Leadership on Demand ergänzt Selbstorganisation von Teams
Unter Key Playern sind Schlüsselkräfte zu verstehen, die zeitlich begrenzt zentrale Rollen wie die Projektleitung einnehmen und danach zu ihren Kernaufgaben zurückkehren. Laut dem neuen Hernstein Management Report, für den 1.548 Führungskräfte in Deutschland und Österreich befagt wurden, gibt es solche Key Player in elf Prozent der österreichischen und deutschen Unternehmen schon seit längerem, in 14 Prozent wurde mit deren Einsatz gerade begonnen.
Key Player auf Zeit als neue Führungsrolle
"Leadership on Demand ist eine wichtige Ergänzung zur Selbstorganisation von Teams. Dafür braucht es Menschen, die als Key Player zentrale Rollen übernehmen", erläutert Michaela Kreitmayer, Leiterin des Hernstein Instituts für Management und Leadership. "Der Tätigkeitsbereich von Key Playern ist anspruchsvoll und differenziert. Sie wirken für eine gewisse Zeit in dem Bereich, auf den sie spezialisiert sind: etwa in der Moderation von Meetings oder bei der Einführung von neuen Tools der digitalen Zusammenarbeit oder in der Mediation bei Konflikten oder im Coaching." Ergänzend fügt Kreitmayer hinzu: "Dementsprechend breit gestreut ist das Anforderungsprofil für Key Player, das von emotionaler Intelligenz über digitale sowie gruppendynamische Kompetenzen bis hin zu Wissen über Organisationsentwicklung reicht."
Führungskräfte halten Key-Player-Konzept für zukunftsfähig
Zwölf Prozent der befragten Führungskräfte sind an einer Funktion als Key Player sehr interessiert, weitere 29 Prozent "eher". Sie könnten sich also selbst vorstellen, eine derartige Rolle einzunehmen. Dabei steigt das Interesse mit der Hierarchieebene: Im oberen Management finden 56 Prozent dieses Konzept für sich selbst sehr oder eher interessant, im unteren Management sind es 36 Prozent.
Der Einsatz von Key Playern im eigenen Unternehmen wird von einem großen Teil der Führungskräfte als realistisch angesehen. Elf Prozent halten den Einsatz in ihrem Unternehmen für sehr gut möglich, weitere 35 Prozent für "eher gut". Besonders hohe Akzeptanz zeigt sich bei Befragten aus dem Telekom- und IT-Bereich, wo 24 Prozent mit "sehr" antworten und weitere 42 Prozent mit "eher". Danach folgen der Finanzsektor (13 Prozent und 39 Prozent) und das Produktionswesen (zwölf Prozent und 42 Prozent).
Sharing-Anwendungen und Collaboration-Tools: Verbreitung und Nutzen
Der Hernstein Management Report von 2020 untersuchte außerdem die Verbreitung und Akzeptanz von digitalen Tools und KI-Anwendungen. 59 Prozent der Führungskräfte nutzen Sharing-Anwendungen, weiteren 30 Prozent sind diese bekannt, sie nutzen sie aber nicht. Fast ebenso hoch ist das Niveau bei Kommunikations-Tools, wo die Nutzung bei 56 Prozent und die zusätzliche Bekanntheit bei 37 Prozent liegen. Weniger verbreitet sind Collaboration-Anwendungen, die von 36 Prozent genutzt werden und weiteren 41 Prozent bekannt sind.
Eine große Mehrheit der Führungskräfte beurteilt den unternehmerischen Nutzen der digitalen Tools positiv: 47 Prozent halten Sharing-Tools für sehr nützlich, weitere 28 Prozent für eher nützlich. Bei Kommunikations-Anwendungen sind es 45 Prozent und 31 Prozent. Etwas niedriger sind die Werte bei Collaboration-Apps, die 30 Prozent "sehr" und 34 Prozent "eher" hilfreich erscheinen. Es zeigt sich, dass der Nutzen vor allem bei den höheren Managementebenen gesehen wird: Während im oberen Management 42 Prozent der Befragten digitale Tools für sehr nützlich halten, sind es im unteren Management lediglich 28 Prozent.
Mehrheit sieht positive Effekte von künstlicher Intelligenz
41 Prozent machen auf die offene Frage, was sie unter künstlicher Intelligenz (KI) in Zusammenhang mit Führungs- und Managementaufgaben verstehen, keine Angabe. Bei der gezielten Frage nach den Auswirkungen auf die eigene Position im Unternehmen meinen 36 Prozent, dass KI positive Auswirkungen haben werde, 23 Prozent erwarten negative Konsequenzen. Optimistischer sind jüngere Führungskräfte mit einem Alter unter 40 Jahren, die zu 37 Prozent in Österreich beziehungsweise 46 Prozent in Deutschland positive Effekte erwarten. Im Vergleich dazu sind es bei den Über-40-Jährigen in Österreich 32 Prozent und in Deutschland 33 Prozent. Auch sind bei männlichen Führungskräften die positiven Erwartungen stärker ausgeprägt (40 Prozent) als bei ihren weiblichen Kolleginnen (32 Prozent).
KI unterstützt Wissenstransfer und Hierarchieabbau
Als wichtigster Effekt von KI wird der verstärkte Wissenstransfer im Unternehmen über die Verantwortungsbereiche einzelner Organisationseinheiten hinweg gesehen. Diesen erwarten 48 Prozent der befragten Führungskräfte. Am zweitmeisten wird der Abbau von Hierarchieebenen genannt, den 34 Prozent erwarten. Dabei dürften die stärksten Effekte auf die mittlere Führungsebene wirken, wo 29 Prozent eine Reduktion vermuten. 26 Prozent sehen eine Einschränkung beim unteren Management, 21 Prozent beim oberen.
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