Online-MBA wird immer attraktiver

Der Online-MBA wird immer beliebter und durch die Corona-Krise dürfte der Zulauf noch größer werden. Im "Online MBA Ranking 2020" der Financial Times belegt erneut die Warwick Business School den ersten Platz.

Während in den USA die Bewerber- und Immatrikulationszahlen in den vergangenen fünf Jahren stetig zurückgingen, ist die Nachfrage nach Online-MBA-Angeboten stark gestiegen. Kaum ein Monat vergeht, in dem nicht ein weiteres Online-Programm startet. Im vergangenen Herbst 2019 waren die Ross School of Business der University of Michigan und die UC Davis Graduate School of Management zwei prominente Beispiele unter vielen in den USA, die zum ersten Mal einen Online-MBA-Jahrgang begrüßten. Das Trulaske College of Business der University of Missouri setzt den Vollzeit-MBA sogar für das Herbstsemester 2020 aus, um ein breiter aufgestelltes digitales Lernangebot zu entwickeln und sich dadurch besser für die Zukunft aufzustellen. Denn durch die Corona-Krise dürfte der Zuspruch an Online-Formaten weltweit weiter wachsen.

Online-MBA als gefragte Alternative zum Vollzeit-MBA

Noch ist nicht klar, wann in den einzelnen Ländern die Ausgangsbeschränkungen enden und die Grenzen wieder öffnen. Die Ungewissheit wird in den kommenden Wochen und Monaten auch MBA-Studierende und solche, die es werden wollen, umtreiben. Als in doppelter Hinsicht günstigere Alternative zum Vollzeit-MBA mit Präsenzkursen an den jeweiligen Business Schools, dürften die Bewerberzahlen für ortsunabhängige Online-MBA-Programme deshalb weiter steigen. Die Preisspannen sind gewaltig: Während sich die Kosten für ein Vollzeit-MBA an der Kelley School of Business der Indiana University für zwei Jahre auf rund 152.000 Dollar belaufen, zahlen Studierende eines Online-MBA mit rund 75.000 Dollar dort noch nicht einmal die Hälfte.

Ranking zu Online-MBAs

Im "Online MBA Ranking 2020" der Financial Times belegt die Warwick Business School den ersten Platz. Zum dritten Mal in Folge führt die Business School aus Großbritannien die jährlich erscheinende Rangliste des Wirtschaftsmagazins an. Gelistet werden die zehn Hochschulen, die die besten Online-Programme für MBA-Studierende anbieten.

In diesem Jahr finden sich neben Warwick zwei weitere Schulen aus Großbritannien in den Top Ten, außerdem fünf Schulen aus den USA sowie jeweils eine Business School aus Spanien und Italien. Auf Rang zwei landet das Online-MBA-Programm der IE Business School mit Hauptsitz in Madrid, vor dem der Isenberg School of Management an der University of Massachusetts. Es folgen die Kenan-Flagler Business School (North Carolina) auf Platz vier, die Kelley School of Business und die University of Florida. Einzig neu im Ranking ist die Politecnico di Milano School of Management aus Italien, die auf Rang neun klettert und dadurch die UNSW Business School in Australien aus dem Ranking verdrängt.

Gehalt und Gehaltssteigerung geben den Ausschlag

Ausschlaggebend dafür, dass das Online-Programm "Warwick MBA by Distance Learning" erneut auf Platz eins landet, ist das Durchschnittsgehalt, das Absolventen nach Abschluss ihres Online-MBA erhalten. Drei Jahre nach Zeugnisvergabe verdienen Warwick-Absolventen durchschnittlich knapp 205.000 US-Dollar. Das entspricht einem Lohnzuwachs von 40 Prozent über 36 Monate. Ebenfalls vorne liegt die britische Business School mit Sitz in Coventry bei den beruflichen Aufstiegschancen und dem Anteil internationaler Fakultäten. Die spanische IE Business School hat mit 91 Prozent den höchsten Anteil internationaler Studierender. Von allen Kriterien des Online-MBA-Rankings der Financial Times machen die Höhe des Gehalts und die Gehaltssteigerung mit zusammen 30 Prozent den Großteil der Bewertung aus.

Geringer Anteil internationaler Studenten an US-Schulen

Obwohl sie ein ortsunabhängiges Studium ermöglichen, zogen bis zur Datenabgabe der Studie, die am 1. März 2020 veröffentlicht wurde, Online-MBAs keineswegs automatisch mehr internationale Studenten an als Vollzeit-MBAs. An den fünf bewerteten Business Schools aus den USA stammen im Durchschnitt lediglich rund sechs Prozent der Studenten aus dem Ausland. Dies könnte sich aufgrund des eingeschränkten Reiseverkehrs im Zuge der Corona-Krise ändern. Bei den europäischen Online-MBA-Programmen, die im Ranking vertreten sind, sieht es bereits jetzt grundlegend anders aus: Hier liegt der Anteil durchschnittlich bei 62 Prozent.


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