Neue und alte Herausforderungen auf der HR-Agenda 2018
Agile Methoden finden in den Unternehmen immer mehr Verbreitung, denn Agilität gilt als Meta-Erfolgsfaktor für die digitale Transformation. Vor diesem Hintergrund hat der Personaldienstleister Hays für die aktuelle Ausgabe seines jährlich erscheinenden HR-Report" vor allem agile Organisationen und deren HR-Herausforderungen 2018 in den Blick genommen. Gemeinsam mit dem IBE befragte Hays mittels einer Online-Befragung im über 1.000 Entscheider aus Geschäftsleitung und Personalabteilung zu Status Quo ihres agilen Arbeitens, den Zielen und den besonderen Herausforderungen auf dem Weg in die agile Organisationen befragt. (Mit ähnlichen Fragestellungen haben sich zuvor auch schon andere Studien befasst, einen Überblick über diese Studien zu agilen Unternehmen und Beispiele aus der Praxis finden Sie hier).
Agilität: Bedeutung hoch, Umsetzung niedrig
Für die Hälfte der Befragten (51 %) spielt das Thema agile Organisation bereits heute eine große bzw. sehr große Rolle. Und ihr Stellenwert wird weiter ansteigen. 69 Prozent erwartet einen Bedeutungszuwachs der agilen Organisation in den kommenden drei Jahren.
Demgegenüber hinkt die praktische Umsetzung von agilen Prinzipien und Arbeitweisen offenbar deutlich hinterher. Etwa die Tatsache, dass nur jeder vierte Befragte bekannte agile Methoden wie Design Thinking, Innovationslabore oder Lean Start-ups kennt und noch weniger diese Tools nutzen, lässt auf nicht zu unterschätzende strukturelle Beharrungskräfte in den Unternehmen schließen. Diese Instrumente scheinen sich nur sehr langsam durchzusetzen und als Teil einer agilen Organisation begriffen zu werden. Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch schon das Agilitätsbarometer 2017 von Haufe und Promerit (vgl. auch "Agilität kommt nur langsam voran") .
Hürden: Starre Prozesse, unklare Entscheidungskompetenzen, mangelnde Veränderungsbereitschaft
Aber es gibt noch weitere Gründe, die Agilität in der breiten Umsetzung eher vermissen lassen. Zu starre Prozesse werden immer noch als größte Barriere (36 Prozent) für ein agiles Umfeld wahrgenommen. Damit einher gehen dürfte auch die, für viele noch ungeklärte, Frage nach den entsprechenden Entscheidungskompetenzen und Verantwortlichkeiten, um auch die Führungskultur entsprechend anpassen zu können. (Was agile Führung ausmacht, lesen Sie hier). 31 Prozent vermissen zudem die Veränderungsbereitschaft ihrer Mitarbeiter, sich auf mehr Agilität einzustellen. Wie HR Agilität fördern kann, lesen Sie hier.
HR-Agenda 2018: Mitarbeiter binden, Arbeitsstrukturen flexibilisieren, Beschäftigungsfähigkeit sichern
Trotz oder gerade wegen des Hypes um digitale und agile Organisationen: Mitarbeiter zu halten ist dem Hays HR-Report zufolge das Top-HR-Thema für 2018. Auf Platz 2 der HR-Agenda in Unternehmen liegt die Flexibilisierung der Arbeitsstrukturen. Beides sind "Dauerbrenner" und schon seit Jahren unter den Top-HR-Themen des Hays-Reports. Erstmals der drittwichtigste Punkt unter den HR-Themen ist 2018 die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter zu fördern. „Durch die zunehmende Veränderungsgeschwindigkeit ist es das Gebot der Stunde, Mitarbeiter beschäftigungsfähig zu halten, bestätigt auch Prof. Dr. Jutta Rump, Direktorin des IBE und Mitinitiatorin des Reports.
Top-Instrumente zur Mitarbeiterbindung: Gutes Betriebsklima, flexible Arbeitszeiten, marktgerechte Entlohnung
Halten lassen sich Mitarbeiter nach Angaben der Befragten vor allem durch ein gutes Betriebsklima (57 %). Danach folgen flexible Arbeitszeiten (46 %) und eine marktgerechte Entlohnung (44%). Bei der Realisierung dieser Themen sind die befragten Unternehmen im Vergleich zu früheren Ausgaben des HR-Reports vorangekommen. Die Differenz zwischen Bedeutung und Umsetzung dieser Instrumente hat sich deutlich verringert.
Den Hays HR-Report 2018 zum Download finden Sie hier: Hays HR-Report 2018
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