Führungskräfteentwicklung

Wann sich ein MBA-Studium lohnt


Absolvent auf einem Berg voll Geld

Wer einen MBA- oder EMBA-Abschluss in der Tasche hat, kann mit Gehaltssteigerungen rechnen. Doch das Studium hat seinen Preis. Die Frage, ob sich die Investition auszahlt, wird für angehende Studierende aktuell wichtiger – und das hängt von vielen Faktoren ab.

Bei einem MBA ging es schon immer um beruflichen Aufstieg – und die Entwicklung beim Gehalt. Doch aufgrund von steigenden Lebenshaltungskosten und wirtschaftlicher Unsicherheit steht zunehmend der Return on Investment im Fokus, die Frage also, ob eine durch ein solches Studium verbesserte Karriere eine ausreichende Rendite bringt.

MBA-Studium: Gehaltsstudien und Rankings einbeziehen

Manche Schulen geben auf ihren Webseiten sogenannte "Employment Reports" heraus, in denen sie über die Gehaltsentwicklung ihrer Alumni berichten. Neben Studien, die Arbeitgeber und Alumni befragen, sind auch Rankings eine Quelle, um an Gehaltsinformationen heranzukommen. So liefern etwa die Rankings der Financial Times (FT) jährlich einen Gehaltsvergleich nach Abschluss und Schule. Als aktuelles Gehalt erhebt die FT das Durchschnittsgehalt der Alumni drei Jahre nach dem Abschluss. Um Verzerrungen durch sehr hohe und sehr niedrige Gehälter zu verhindern, fließen diese nicht in die Berechnung ein. Bei manchen Rankings wie für den Global MBA sind die Durchschnittgehälter zudem nach Branchen gewichtet.

Top-Gehälter nach MBA an US-Schulen

Nach wie vor punkten insbesondere die US-Top-Schulen beim Gehalt. So liegt beim Global-MBA-Ranking der FT die Harvard Business School mit einem jährlichen Durchschnittsgehalt von 259.874 Dollar vorne, gefolgt von der Wharton mit 246.813 Dollar und MIT Sloan mit 245.991 Dollar. 

Im DACH-Raum fallen die MBA-Gehälter deutlich moderater aus. Drei Jahre nach dem Abschluss eines MBA an der IMD in der Schweiz erhalten Absolventinnen und Absolventen im Schnitt 183.444 Dollar. An der Mannheim Business School liegen die gewichteten Durchschnittsgehälter bei 147.702 Dollar, an der WHU – Otto Beisheim School of Management bei 134.423 Dollar, an der ESMT Berlin bei 132.108 Dollar und an der Frankfurt School of Finance and Management bei 124.933 Dollar.

Europäische Schulen: Höchste Gehälter beim Online-MBA

Auch beim EMBA erhalten Alumni der IMD laut FT die höchsten Jahresgehälter, nämlich 327.536 Dollar. Unter den deutschen Schulen führt die Mannheim Business School das EMBA-Ranking mit 260.945 Dollar Jahresgehalt an, gefolgt von Kellogg/WHU Beisheim mit 259.857 Dollar, der Frankfurt School of Finance and Management mit 215.815 Dollar und der ESMT Berlin mit 209.113 Dollar.

Ein Online-MBA kann dabei durchaus mithalten. An der Spitze liegen hier europäische Schulen: die Imperial Business School (UK) mit 253.733 Dollar, die IE Business School (Spanien) mit 235.192 Dollar und die Warwick Business School (UK) mit 234.799 Dollar und der ESMT Berlin mit 149.405 Dollar.

Mögliche Verzerrungen beachten

Dabei rechnet die Financial Times die Jahresgehälter aller Länder auf die Kaufkraftparitäten des Internationalen Währungsfonds (Purchasing Power Parity, PPP) in US-Dollar um. Deshalb schneiden vor allem Länder wie China und Indien beim Gehalt gut ab, da dort der Warenkorb, den man für das Gehalt kaufen kann, größer ausfällt und somit die Gehälter in US-Dollar hochgerechnet werden. So liegen etwa bei EMBA-Ranking asiatische Schulen oder US-Schulen mit Kooperationen in Asien in puncto Gehalt vorn. Spitzenreiter ist die der EMBA der Washington University in Kooperation mit der Fudan University in Shanghait, mit astronomischen 718.662 Dollar durchschnittlichem Jahresgehalt.

MBA: Gehaltssteigerungen im Vergleich

Ähnliche Effekte zeigen sich bei den Gehaltssteigerungen – der durchschnittlichen Differenz zwischen dem Gehalt vor dem MBA und dem aktuellen Gehalt nach Abschluss. Im Global-MBA-Ranking erzielen indische Schulen wie die Indian School of Business, die Xavier School of Management und das Indian Institute of Management Kozhikode Steigerungen von mehr als 200 Prozent. Speziell in Deutschland, wo vor allem größere Unternehmen feste Gehaltsbänder haben, sind die Sprünge meist nicht so groß. In den USA sind MBA-Abschlüsse meist bekannter und somit bedeutsamer für die Gehaltsentwicklung. Aber allein mit einem Abschluss an einer bekannten Business School ist die gehaltliche Entwicklung nicht garantiert. Es kommt auch auf Berufserfahrung, Branche, Branchenkenntnis, Firmengröße und das Land an, in dem jemand arbeitet.

Bloomberg-Analyse: Rendite hängt nicht vom Preis ab

Wer einen MBA als Investition betrachtet, sollte also bei der Wahl des Programms nicht nur auf den Ruf der Schule achten. Drei aktuelle Analysen von Bloomberg Businessweek, über die das Online-Portal Poets and Quants berichtete, unterstreichen das. Eliteprogramme bringen demnach zwar oft die höchsten absoluten Einkommenszuwächse. Die Stanford Graduate School of Business erzielt laut Bloombergs Alumni-Daten langfristig zwar die höchste absolute Rendite – etwas mehr als 1 Million US-Dollar über zehn Jahre. Allerdings ist sie auch mit einem hohen Preis verbunden: Die medianen Kosten liegen bei nahezu 258.000 Dollar. Doch betrachtet man die Rendite pro investiertem Dollar schneiden auch günstigere Programme stark ab, etwa die University of Georgia, BYU, William & Mary und die University of Washington.

Der Ausgangspunkt zählt

Für MBA-Interessierte heißt das: Wer vor dem Studium ein eher niedrigeres Gehalt bezieht, kann mit einem kostengünstigeren Programm unter Umständen mehr Rendite erzielen. Entscheidend ist nicht nur das spätere Gehalt, sondern das Verhältnis von Studiengebühren, Lebenshaltungskosten, Kreditzinsen und entgangenem Einkommen zum erwarteten Karrieresprung. Anders sieht es bei Kandidaten aus, die bereits sehr gut verdienen. Für sie können teure Eliteprogramme sinnvoll sein, wenn sie Zugang zu deutlich besser bezahlten Positionen, Top-Arbeitgebern und belastbaren Netzwerken eröffnen. Hier zählt der absolute Gehaltssprung stärker als die Kostenquote.

Verhandlungsgeschick gefragt

Die Bloomberg-Analysen legen zudem nahe, dass der Listenpreis von Studienprogrammen an Aussagekraft verliert. Stipendien und verhandelte Angebote verändern die tatsächlichen Kosten erheblich. Bewerber sollten daher konkurrierende Angebote nutzen, frühzeitig verhandeln und jedes Programm anhand ihres eigenen Gehaltsprofils durchrechnen.


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