Online-MBA

Lange Zeit galten sie als Billigvarianten des Managementstudiums. Inzwischen hat sich das Image geändert und immer mehr renommierte Business Schools bieten einen Online-MBA an.

Im Herbst 2019 steigt erstmals eine Schule aus den Top 10 des Business-Schools-Rankings von "U.S. News & World Report" in das Segment der Online-MBAs ein. Es ist die "Ross School of Management" der University of Michigan.

Online-MBA als gefragte Alternative zum Vollzeit-MBA

Interessant ist dabei die Positionierung des neuen Online-Programms: So legt die Schule bei den Bewerbern ähnlich strenge Zulassungskriterien an den Tag, wie bei ihrem Vollzeit-MBA. Und die Online-Studenten können auch an den Karriere- und Recruiting-Aktivitäten teilnehmen. Das signalisiert eine Trendwende. Denn bisher galten Online-MBAs vor allem als Alternative für Berufstätige, die sich weiterbilden, aber dafür nicht ihren Job aufgeben wollten. Nun werden sie offenbar immer mehr zur Alternative für den Vollzeit-MBA.

Ranking zu Online-MBAs

Auch im aktuellen Ranking der Financial Times (FT) zu Online-MBAs stehen längst renommierte Schulen an der Spitze. Den besten Online-MBA hat dort die britische "Warwick Business School" mit ihrem "Warwick MBA by Distance Learning", gefolgt von der "IE Business School" in Madrid mit ihrem "Global MBA". Es folgen die US-Schulen "Isenberg School of Management" und die "Kelley School of Business" an der Indiana University. Neueinsteiger auf Platz 5 ist die "Kenan-Flagler Business School".

Das Ranking der FT basiert auf 18 Kriterien, wobei die Höhe des Gehalts und die Gehaltssteigerung mit zusammen 30 Prozent den Großteil der Bewertung ausmachen. Auch die "Warwick Business School" punktet vor allem mit dem hohen Gehalt seiner Alumni. Mit durchschnittlich 214.141 Dollar liegt es deutlich höher als bei den anderen Programmen. Der Gehaltszuwachs beträgt 38 Prozent. Bei der IE Business School sind es 169.044 Dollar und 37 Prozent Gehaltszuwachs.

Financial Times Ranking Online-MBA 2019
Im Ranking der Financial Times zu Online-MBAs sind unter den Top 10 vier europäische Schulen vertreten.

Geringer Anteil internationaler Studenten an US-Schulen

Überraschend ist, dass Online-MBAs keineswegs automatisch mehr internationale Studenten anziehen als Vollzeit-MBAs, obwohl sie ein ortsunabhängiges Studium ermöglichen. Von den insgesamt zehn bewerteten Schulen im FT-Ranking befinden sich fünf Schulen in den USA. An diesen fünf Schulen stammen im Durchschnitt lediglich 6,8 Prozent der Studenten aus dem Ausland. Ganz anders ist das bei den europäischen Programmen. So liegt der Anteil der internationalen Studenten an der "IE Business School" bei 94 Prozent, und an der "Warwick Business School" sind es 70 Prozent.

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