetrag für Kapitalerträge

Die Nichteinbeziehung von der Abgeltungsteuer unterliegenden ...

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