Betriebliche Fortbildung hinkt den Erwartungen der Mitarbeitenden oft hinterher
Das Lern- und Fortbildungsprogramm eines Arbeitgebers hat sich längst zu einem zentralen Kriterium für die Zufriedenheit der Mitarbeitenden im Unternehmen entwickelt. Laut einer Studie des HR-Tech-Anbieters Mystery Minds in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen YouGov halten 82 Prozent der Befragten die Weiterbildungsangebote im Betrieb für wichtig oder sogar sehr wichtig. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) geben an, dass attraktive Lernangebote ihre Entscheidung beeinflusst haben, im Unternehmen zu bleiben. Gleichzeitig hat die Studie strukturelle Defizite ausgemacht. "Wir verzeichnen ein erhebliches Delta zwischen Wunsch und Wirklichkeit", sagte Christoph Drebes, Geschäftsführer von Mystery Minds.
Betriebliche Weiterbildung: Jeder Sechste findet kein Angebot
So findet es rund ein Fünftel (22 Prozent) schwer oder sehr schwer, ein passendes Fortbildungsangebot zu finden. Jeder Sechste (16 Prozent) gab ab, dass überhaupt keine Angebote des Arbeitgebers vorhanden seien. Besonders für die jüngere Generation sei die persönliche Weiterbildung jedoch ein wichtiges Kriterium für die Bindung an den Arbeitgeber, hieß es weiterhin. Für die Studie waren 1004 Menschen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt worden.
Demnach passen die Weiterbildungen, die in den Betrieben angeboten werden, inhaltlich oftmals auch nicht zum Jobprofil des Arbeitnehmenden. Das bemängelten 35 Prozent der Befragten. Der Faktor Zeit spielte ebenfalls eine zentrale Rolle: Knapp ein Drittel der Befragten konnte die Weiterbildung aus Zeitgründen nicht in ihren Arbeitsalltag einbauen.
Deutliche Unterschiede bei Frauen und Männern in der betriebliche Weiterbildung
Mehr als die Hälfte der befragten Frauen investierten dennoch maximal 60 Minuten pro Monat in die Weiterbildung. Bei den Männern lag dieser Anteil mit 45 Prozent deutlich niedriger. Männer nannten die fehlende inhaltliche Relevanz für ihre Tätigkeit im Betrieb als Hindernis. Für die Frauen spielte hingegen die fehlende Kompatibilität mit ihrem Alltag eine größere Rolle.
Auf der Ebene der Führungskräfte hingegen werden Weiterbildungsangebote als wirksamer und besser nutzbar eingestuft. 59 Prozent der Führungskräfte auf der Vorstands- oder Geschäftsführungsebene wenden im Monat mehr als zwei Stunden auf, um sich weiterzubilden. Bei Mitarbeitenden ohne Führungsverantwortung sind es hingegen nur 23 Prozent. Dabei werden vor allem klassische Formate wie Online-Kurse (49 Prozent) sowie interne und externe Workshops genutzt. Informelle Lernformate wie Peer-Learning oder Lerncommunities sind deutlich seltener.
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