Ranking Financial Times zu Vollzeit-MBA

Die Harvard Business School bietet das weltweit beste MBA-Programm in Vollzeit an. Das ergab das aktuelle Ranking der Financial Times. Beste nicht-amerikanische Schule beim Master of Business Administration in Vollzeit ist die französische INSEAD Business School.

Im neuen Ranking der Financial Times (FT) zu den weltweit besten Vollzeit-MBAs steht dieses Mal die Harvard Business School an der Spitze - vor der Wharton School und Stanford. Beste nicht-amerikanische Schule ist INSEAD auf Platz vier, gefolgt von der CEIBS in Shanghai. Das MIT, die London Business School, die New Yorker Columbia Business School, die HEC Paris und die Booth Chicago School of Business vervollständigen die Top Ten.

FT-Ranking: Gehalt als Hauptkriterium

Erstaunlich ist der Aufstieg der HEC Paris von Rang 19 auf Platz neun. Das ist der größte Aufstieg unter den Top 35. Zu verdanken hat das die französische Grande École  vor allem den gestiegenen Gehältern ihrer Absolventen. Lag das durchschnittliche Gehalt vor einem Jahr noch bei 142.622 Dollar, so sind es jetzt 164.529 Dollar. Und im Vergleich zum Gehalt vor dem MBA-Studium sind es diesmal 133 Prozent mehr, im Vorjahr waren es erst 106 Prozent. Allein diese beiden Kriterien machen beim FT-Ranking 40 Prozent der gesamten Bewertung aus.

Beste deutsche Schule liegt im FT-Ranking auf Platz 64

Beste deutsche Schule ist zum zweiten Mal die WHU Otto Beisheim School of Management auf Platz 64, die sich damit gegenüber dem Vorjahr um sieben Plätze verbesserte. Die Mannheim Business School erreicht Platz 71 (Vorjahr Platz 77) und die ESMT Berlin verschlechtert sich um zwei Plätze auf Platz 81.

Insgesamt schafften es in diesem Jahr 51 US-Schulen, je neun britische und chinesische sowie je vier französische und indische Schulen in die Top 100. Deutschland ist zusammen mit Singapur, Australien, Kanada und Spanien mit je drei Schulen vertreten.

FT-Ranking zu Vollzeit-MBA: die größten Auf- und Absteiger

Auch in diesem Jahr gibt es einige gravierende Auf- und Abstiege. Bei 26 Schulen sind diese im zweistelligen Bereich. Die britische Alliance Manchester Business School steigt von Platz 59 auf 45 auf, nachdem sie im vergangenen Jahr um 23 Plätze abgestürzt war. Die Cass Business School an der University of London steigt von Platz 64 auf 50. Die amerikanische George Washington University gewinnt 20 Plätze von 90 auf 70.

Zu den größten Absteigern gehört die IE Business School in Madrid, die 21 Plätze verlor und nur noch auf Platz 52 landet. 2017 lag sie noch auf Platz acht. Auch die Imperial College Business School muss kräftig Federn lassen und landet auf Platz 55. Im Vorjahr erreichte sie Platz 39, im Jahr davor Platz 51. Einen ähnlichen Zickzack-Kurs legt die britische Durham Business School hin und landet auf Platz 62. Im Vorjahr lag sie auf Platz 43 und 2018 auf Platz 64. Solche starken Veränderungen erwecken vor allem Zweifel an der Aussagekraft der Rangliste, weil es innerhalb eines Jahres kaum so große Veränderungen in den Schulen und Programmen selbst gibt.

Die Business Schools mit dem größten Gehaltszuwachs

Den größten Gehaltszuwachs gibt es mit 216 Prozent beim Ranking-Neueinsteiger Shanghai University of Finance and Economics College of Business. Beim Sieger Harvard waren es dagegen "nur" 110 Prozent, am INSEAD sind es 101 Prozent. Das höchste Gehalt haben wie im vergangenen Jahr die Stanford-Absolventen mit 225.589 Dollar. In Harvard sind es 208.023 Dollar.

In Deutschland sind die Gehaltssteigerungen zwar geringer, aber dennoch beachtlich. An der WHU sind es 84 Prozent und in Mannheim 83 Prozent. Das Gesamtgehalt an der WHU liegt bei 125.238 Dollar, in Mannheim bei 124.415 Dollar.

Kritik an der Methodik des FT-Rankings

Die Gehaltsangaben sind jedoch stets mit Vorsicht zu betrachten. Denn dabei wird das in US-Dollar umgerechnete Gehalt entsprechend der Kaufkraftparität (Purchasing Power Parity, kurz PPP) an die lokale Kaufkraft angepasst. Das führt zu teils absurden Verzerrungen, von denen vor allem die Schwellenländer profitieren. So verdienen die – fast ausschließlich indischen – Absolventen am Indian Institute of Management in Bangalore im FT-Ranking 183.703 Dollar. In Wirklichkeit beträgt das Gehalt laut der indischen Website Shiksha jedoch nur 34.384 Dollar.

Vor einem Jahr hatte die UN-Studie „Business Schools Rankings for the 21st Century“ die verhängnisvollen Fehlentwicklungen der MBA-Rankings bemängelt und vor allem auch die hohe Gewichtung des Gehalts kritisiert, das nur wenig über die Qualität eines Studiengangs aussagt. Das gilt besonders für das FT-Ranking, denn hier machen Gehalt und Gehaltszuwachs 40 Prozent der Bewertung aus. Im Vergangene Jahr erklärte die Financial Times, die Methodologie ihres Rankings komplett überdenken zu wollen. Geändert wurde jedoch nichts.

An dem Ranking nahmen in diesem Jahr 156 Schulen teil. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine internationale Akkreditierung durch die AACSB oder EQUIS.


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