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Profitipps für die Personalarbeit mit Twitter

Social-Media-Experte Wolfgang Brickwedde gibt Tipps für die HR-Arbeit auf Twitter.
Bild: ICR

Als Twitter in New York den Börsengang einläutete, standen drei User an der Glocke, die ihre Tweets für den guten Zweck und zur Verbrecherjagd einsetzen. Die Nutzer können also großen Gewinn daraus ziehen. Wie auch Personaler das endlich schaffen, zeigt Wolfgang Brickwedde.

Haufe Online-Redaktion:  Wer über Twitter Kurznachrichten verschickt, hat maximal 140 Zeichen um sich mitzuteilen. Wie viele Leser kann man damit potenziell erreichen?

Brickwedde: Twitter zählt mittlerweile mehr als 1,6 Milliarden Konten  weltweit, wovon allerdings bei weitem nicht alle aktiv sind. Deutschland, Österreich und die Schweiz tragen mit knapp zehn Millionen Konten und geschätzten 600.000 aktiven Nutzern, in Deutschland zirka 350.000, bislang zwar nur mäßig zum internationalen Gezwitscher bei, doch auch hierzulande gewinnt Twitter weiterhin stetig Follower.

Haufe Online-Redaktion: Personaler können Twitter für den Aufbau der Employer Brand ebenso wie für die Weiterbildung und das Recruiting nutzen. Was verspricht am meisten Erfolg?

Brickwedde: Die Nutzung von Twitter durch Arbeitgeber für Recruitingzwecke lässt laut unserem aktuellen Social Media Recruiting Report 2013 noch keinen klaren Trend erkennen. Meines Erachtens ist Twitter als Kurznachrichtendienst in Echtzeit eher für Employer Branding und zur konkreten Stellenbesetzung geeignet als für Weiterbildung, die ja etwas schwieriger in ganz kleinen Portionen  zu vermitteln ist. Gleichwohl können Mitarbeiter zum Beispiel über Entwicklungen im Unternehmen über Twitter gut informiert werden.

Haufe Online-Redaktion: Wie sollten Personaler vorgehen, wenn Sie das Employer Branding über Twitter vorantreiben wollen?

Brickwedde: Twitter bietet zahlreiche Möglichkeiten, dem Profil einen professionellen Look zu verpassen, der das Arbeitgeberimage widerspiegelt. So kann man als Profilbild das Unternehmenslogo nutzen und den Hintergrund farblich an das Corporate Design anpassen oder das Twitter-Team vorstellen und auf weitere Social-Media-Kanäle hinweisen. Zusätzlich kann man ein individuelles Hintergrundbild, ein sogenanntes „Headerimage“ hochladen und potenziellen Kandidaten damit zum Beispiel einen Einblick in den Arbeitsplatz oder das Team erlauben. Besondere Sorgfalt sollte man auf den Profiltext verwenden, denn es stehen nur wenige Zeichen zur Verfügung, die aber das Unternehmen vorstellen und auf die Karriere-Webseite verweisen sollten.

Haufe Online-Redaktion: Twitter ist jetzt schon überflutet von Stellenanzeigen. Inwiefern verspricht die Veröffentlichung des Links zur Anzeige überhaupt noch Erfolg? Geht der einzelne Jobtweet nicht in der Masse völlig unter?

Brickwedde: Das reine Posten von Stellenanzeigen richtet  sich ähnlich wie sonstige Stellenanzeigen auf die aktiv suchenden Kandidaten.  Ähnlich erfolgreich – oder auch nicht – ist dies auch aktuell! Interessanter sind die latenten Kandidaten, die nicht auf der Suche sind, die aber offen wären für einen Ansprache. Falls der eigene Twitter-Account nicht die gewünschte Reichweite hat, gibt es Unternehmen wie Jobvite, Tweet-My-Jobs , und andere, die die Job- Tweets gezielt zu einem bestimmten Publikum leiten.

Haufe Online-Redaktion: Was müssen Personaler tun, damit Sie die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter über Twitter unterstützten können?

Brickwedde: Der Einsatz von Twitter für die Weiterbildung ist in Deutschland noch nicht allzu ausgeprägt.  Im anglo-amerikanischen Raum gibt es dazu bereits mehr Erfahrungen. Ein Beispiel für einen interessanten Versuch, Twitter für die Weiterbildung zu nutzen sind Twitter-Chats. Darin werden ein Termin, ein Thema und ein Hashtag von der Personalentwicklung angeboten oder von den Mitarbeitern selbst verabredet. Meistens gibt es eine zentrale Anlaufstelle im Netz, um sich vorab über den Ablauf des Chats und die Spielregeln zu in formieren.

Das Interview führte Kristina Enderle da Silva, Redakteurin Personal.

Wolfgang Brickwedde ist Leiter des Institute for Competitive Recruiting (ICR), Heidelberg. Bis Ende 2009 verantwortete er bei SAP die Personalbeschaffung und das operative Personalmarketing in der Region EMEA.

In der Bilderserie finden Sie gelungene Beispiele für den Einsatz von Twitter, Ergebnisse aus der aktuellen Social-Media-Studie sowie eine Übersicht mit Tipps für einen erfolgreichen Start mit Recruiting auf Twitter.

Haufe Online Redaktion

Hier geht's zur Bilderserie "Personalarbeit mit Twitter"

Twitter, Recruiting, Weiterbildung, Social Media, Employer Branding

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