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24.07.2013 | Top-Thema HR-Blogs

Nationale und internationale HR-Blogs im Vergleich

Kapitel
Im weltweiten Vergleich schneiden deutsche Blogs gut ab.
Bild: © European Union 2012 PE-EP

Deutschsprachige HR-Blogs schneiden im internationalen Vergleich äußerst gut ab. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen zwei Untersuchungen, die anhand derselben Nutzwertkriterien 15 deutsche HR-Blogs sowie zwölf internationale HR-Blogs analysierten.

Die Wiesbaden Business School hat zusammen mit der Personalwerk GmbH zwei Untersuchungen von nationalen und internationalen HR-Blogs initiiert, die anhand von vorab definierten Nutzwertkriterien wie Thementiefe, Neutralität, Interaktion Blogger-Leser und Partizipation anderer Personen 15 HR-Blogs in Deutschland sowie zwölf internationale HR-Blogs analysierten. Die beiden Untersuchungen wurden als Studienarbeiten von Virginia Lepiarczyk und Victoria Steffen durchgeführt. Details über die Untersuchungskriterien und die Auswahl der Blogs können Sie in der Ausgabe 8/2013 der Zeitschrift Personalmagazin nachlesen.

Top im internationalen Vergleich

Das Ergebnis mit dem größten Überraschungseffekt: Die deutschen Blogs sind im internationalen Vergleich top. So liegt der HR-Blog "Saatkorn" von Gero Hesse deutlich vor allen europäischen und US-Blogs, die an der Untersuchung teilnahmen. Auch die Online-Journale "Personalmarketing-Blog", "Meta-HR", "Recruiting Generation Y" und "Noch Ein Personalmarketing-Blog" erhalten eine bessere Wertung als die internationalen Verwandten. Dagegen schneiden die untersuchten HR-Blogs aus den USA ("TLNT", "Fistful of Talent", "HR Bartender" und "Blogging 4 Jobs") deutlich schlechter ab. Während es "TLNT" noch auf Platz vier in der internationalen Nutzwertanalyse schafft, belegen die anderen drei Blogs die Schlussränge.

Das schwache Abschneiden der US-Blogs kommt unerwartet. Die Vielzahl der dortigen Blogs – fast ein Drittel aller Blogs weltweit stammen aus den Vereinigten Staaten – ließ vermuten, dass hier auch die besten HR-Blogs zuhause sind. Doch die Analyse zeigte, dass drei der vier untersuchten Blogs extrem einseitig auf die Darstellung der eigenen Position fokussiert sind und den Leser mit einer wahren Flut von Blogeinträgen erschlagen. "Hier gilt scheinbar 'Masse statt Klasse'", folgern die Studienautoren. "Es ist kaum möglich, über die Überschriften hinaus die Blogs zu verfolgen."

Stark präsentieren sich dagegen im internationalen Vergleich der französische Blog "FLP" von Franck La Pinta und der schweizerische Blog "Buckmann gewinnt" von Jörg Buckmann. Während die Beiträge von Buckmann eine sehr hohe Qualität aufweisen, punktet La Pinta insbesondere durch die gute Vernetzung und Navigation. Im Mittelfeld liegen die spanischen Blogs "Óptima Infinito" und "El blog de Santi Garcia".

Das Fazit des internationalen Vergleichs: Insbesondere im Hinblick auf Qualität, Neutralität und Quantität heben sich die heimischen HR-Blogs positiv von den internationalen Pendants ab. Gerade die US-Blogs sind als Informationsquelle für Personaler nur eingeschränkt zu empfehlen. Die untersuchten Blogs nutzen beispielsweise zu wenige Quellen, um Aussagen zu belegen, oder Quellen, die nicht korrekt benannt oder verlinkt sind. Und es werden im Schnitt zu viele Beiträge veröffentlicht – unlesbar für Personaler mit eingeschränktem Zeitbudget. Allerdings haben die internationalen Blogs den deutschen auch etwas voraus: In Sachen Interaktion und Partizipation und vor allem beim Design können manche deutsche HR-Blogger von ihren internationalen Kollegen noch etwas lernen.

Durchwegs gut im nationalen Vergleich

Für den nationalen Vergleich wurden 15 HR-Blogs ausgewählt. Dabei fällt auf: Viele Blogs befassen sich schwerpunktmäßig mit den Themen Personalmarketing und Recruiting. Acht der 15 Blogs werden von Unternehmen beziehungsweise Dienstleistern betrieben oder stehen zumindest mit einem solchen in Verbindung.

Die Nutzwertanalyse der deutschen HR-Blogs zeigt: Der Gesamtnutzen der untersuchten 15 Blogs liegt nicht so weit auseinander. Alle weisen eine gute Themenbreite auf, nur bei einigen fehlt es etwas an Tiefgang. Auch bei der Neutralität gibt es Varianten: Themen werden nicht immer aus unterschiedlicher Perspektive betrachtet. Und bei dem einen oder anderen Beitrag wird schnell klar, dass über den Blog Geschäft generiert werden soll. Das ist legitim, sollte dem Leser aber bewusst sein. Es liegt somit an den individuellen Präferenzen der Nutzer, für welche HR-Blogs sie sich entscheiden.

Am besten schneiden der "Personalmarketing-Blog", "Saatkorn" und "Meta-HR" ab. Diese Blogs weisen in allen Kriterien ordentliche bis sehr gute Ergebnisse auf. Der "Personalmarketing-Blog" von Lutz Altmann überzeugt durch hohe Qualität in den Beiträgen und ist darüber hinaus sehr gut mit anderen Informationsmedien vernetzt. Gleiches gilt für Gero Hesses Blog "Saatkorn". Diese beiden sind auch vorbildlich in der Partizipation von anderen Personen. Durch die Einbindung von Experten und weiteren Autoren werden Themen häufig mit einer größeren Perspektivenvielfalt betrachtet als bei der Konkurrenz. Der "Meta-HR Blog" von Christoph Athanas punktet insbesondere mit seiner sehr gut verdaulichen Anzahl und Länge der Beiträge.

Haufe Online Redaktion

Human Resources (HR), Blog, Personalarbeit, Human Resource Management

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