Getestet: Bewerbung per Jobbörsen-App
Der Trend zur mobilen Jobsuche ist nicht aufzuhalten: 42 Prozent der Stellensuchenden nutzen laut einer Studie von Indeed für die Suche ihr Smartphone oder Tablet. Doch sobald sie eine interessante Stelle gefunden haben, kommt es in den meisten Fällen zum Medienbruch: Die Bewerbung wird zuhause am Desktop-PC geschrieben und von dort aus versandt.
Darauf haben zahlreiche Jobportale reagiert und mobile Bewerbungsmöglichkeiten erarbeitet. Funktioniert es tatsächlich, eine Bewerbung von einem Smartphone mit kleinem Bildschirm zu versenden? Sind die einzelnen Schritte selbsterklärend und schnell durchführbar? Ist auch vom Smartphone eine aussagekräftige Bewerbung möglich? Ein Praxistest der neuen Job-App von Stepstone ergab: Die Antwort auf alle drei Fragen lautet „Ja“.
Den Lebenslauf aus der Dropbox hochladen
Die grundlegende Voraussetzung für die mobile Bewerbung ist, dass das in Frage kommende Stelleninserat einen Button „Jetzt bewerben“ enthält. Das Unternehmen, das die Stelle ausgeschrieben hat, muss die mobile Bewerbung zulassen. Ist das der Fall, ergeben sich ganz verschiedene Möglichkeiten, die Unterlagen einzureichen: Wer in der Stepstone-Datenbank ein ausführliches Profil angelegt hat, kann dieses für die Bewerbung verwenden.
Bewerber ohne Datenbank-Profil müssen lediglich ihre Kontaktdaten angeben – hierfür genügen Vor- und Nachname sowie E-Mail-Adresse. Den angeforderten Lebenslauf können sie entweder aus dem Speicher ihres mobilen Endgeräts oder aus einem Cloud-Servier wie Dropbox oder Google Drive hochladen. Gleiches gilt für das Anschreiben sowie für weitere Dokumente wie Arbeitszeugnisse, die optional angefügt werden können.
Erforderlich ist zudem eine Nachricht an das Unternehmen, für die der Bewerber ein vorformuliertes Schreiben nutzen kann: „Sehr geehrte Damen und Herren, mit großem Interesse haben ich Ihre aktuelle Stellenanzeige Teamleiter (/m/w) Vertriebsinnendienst gelesen und möchte mich hiermit bei Ihnen bewerben. Ich bin davon überzeugt, dass Ihre Anforderungen an die ausgeschriebene Position und mein Profil hervorragend zueinander passen. Anbei sende ich Ihnen…“
In zehn Minuten zur Bewerbung
Das Ergebnis des Praxistests: Wer einmal einen Lebenslauf erstellt und diesen auf seinem Smartphone oder in einem der unterstützten Cloud-Speicher abgespeichert hat, kann innerhalb von zehn Minuten eine aussagekräftige Bewerbung verschicken. Das gleiche gilt für diejenigen Bewerber, die zuvor ein ausführliches Profil in der Datenbank des Jobportals angelegt haben. Die vom System vorgeschlagene Nachricht an den Arbeitgeber kann ohne großen Zeitaufwand abgeändert und individualisiert werden.
Kurz nachdem der Button „Bewerbung senden“ gedrückt wurde, erfährt der Bewerber per E-Mail, dass die Bewerbung erfolgreich versendet wurde und sie im persönlichen Account im Jobportal gespeichert wurde. Technisch gesehen lief die Bewerbung einwandfrei. Wie eine Durchsicht der Stellenanzeigen auf dem Portal gezeigt hat, sind bereits einige Online-Anzeigen mit einem „jetzt bewerben“-Button versehen. Nun müssen sich nur noch die Bewerber trauen, eine Bewerbung vom mobilen Endgerät zu versenden.
Zurückhaltung bei den Bewerbern
Noch zeigt sich die junge Bewerbergeneration, die mit dem mobilen Internet aufgewachsen ist, der mobilen Bewerbung gegenüber skeptisch. Das ergab die Studie „Azubi-Recruiting Trends“ von U-Form Testsysteme: 62 Prozent der befragten Schüler und Azubis geben an, dass sie sich nicht mobil bewerben wollen.
Doch die aktuellen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt werden voraussichtlich dazu führen, dass sich die mobile Bewerbung bald etablieren wird. Das ist auch ein Ergebnis einer aktuellen Umfrage von Stepstone: Jeder zweite Arbeitgeber würde eine Kurzbewerbung via Smartphone einer klassischen Bewerbung inklusive persönlichem Anschreiben vorziehen, wenn er dadurch mehr Bewerbungen erhielte.
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